Senior:innenzentrum nach Münchner Modell für Altona Mitteilungsdrucksache zum Beschluss des Hauptausschusses vom 11.12.2025
Letzte Beratung: 23.04.2026 Bezirksversammlung Ö 11.5
Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Altona hat in seiner Sitzung vom 11.12.2025 stellvertretend für die Bezirksversammlung anliegende Drucksache 22-1592.1B beschlossen.
Die Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration (Sozialbehörde) hat mit Schreiben vom 15.01.2026 wie folgt Stellung genommen:
Zu 3:
Kennzeichnend für das sogenannte Münchener Modell (Alten- und Service-Zentren (ASZ) – Landeshauptstadt München) ist eine Kombination von professionellem Beratungsangebot, einem Mittagstisch sowie Informations- und Begegnungsveranstaltungen. Außerdem kann ein präventiver Hausbesuch angefordert werden.
Der Hamburger Senat verfolgt das Ziel eines selbständigen und selbstbestimmten Lebens im Alter in Hamburg mit vielfältigen Maßnahmen (siehe Drucksache 22/15703 „Aktionsplan Age-friendly City – für ein altersfreundliches Hamburg“). Insbesondere bestehen in Hamburg bereits Strukturen und Angebote zur Information, Beratung und Teilhabe älterer Menschen mit dem Fokus, ein möglichst langes Wohnen bleiben im Quartier zu unterstützen, u.a.:
- die bezirklichen Pflegestützpunkte und Beratungszentren für ältere, pflegebedürftige und körperbehinderte Menschen (PBM), die u.U. auch zielgruppenspezifische Informationsveranstaltungen durchführen,
- aufsuchende und informierende Angebote wie den Hamburger Hausbesuch für Seniorinnen und Senioren,
- Seniorentreffs, Seniorengruppen sowie weitere offene Begegnungsangebote in den jeweiligen Sozialräumen mit niedrigschwelligen Zugängen zur Förderung sozialer Teilhabe.
Die Sozialbehörde verfolgt den Ansatz, die bestehenden Angebote in Hamburg in ihrer sozialraumorientierten Ausrichtung zu stärken und darauf aufbauend Beratung und Begegnung besser miteinander zu verknüpfen, um Seniorinnen und Senioren wohnortnah zu erreichen. So sollen bestehende Seniorentreffs schrittweise zu Quartierstreffs weiterentwickelt werden, die als Anlaufstellen für Begegnung, Information und Orientierung fungieren und bei Bedarf in weiterführende Beratungs- und Unterstützungsangebote vermitteln. Pflegestützpunkte und Seniorenberatung können Informationsangebote in Seniorentreffs machen.
Neue, parallele Strukturen sollen nicht aufgebaut werden. Insbesondere sind die Alten- und Service-Zentren in München Teil einer anderen kommunalen Organisationsstruktur, die nicht unmittelbar auf Hamburg übertragbar ist. Darüber hinaus stehen auch keine finanziellen Mittel für den Aufbau eines Seniorenzentrums im Sinne der Münchener Alten- und Service-Zentren zur Verfügung.
Das Bezirksamt Altona hat mit Schreiben vom 13.04.2026 wie folgt Stellung genommen:
Zu 1 und 2:
Die Altonaer Senior:innentreffs werden auf Grundlage der geltenden Globalrichtlinie zur bezirklichen offenen Seniorenarbeit in der Freien und Hansestadt Hamburg sukzessive zu Quartierszentren weiterentwickelt. Dies umfasst auch eine Ausweitung der Beratungs- und Informationsangebote.
Darüber hinaus werden im Rahmen der Umsetzung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Wohnen bleiben im Quartier“ (BSWB671.510-001/100) die Quartiere im Bezirk weiterentwickelt. Ziel ist es, die Leitgedanken „Wohnen bleiben im Quartier“ und „Älter werden im Quartier“ in den kommenden Jahren in möglichst vielen Quartieren zu verwirklichen. Hierzu gehören unter anderem die stärkere Kooperation und Vernetzung bestehender Angebote, die Einbindung von Eigentümer:innen sowie die systematische Identifizierung von Bedarfen.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Münchner Modells scheint die Unterstützung ehrenamtlichen Engagements im Senior:innenbereich durch hauptamtliche Kräfte zu sein. Hierzu gibt es bereits ein erstes Modellprojekt der Sozialbehörde. Aus Sicht des Bezirks wäre es hilfreich, diese hauptamtliche Unterstützung perspektivisch in Regelstrukturen zu überführen. Die hierfür erforderlichen Finanzmittel stehen dem Bezirk derzeit jedoch im Rahmen der Rahmenzuweisung Senioren nicht zur Verfügung.
Vor dem Hintergrund der begrenzten Ressourcen im Senior:innenbereich spricht sich der Bezirk daher dafür aus, die Umsetzung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie weiter voranzutreiben, anstatt parallel ein neues Modellprojekt mit weitgehend identischen Zielsetzungen aufzubauen.
Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.