Quartiersfonds bezirkliche Stadtteilarbeit (QF I) 2026 Beschlussempfehlung des Amtes
Letzte Beratung: 06.10.2026 Sozialausschuss Ö 8
Für den Quartiersfonds bezirkliche Stadtteilarbeit (QF I) sind Anträge eingegangen. Da für das Jahr 2026 noch Mittel im QF I vorhanden sind, besteht für folgende Projekte die Möglichkeit einer Förderung aus restlichen Mitteln QF I 2026. Bei den Antragsteller:innen wurde ein Projektstart zum 01.12.2026 angefragt:
Nr |
Projekt |
Betrag |
Fachliche Einschätzung |
1. |
DRK Hamburg Altona und Mitte KISO – Fahrradwerkstatt Quartier Osdorfer Born Projektstart: 01.12.2026 |
17.849 Euro |
Beantragt werden Personalkosten für Projektleitung und Sachmittel. Kosten für die Mobilität sind für einkommensarme Haushalte eine relevante Belastung. Ein Fahrrad kann im Alltag eine wichtige und kostengünstige Möglichkeit darstellen. Ein defektes Fahrrad stellt schnell eine konkrete Mobilitäts- und Teilhabebarriere dar. Das Projekt - richtet sich an alle Quartiersbewohner:innen, - es besteht eine Kooperation mit der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule - beinhaltet Qualifizierung, Inklusion und Ehrenamtlichen Engagement und Empowerment. Es stehen noch restliche Mittel im QF bezirkliche Stadtteilarbeit (QF I) 2026 zur Verfügung. Eine Förderung in 2026 ist möglich. |
2. |
Oll Inklusiv – R’OLL und Tanz Altona Stadtteil Altona Altstadt Projektstart: 01.12.2026 |
15.000 Euro |
Beantragt werden Personalkosten für die Projektleitung (8.500 Euro), Honorare für das Tanz-Angebot, Reparatur und Versicherung der Rikschas, Sachkosten und Mieten, Öffentlichkeitsarbeit. Es stehen noch restliche Mittel im QF bezirkliche Stadtteilarbeit (QF I) 2026 zur Verfügung. Eine Förderung in 2026 ist möglich. |
3. |
Heilende Stadt – Heilgarten Hamburg – Öffentliche Quartiersarbeit im Altonaer Volkspark Stadtteil Bahrenfeld Projektstart: 01.12.2026 |
15.000 Euro |
Das Projekt wurde bereits durch Politikmittel in 2024 und 2025 gefördert. Der Verein ist gemeinwohlorientiert und erbringt für das Quartier und hier insbesondere den Volkspark Altona einen Mehrwert. Zu den Inhalten des Antrages im Einzelnen wird eine Plausibilitätseinschätzung abgeben. Die angesetzten Honorarkosten erscheinen in der Menge pro Veranstaltung als auskömmlich und angemessen. Die angegebenen Stundensätze liegen im mittleren bis unteren üblichen Bereich für Honorarkräfte im sozialen Bereich und erscheinen damit angemessen. Verwaltungsgemeinkosten werden nicht in Ansatz gebracht. Die angesetzten Sachmittel in Höhe von gesamt 2.200 Euro für fünf Veranstaltungen erscheinen angemessen und nachvollziehbar, wenngleich diese pauschal angesetzt wurden. Beantragt werden Honorarmittel für Koordination und Veranstaltungen (12.800 Euro) sowie Sachmittel für Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Es stehen noch restliche Mittel im QF bezirkliche Stadtteilarbeit (QF I) 2026 zur Verfügung. Eine Förderung in 2026 ist möglich. |
4. |
Nysen GbR – Crossdorf Stadtteil Osdorf Projektstart: 30.11.2026 |
14.000 Euro |
Die Nysen GbR beantragt eine Zuwendung in Höhe von 14.000 Euro für das 8. Crossdorf – Stadtteilkulturfestival der Begegnungen in Hamburg Osdorf, vom 31.01. bis 14.02.2027. Crossdorf wurde 2020 gegründet und hat sich als niedrigschwelliges, partizipatives soziokulturelles Festival etabliert; 2026 fanden rund 25 Veranstaltungen mit etwa 2.000 Besucher:innen statt. Ziel des Festivals ist die Förderung interkultureller Begegnungen, die Stärkung lokaler Gemeinschaften und die Sichtbarmachung kultureller Vielfalt im Stadtteil Osdorf. Das Programm des Festivals ist bewusst vielfältig und spricht unterschiedliche Alters- und Zielgruppen an: es umfasst Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen, Lesungen, Filmvorführungen, Ausstellungen, partizipative Workshops sowie ein Kinderfest. Abendveranstaltungen und Performance Formate richten sich überwiegend an junge Erwachsene, Familien und Kinderangebote finden an den Wochenenden statt, und niedrigschwellige Mitmach-Workshops sprechen Seniorinnen sowie Menschen mit Fluchterfahrung an. Für die Umsetzung kooperiert Crossdorf eng mit lokalen Einrichtungen wie dem Bürgerhaus Bornheide, der Gemeinde St. Simeon, dem Elbe Kino sowie mit Nachbarschaftsinitiativen und freien Künstlerinnen. Diese Partnerschaften stellen Räume, fachliche Ressourcen und Zugänge für Nachbarschaftsgruppen bereit; ehrenamtlich Engagierte aus dem Stadtteil werden aktiv in Organisation und Durchführung eingebunden, um lokale Identifikation und nachhaltige Strukturen zu stärken. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn wird zum 30.11.2026 beantragt, um Vorbereitungen, Vertragsabschlüsse und Kommunikationsmaßnahmen rechtzeitig umzusetzen. Crossdorf leistet damit einen Beitrag zur Stärkung des kulturellen Lebens in Osdorf durch niedrigschwellige, partizipative und inklusionsorientierte Angebote. Eine Förderung aus restlichen Mitteln QF bezirkliche Stadtteilarbeit (QF I) 2026 wird seitens des Bezirksamts Altona empfohlen. |
5. |
DeinTopf e.V. – Sicherung und Weiterentwicklung Stadtteil Altona-Altstadt Projektstart 01.12.2026 |
19.672 Euro |
Der Verein Dein Topf e.V. ist seit November 2023 in der Holstenstraße 20 mit der Zubereitung und Ausgabe von Essen an bedürftige Menschen tätig. Seinen Ursprung hatte das Projekt in der Zeit der Corona-Pandemie als 2020 insbesondere obdachlose Menschen vom Zugang zu Lebensmitteln und Hilfsmöglichkeiten aufgrund der damaligen Kontakteinschränkungen besonderen Notsituationen ausgesetzt waren. Auch nach der Pandemie blieb die Lebensmittelversorgung von wohnungslosen und anderen bedürftigen Personen in den Sozialräumen Altona-Altstadt, Altona-Nord und St. Pauli ein drängendes Problem, das mit einer Vereinsgründung 2021 und einem Aufbau eines ehrenamtlichen Netzwerkes mit mehr als 100 Personen zu einer Verstetigung des Hilfsangebotes führte. Heute werden freitags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr warme Mahlzeiten an Hilfsbedürftige ausgegeben, womit nicht nur ein Grundbedürfnis gedeckt wird, sondern auch soziale Bindungen und verfestigte Nachbarschaftsstrukturen entstehen. Verbindliche organisatorische Strukturen sind hinsichtlich des Betriebsmanagements, des Fundraisings und der Standortmanagements inzwischen nur unter erschwerten Bedingungen ehrenamtlich zu leisten. Um das Projekt aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln möchte der Verein Dein Topf e.V. drei Mitarbeitende im Rahmen von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen einstellen. Für zwei von diesen Stellen werden Personalkosten für ein Jahr in Höhe von insgesamt 19.672 EUR aus dem Quartiersfonds beantragt. Aus Sicht des Abteilung Integrierte Sozialplanung, der Bezirklichen Fachstelle für Wohnungsnotfälle und der Abteilung Integrierten Stadtentwicklung handelt es sich bei dem Projekt um ein im hohen Maße sozial sinnvolles Angebot, das mit anderen Angeboten im Umfeld hinsichtlich der Öffnungszeiten abgestimmt ist und damit eine Bedarfslücke im Bereich der Armutsfolgenprävention schließt. Eine Förderung aus restlichen Mitteln QF bezirkliche Stadtteilarbeit (QF I) 2026 wird seitens des Bezirksamts Altona empfohlen. |
Für folgende Projekte wird keine Förderempfehlung aus restlichen Mitteln des Quartiersfonds bezirkliche Stadtteilarbeit (QF I) 2026 ausgesprochen, da sie den Förderkriterien nicht entsprechen.
- Das Projekt/ das Angebot deckt einen durch die integrierte Sozialplanung festgestellten Bedarf im Stadtteil, Planungsraum und/ oder Sozialraum ab.
- Das Projekt/ das Angebot deckt einen durch das Entwicklungskonzept der integrierten Stadtteilentwicklung festgestellten Bedarf im Stadtteil, Planungsraum und/ oder Sozialraum ab.
- Das Projekt/ das Angebot ist zielgruppenübergreifend (intergenerativ, interkulturell und damit inklusiv) ausgerichtet oder ein besonderes Angebot für einen speziellen Bedarf.
- Das Projekt/ das Angebot ist den Netzwerken im Stadtteil bekannt und integriert.
- Das Projekt/ das Angebot ist ein Kooperationsprojekt mit anderen Einrichtungen des Stadtteils.
- Die erhebliche Bedeutung des Projektes/ des Angebots wird vom Sozialraummanagement, der integrierten Stadtteilentwicklung und/ oder vom Jugendamt (insbes. Netzwerkmanagement des Jugendamtes) fachlich bestätigt.
- Das Projekt/ das Angebot operationalisiert Schwerpunkte der Integrierten Sozialplanung.
- Das Projekt/ das Angebot operationalisiert Schwerpunkte der Integrierten Stadtentwicklungskonzepte.
- Das Projekt/ das Angebot hat einen Bezug zu den Ergebnissen des Sozialmonitorings.
- Das Projekt/ das Angebot überschneidet sich nicht mit bereits bestehenden Angeboten im Gebiet.
- Das bedarfsgerechte Angebot des Projektes/ des Angebots wird vom Sozialraummanagement, der integrierten Stadtteilentwicklung und/ oder vom Jugendamt (insbes. Netzwerkmanagement des Jugendamtes) fachlich bestätigt.
- Der Antragsteller/ die Antragstellerin ist Teil einer Organisation (Verein etc.).
- Der Träger/ die Trägerin erwirtschaftet eine gesicherte, festgesetzte Eigenmittelquote und wirbt Drittmittel ein.
- Die Förderung aus dem Quartiersfonds ist in der Regel auf drei Jahre begrenzt.
- Der Antragsteller/ die Antragstellerin macht bei Antragstellung deutlich, wie das Projekt/ das Angebot (so dies das Ziel ist) langfristig und ohne eine Zuwendung aus dem Quartierfonds abgesichert werden kann.
- Bildungsförderung
- Gesundheitsförderung
- Förderung der sozialen Inklusion
- Personalkostenzuschüsse insbesondere im Rahmen von Angeboten der Beschäftigungsförderung
- Infrastrukturprojekte
Projekt |
Betrag |
Fachliche Einschätzung |
|
A |
DRK Hamburg Altona und Mitte KISO – Kleiderkammer Quartier Osdorfer Born |
23.932 Euro |
Beantragt sind Personalmittel (12.400 Euro) sowie Sachmittel für Miete und Betriebskosten (11.500 Euro). Die Kleiderkammer besteht bereits seit längerem im DRK-Zentrum am Osdorfer Born. Sie soll als niedrigschwelliger Stadtteil-, Begegnungs- und Vernetzungspunkt weiterentwickelt werden mit vielfältigen Kooperationsbeziehungen zu anderen Aktivitäten und Angeboten im Osdorfer Born. Es enthält die Elemente: Kleiderkammer und Sachspenden, Kooperation mit Lebensmittelretter und Hanseatic Help, niedrigschwellige Verweisberatung, Begegnung und Vernetzung gegen Einsamkeit, Beteiligung und demokratiefördernde Befragungen. Es ist bekannt, dass Kleiderkammern einen sehr niedrigschwelligen Zugang zu armutsbetroffenen Menschen ermöglichen. Dennoch sind am Osdorfer Born bereits eine Vielzahl an Angeboten für die Zielgruppe vorhanden, insbesondere im Bürgerhaus Bornheide. Vor dem Hintergrund knapper Fördermittel wird eine Förderung aus dem Quartiersfonds bezirkliche Stadtteilarbeit nicht befürwortet (Verweis auf Förderkriterium 3: Das Projekt/ das Angebot überschneidet sich nicht mit bereits bestehenden Angeboten im Gebiet). |
B |
Türkische Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. – Ankerpunkt Altona – Beratung, Begegnung und Teilhabe im Quartier Stadtteil Altona-Altstadt |
64.633,67 Euro |
Beantragt werden Personalkosten (50.000 Euro) sowie Sachkosten und Honorarkosten für eine Veranstaltungsreihe zu verschiedenen Themen. Im Kern bietet das Angebot – möglichst mehrsprachig - eine Lotsenfunktion und Verweisberatung für Menschen, die sich an die TGH wenden und für die wenig Erfahrung mit behördlichen, sozialen und institutionellen Strukturen aufweisen. In den Stadtteilen Altona-Altstadt und Altona-Nord sind bereits eine Vielzahl vgl. Angebote vorhanden (Altonavi, zwei Seniorentreffs, das FLAKS, der Seniorentreff Mekan, Integrationszentrum Verikom). Ein weiterer Bedarf besteht aus Sicht der Integrierten Stadtteilentwicklung und der Integrierten Sozialplanung nicht. Vor dem Hintergrund knapper Fördermittel wird die erhebliche Förderung eines weiteren umfassenden Angebots aus dem Quartiersfonds bezirkliche Stadtteilarbeit nicht befürwortet (Verweis auf Förderkriterium 3: Das Projekt/ das Angebot überschneidet sich nicht mit bereits bestehenden Angeboten im Gebiet). |
C |
Clubkombinat Hamburg e.V. – wtf – what the fear. Stadtteil Ottensen |
95.000 Euro |
Rund um den Alma-Wartenberg-Platz soll das Projekt „What the fear“ durchgeführt werden – analog einem Projekt in St. Pauli. Es handelt sich um ein niedrigschwelliges Angebot für mehr Gewaltschutz, Teilhabe und Sicherheit im öffentlichen Nachtleben. Für das Umfeld des Alma-Wartenberg-Platzes fehlt bislang eine niedrigschwellige, sozialräumlich ausgerichtete Erhebung, die neben dokumentierten Fällen auch subjektive Sicherheit, Nutzungserfahrungen und Bedarfe unterschiedlicher Gruppen berücksichtigt und Angebot für Information zu Unterstützungsangeboten und vorhandenen Beratungsstellen zugänglich macht. Ziel ist es während der Sommermonate ein temporäres Informations-, Begegnungs- und Monitoringpunkt einzurichten. Beantragt werden Personalkosten für Projektleitung, Kommunikation, Verwaltung und Buchhaltung (40.000 Euro), Sachkosten 20.000 Euro und 40.000 Euro Honorare bei Honorarsätzen zwischen 30 und 250 Euro/ std. Es werden 5.000 Euro Eigenmittel eingebracht. Seitens der Integrierten Sozialplanung kann keine fachliche Einschätzung und Begleitung des Projekts übernommen werden, der erhebliche Bedarf für die Entwicklung sozialer Angebotsstruktur wird nicht gesehen. Auch seitens der Integrierten Stadtteilentwicklung wird für das ehemalige Sanierungsgebiet Ottensen kein erheblicher Bedarf für das Projekte gesehen (Verweis auf Förderkriterium 3: Das bedarfsgerechte Angebot des Projektes/ des Angebots wird vom Sozialraummanagement, der integrierten Stadtteilentwicklung und/ oder vom Jugendamt (insbes. Netzwerkmanagement des Jugendamtes) fachlich bestätigt). |
Das Bezirksamt empfiehlt dem Sozialausschuss, folgenden Beschluss zu fassen:
Die Projekte Nr. 1 – 5 werden aus dem Quartiersfonds bezirkliche Stadtteilarbeit (QF I) 2026 gefördert. Es stehen ausreichend Mittel im QF I 2026 zur Verfügung.
Der Sozialausschuss wird um Zustimmung und Weiterleitung an den Haushaltsausschuss gebeten.
Projektanträge (nicht-öffentlich)
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