22-2643

Aufrechterhaltung der PALETTE Mitteilungsdrucksache zum Beschluss des Hauptausschusses vom 10.09.2026

Mitteilungsdrucksache öffentlich

Letzte Beratung: 22.10.2026 Bezirksversammlung Ö 11.19

Sachverhalt

Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Altona hat in seiner Sitzung vom 10.09.2026 stellvertretend für die Bezirksversammlung anliegende Drucksache 22-2487B beschlossen.

Die Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration (Sozialbehörde) hat mit Schreiben vom 13.10.2026 wie folgt Stellung genommen:

Zu 1:

Das Angebot der PALETTE in der Stresemannstraße 150 war als Übergangsangebot der Obdachlosenhilfe konzipiert bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme der Tagesaufenthaltsstätte (TAS) Stresemannstraße 138 in unmittelbarer Nähe und war keine dauerhaft vorgesehene Einrichtung der Hamburger Suchthilfestruktur. Die TAS Stresemannstraße ist seit März in Betrieb und übernimmt die Hilfen für die Klientel der Stresemannstraße 150, die obdachlos und nicht vorrangig schwer abhängig von illegalen Drogen ist. Wegen der fehlenden Eignung der Stresemannstraße 150 für die Klientel illegale Drogen konsumierender Menschen verfolgt die Sozialbehörde eine Umsteuerung der dort bislang erreichten Klientel in fachlich geeignete und dauerhaft angelegte Angebote der niedrigschwelligen Suchthilfe.

Dabei ist insbesondere eine Fehlsteuerung zu vermeiden: Das Angebot der PALETTE zieht aktuell illegale Drogen, insbesondere Crack konsumierende Menschen an, obwohl die Einrichtung für diese Zielgruppe nicht über die erforderlichen spezifischen Hilfen und Strukturen verfügt und sie deshalb nicht angemessen versorgen kann. Eine entsprechende Erweiterung der Leistungen ist aufgrund der baulichen und räumlichen Gegebenheiten am Standort nicht realisierbar. Insbesondere kann der Konsum von Crack dort nicht in einer Weise ermöglicht bzw. geduldet werden, wie dies in einem hierfür betäubungsmittelrechtlich zugelassenen Drogenkonsumraum möglich wäre.

Für diese Klientel stehen mit dem Stay Alive und dem Drob Inn bereits spezialisierte niedrigschwellige Angebote einschließlich Drogenkonsumräumen zur Verfügung. Die Umsteuerung dient daher dazu, Menschen mit entsprechendem Unterstützungsbedarf gezielt in die hierfür geeigneten Strukturen zu lenken und eine Fehlsteuerung durch die Bindung an ein hierfür nicht geeignetes Angebot zu vermeiden.

Eine Fortführung des Treffpunkts Stresemannstraße 150 wird daher nicht befürwortet.

Zu 2:

Eine finanzielle und personelle Ausweitung bzw. Anpassung der PALETTE wird vor dem Hintergrund der vorgesehenen Umsteuerung nicht befürwortet. Eine zusätzliche Verstetigung oder Aufstockung des bestehenden Übergangsangebots würde die bestehende Fehlsteuerung vielmehr verfestigen, wenn dadurch insbesondere Drogen- und Crackkonsumierende weiterhin an einem Standort gebunden würden, an dem die für diese Zielgruppe erforderlichen Angebote – insbesondere ein Drogenkonsumraum – weder vorhanden noch aufgrund der baulichen Gegebenheiten realisierbar sind.

Ziel ist nicht eine Reduzierung der Hilfen für die betroffene Klientel, sondern deren bedarfsgerechte Versorgung in den hierfür vorgesehenen und entsprechend ausgestatteten Angeboten der niedrigschwelligen Suchthilfe.

Zu 3:

Das Konzept zur Umsteuerung der illegale Drogen konsumierenden Klientel wurde dem Sozialausschuss der Bezirksversammlung Altona bereits in seiner Sitzung am 1. September 2026 durch die Sozialbehörde vorgestellt und erläutert. Unter engem Zusammenwirken von Polizei und Straßensozialarbeit soll die illegale Drogen konsumierende Klientel auf die für diese Klientel eingerichteten Hilfen vor allem im Stay Alive und hilfsweise im Drob Inn verwiesen werden. Ein Großteil der Klientel ist in den genannten Einrichtungen bereits angebunden. Die dafür erforderliche Mobilität der Klientel besteht; das hat sich zuletzt während der Sperrung des S-Bahnhofs Holstenstraße im Zuge der Sternbrückensanierung erwiesen. Zur engmaschigen Überprüfung der Lage und gegebenenfalls Nachsteuerung wird ein wöchentlicher Lage Jour-Fixe von Bezirksamt, Polizei und Sozialbehörde etabliert.

Die Klientel der nicht vorrangig illegale Drogen konsumierenden, obdachlosen Nutzer der Stresemannstraße 150 wird auf die TAS Stresemannstraße orientiert.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
22.10.2026
Ö 11.19
Lokalisation Beta
Stresemannstraße Holstenstraße

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Themen Beta

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