Wo bleiben die mobilen Pop-Up-Brunnen für Bergedorf?
Letzte Beratung: 27.08.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 6.14
Auskunftsersuchen
der BAbg. Wegner, Zaum, Timmermann und Fraktion der CDU
Im Jahr 2022 wurde ein mobiler Trinkbrunnen von HAMBURG WASSER in Bergedorf aufgestellt. Auf Nachfrage erklärte die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft im Jahr 2023, dass, sobald eine Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad zu erwarten sei, der Einsatz von Pop-Up-Brunnen wieder eine realisierbare Option sein werde, die aber aus hygienischen Gründen immer nur für eine kurze Zeit eingesetzt werden könne (Drs. 21-1785.01).
Nun gab es im Juni 2026 bereits sechs Hitzetage mit Temperaturen bis zu 39 Grad, für den Juli sind weitere heiße Tage prognostiziert. Nicht nur der Landes-Seniorenbeirat Hamburg fordert daher mehr Trinkwasserangebote in den Stadtteilen und eine konsequentere Umsetzung des Hitzeaktionsplans.
Vor diesem Hintergrund fragen wir:
Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) beantwortet das o.g. Auskunftsersuchen unter Beteiligung von HAMBURG WASSER wie folgt:
Wenn ja, wo und wann? Wenn nein, warum nicht?
Nein, derzeit liegt HAMBURG WASSER keine Beauftragung vor, im Bezirk Bergedorf noch in diesem Sommer Pop-Up-Wasserspender aufzustellen. Solch ein Auftrag müsste auch von dem Bezirk direkt veranlasst werden. Die BUKEA ist für das Aufstellen dieser temporären Anlagen nicht zuständig.
HAMBURG WASSER verfügt über 6 Pop-Up-Wasserspender.
Pop-Up-Wasserspender können nach Klärung und Genehmigung der erforderlichen Sondernutzung durch den zuständigen Bezirk nach erfolgter Beauftragung innerhalb von etwa 14 Tagen aufgestellt werden. Der zeitliche Vorlauf ergibt sich insbesondere aus den notwendigen Reinigungs-, Desinfektions- und Beprobungsmaßnahmen an den eingesetzten Wasserspendern, Hydranten und Standrohren sowie aus den organisatorischen Vorbereitungen für Transport und Aufbau.
Hierfür sind unter anderem folgende Arbeitsschritte erforderlich:
• Prüfung des Unterflurhydranten auf Funktion und Zugänglichkeit
• Beprobung des Unterflurhydranten,
• Vorbereitung und Auslagerung des Pop-Up-Wasserspenders,
• Beprobung des Pop-Up-Wasserspenders,
• Transportvorbereitung einschließlich Beladung des Fahrzeugs (LKW mit Kran) mit Gitterbox und Standrohr,
• Antransport zum Standort,
• Aufbau des Pop-Up-Wasserspenders einschließlich Spülung und Desinfektion.
Nein. Der Hitzeaktionsplan Hamburg enthält lediglich allgemeine Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zu kostenfreiem Trinkwasser sowie die Bereitstellung von Informationen über vorhandene Trinkwasserangebote.
Zwei Pop-Up-Wasserspender befinden sich auf dem Sommerdom.
Die Anschaffungskosten für einen Pop-Up-Wasserspender liegen je nach Ausführungsvariante und Bauweise zwischen 3.000 bis 4.000 Euro pro Einheit. Die laufenden Kosten entstehen insbesondere durch die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene sowie für Transport, Auf- und Abbau, Betrieb und Lagerung. Hierzu zählen unter anderem die Prüfung und Beprobung der Wasserentnahmestelle und des Wasserspenders, Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten, Personalaufwand sowie der Einsatz von Fahrzeugen und technischem Zubehör. Für einen einzelnen Einsatz sind daher Kosten in einer Größenordnung von rund 2.500 Euro je Aufstellung bzw. Veranstaltung zu veranschlagen. Die tatsächlichen Kosten können dabei je nach Einsatzdauer, Standort und den jeweiligen örtlichen Anforderungen variieren.
Pop-Up-Wasserspender können grundsätzlich so lange betrieben werden, wie die regelmäßigen Beprobungen bestätigen, dass die Wasserqualität den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht. Die mögliche Betriebsdauer hängt dabei insbesondere von den jeweiligen Nutzungsbedingungen ab. Einflussfaktoren sind beispielsweise die Nutzungsintensität und damit verbundene mögliche Stagnationszeiten des Wassers sowie die vorherrschenden Außentemperaturen. Diese Faktoren können Auswirkungen auf die Hygiene haben und erfordern gegebenenfalls zusätzliche Kontrollen oder Beprobungen.
Ja, Pop-Up-Wasserspender können grundsätzlich auch am jeweiligen Standort gereinigt und gewartet werden, sodass eine einwandfreie Hygiene längerfristig gewährleistet werden kann. Ob eine Vor-Ort-Reinigung wirtschaftlich sinnvoll ist, ist im Einzelfall unter Berücksichtigung von Standort, Einsatzdauer und den jeweiligen betrieblichen Rahmenbedingungen zu bewerten. (siehe auch Beantwortung der Frage 6)
Aufgrund der derzeitigen Konsolidierungsnotwendigkeiten ist eine kurzfristige und signifikante Erweiterung des öffentlichen Trinkwasserangebots durch die Errichtung zusätzlicher Trinkwasserbrunnen seitens der BUKEA gegenwärtig nicht realisierbar.
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