21-2009.1

Zustand des Ziegeleiteiches Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 22.04.2021

Mitteilungsdrucksache öffentlich

Letzte Beratung: 07.09.2021 Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport Ö 12.4

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung Altona hat in ihrer Sitzung vom 22.04.2021 anliegende Drucksache 21-1841 beschlossen.

Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) hat mit Schreiben vom 17.05.2021 wie folgt Stellung genommen:

Zu 3:

Die Grundinstandsetzung der Brücke Bw.-Nr. FG302 „Maulwurfsstieg/Ziegelteich“ ist für 2022 vorgesehen. Eine Sanierung noch in 2021 ist aufgrund der Planungsvorläufe nicht zu realisieren.

Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) hat mit Schreiben vom 02.06.2021 wie folgt Stellung genommen:

Zu 1:

Gründe für den niedrigen Wasserstand im Teich:

Bei dem Ziegeleiteich handelt es sich um eine ehemalige Tongrube ohne natürlichen Zufluss.

Gemäß § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes stellt der Teich ein gesetzlich geschütztes Biotop dar.

Ein Grundwasseranschluss zum 1. Hauptgrundwasserleiter ist nicht vorhanden. Im Bereich des Ziegeleiteiches gibt es vermutlich einen schwebenden Grundwasserkörper (zeitlich und örtlich begrenztes Auftreten von Grundwasser oberhalb des 1. Hauptgrundwasserleiters), der theoretisch mit dem Teich hydraulisch verbunden sein und den Teich speisen könnte. Wenn dieser begrenzte Speicher in Trockenzeiten wie in 2018 und 2019 nicht durch Niederschlag aufgefüllt wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Teich trockenfallen kann.

Gründe für das Fischsterben:

Die Ursache des Fischsterbens Anfang März 2021 ist vermutlich die Folge des Schlittschuhlaufens auf dem zugefrorenen Ziegelteich. Die Fische wurden in der Winterruhe gestört und sind verendet.

Vorschläge für ökol. Verbesserung des Teiches:

Derzeit finden Planungen, Untersuchungen und Abstimmungen zum Neubau des im Westen des Teiches befindlichen Bundesstützpunktes und Landesleistungszentrum Hockey am Hemmingstedter Weg 140 statt. Im Rahmen dieser Planungen sollte geprüft werden, ob und unter welchen Voraussetzungen unbelastetes Regenwasser vom Hockeygelände in den Teich geleitet werden könnte. Dies bedarf einer Prüfung der wasserrechtlichen und biotopschutzmäßigen Anforderungen durch die zuständigen Dienststellen. Nach Auskunft der Wasserbehörde des Bezirksamts Altona haben diesbezüglich bereits erste Gespräche stattgefunden.

Das Bezirksamt Altona hat mit Schreiben vom 27.07.2021 wie folgt Stellung genommen:

Zu 1:

Der Ziegeleiteich ist ein künstlich durch Menschen hergestelltes Stillgewässer. Der Teich weist aufgrund seiner chemischen und morphologischen Ausprägung immer wieder ökologische Probleme, wie Fischsterben oder Blaualgenblüte auf. Ein beauftragtes Grobkonzept aus 2010 behandelt bereits die Themen und schlägt erste Maßnahmen vor. So wurde ein Belüftersystem im Teich installiert der für eine gewisse Sauerstoffanreicherung sorgen soll. Aufgrund des sehr wartungsintensiven Betriebes, wurde jedoch die Anlage nicht weiter betrieben.

Der ökologische Zustand des Teiches war jedoch über Jahre hinweg relativ stabil. Erst mit den Extremwetterlagen ab 2018, hat sich der Zustand des Teiches wieder verschlechtert.

Ursachen hierfür vermuten wir in dem schlechten Wasserdargebot, der den Wasserstand stark absinken ließ. Hier sei zu erwähnen, dass der Teich keinen uns bekannten Zulauf besitzt und somit nicht mit frischem Wasser versorgt wird. Zudem kam es durch verstärkte Naherholung in den letzten Jahren zu erhöhen Flächennnutzungsdruck.

So lässt sich vermuten, dass zu Beginn des Jahres das Fischsterben durch Störung von Eisläufern ausgelöst wurde, da sich viele Fische in der Jahreszeit sonst in Winterstarre befinden und einen sehr niedrigen Energieverbrauch haben. Normalerweise kommen Ereignisse wie Fischsterben jedoch eher in den Sommermonaten vor, wenn sich die Gewässer erwärmt haben und es zu Sauerstoffdefiziten kommt.

Aktuell wird folgendes Vorgehen vorgeschlagen:

- Verbesserung des Wasserdargebotes:

Der anliegende Hockeyverein soll als Bundestützpunkt umfunktioniert werden. Hier sind weitere Sportplätze und Gebäude in Planung. Die Kolleg*innen des FA/MR Wasserwirtschaft stehen bereits mit den Verantwortlichen in Kontakt. In dem Fall wird geprüft, ob das anfallende Wasser aus der stetigen Bewässerung der Sportplätze und zusätzlich anfallendes Regenwasser, nach bestimmten Voraussetzungen (Wasserqualität) in den Zeigeleiteich eingeleitet werden kann.

- Reduzierung des organischen Eintrags:

Um den Eintrag von Biomasse und somit den Verbrauch von Sauerstoff durch Abbauprozesse zu reduzieren, wird geprüft, ob Ufergehölze entnommen werden können und ggf. Wasserpflanzen gefördert werden können, die eine schädliche Algenblüte reduzieren.

- Prüfung der Sedimentmächtigkeit:

Des Weiteren könnte geprüft werden, in wie weit eine Sedimententnahme erforderlich ist, indem die Sedimentauflage (Organisches Material) im Teich gemessen wird. Eine hohe Sedimentmächtigkeit führt zu einem hohen organischem Abbauprozess mit starkem Verbrauch von Sauerstoff.

Maßnahmen zur Reduzierung des organischem Eintrags und zur Prüfung der Sedimentmächtigkeit lassen sich allerdings nur realisieren, wenn ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen zu Verfügung stehen. Die Mittel für Unterhaltung und Pflege von Gewässern sind seit Jahren stark beschränkt.

Zu 2:

Die vorhandenen Sitzmöbel werden instandgesetzt und z.T. ergänzt.

Hierdurch wird das Planungsziel beibehalten und die Funktionalität sichergestellt.

Der Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport wird über die durchgeführten Arbeiten informiert.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Lokalisation Beta
Ziegelteich Maulwurfsstieg Ziegeleiteich Hemmingstedter Weg

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Themen Beta

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