Zuverlässigkeit der Buslinien im Bezirk Wandsbek Beschluss der Bezirksversammlung vom 13.11.2025 (Drs. 22-2560)
Letzte Beratung: 26.02.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 14.5
Folgender Beschluss wurde gefasst:
Die zuständige Fachbehörde (BVM) wird gebeten, gemeinsam mit dem HVV und der Hochbahn
darzulegen,
Die Fachbehörde wird gebeten, Vertreterinnen und Vertreter des HVV in den Ausschuss für Mobilität zu entsenden, um den Mitgliedern der Bezirksversammlung die aktuelle Lage im Busverkehr im Bezirk Wandsbek vorzustellen.
Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) nimmt teilweise auf Grundlage von Auskünften der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) wie folgt Stellung:
Im Folgenden wird ausführlich auf die Fragen eingegangen.
Im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme können diese Fragen umfassender und fundierter beantwortet werden, da hierfür eine sorgfältige Recherche sowie die Einholung von Informationen möglich ist. Aus diesem Grund ist eine schriftliche Stellungnahme einer mündlichen Erläuterung im Ausschuss vorzuziehen.
Wie stellt sich die aktuelle Lage im Busverkehr im Bezirk Wandsbek dar?
Die Verkehrsunternehmen unternehmen große Anstrengungen, einen möglichst zuverlässigen und pünktlichen Busverkehr zu gewährleisten. Dieses gilt sowohl im Bezirk Wandsbek als auch im gesamten weiteren Bedienungsgebiet. Dafür stehen den Verkehrsunternehmen die benötigten betrieblichen Ressourcen zur Verfügung. Es gibt weder bei Fahrzeugen noch bei Fahrpersonalen strukturelle Unterdeckungen.In der Folge werden die fahrplanmäßig vorgesehenen Leistungen täglich mit einer hohen Zuverlässigkeit erbracht.
Um die vielfältigen Herausforderungen des täglichen Busbetriebs bewältigen zu können, wird kontinuierlich das Betriebsgeschehen beobachtet und durch die Erhebung und Analyse von Daten beschrieben. Neben Parametern wie Fahrzeiten und Reisegeschwindigkeiten werden auch regelmäßig die Fahrgastzahlen erhoben. Die dabei ermittelten Daten dienen als Grundlage für eine ständige Weiterentwicklung des Liniennetzes, aber auch für die regelmäßige Aktualisierung der Fahrpläne und die Entwicklung von Vorschlägen zur Verbesserung der Straßeninfrastruktur zur Optimierung des Busverkehrs.
Statistische Daten unterliegen selbstverständlich einer gewissen Schwankungsbreite. Insgesamt ist aber festzustellen, dass die Pünktlichkeit auf einem hohen Niveau gehalten werden konnte, während die Fahrgeschwindigkeiten eine leicht rückläufige Tendenz aufweisen. Grundsätzlich zeigt sich, dass Pünktlichkeit und Fahrgeschwindigkeiten in den verschiedenen Stadtteilen des Bezirks stark variieren, i.d.R. in Abhängigkeit von der Siedlungsdichte und dem allgemeinen Verkehrsaufkommen.
Welche Faktoren tragen zu Unregelmäßigkeiten (wie Ausfällen, Verspätungen, vorzeitigen Abfahrten oder Bündelungen mehrerer Busse) bei?
Verspätungen und Fahrtausfälle lassen sich auch bei bester Planung und Organisation nicht völlig vermeiden. Im Regelfall ist der Busverkehr im Stadtverkehr einschließlich des Bezirks Wandsbek von Stauerscheinungen im allgemeinen Straßenverkehr betroffen. Je nach Verkehrslage, kann dies im Einzelfall auch zu größeren oder wiederholten Verspätungen führen, die vom Busbetrieb nicht zu beeinflussen sind, und sich seitens der Verkehrsunternehmen auch bei bester Planung nicht vermeiden lassen.
In besonders schwerwiegenden Fällen kann es in Folge von Stauungen im Straßenverkehr auch zu Fahrtausfällen kommen, wenn z. B. die Folgefahrt einer verspäteten Fahrt nicht mehr aufgenommen werden kann. Auch im Falle der Verwicklung eines Busses in einen Verkehrsunfall muss dieser bis zur erfolgten Unfallaufnahme am Unfallort verbleiben, so dass die laufende Linienfahrt in der Regel abgebrochen werden muss. Daneben kann es im Falle von Fahrpersonalerkrankungen im Dienst oder bei plötzlich auftretenden technischen Defekten an den Bussen passieren, dass aus Sicherheitsgründen einzelne Fahrten nicht geleistet werden können. Die Verkehrsunternehmen werden in solchen Fällen aber schnellstmöglich Ersatz stellen. Hierfür steht den Verkehrsunternehmen eine begrenzte Zahl an mit Personal besetzten so genannten Bereitschaftswagen zur Verfügung.
Aus Sicht der Verkehrsunternehmen kommt vor allem für die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Busbetriebs einer gleichmäßig planbaren und zügigen Befahrbarkeit der Linienwege eine besondere Bedeutung zu. Insofern ist es besonders zuträglich, wenn
Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Verlässlichkeit und Pünktlichkeit der Buslinien im Bezirk Wandsbek sicherzustellen?
Neben der Beobachtung und Bewertung der betrieblichen Abläufe ist selbstverständlich die Nutzung der Verkehrsmittel durch die Fahrgäste ein wesentliches Kriterium für die Weiterentwicklung des Verkehrsangebots. Die Hamburger Verkehrsverbund GmbH (hvv), die Verkehrsunternehmen und die BVM stehen in der Netz- und Angebotsplanung für den Busverkehr in einem stetigen und konstruktiven Austausch, um das Leistungsangebot im Busverkehr weiterzuentwickeln und zu optimieren. Hierzu zählt auch die kontinuierliche Beobachtung der Verkehrsunternehmen und des hvv, ob nachfrageorientierte Anpassungen im Leistungsangebot notwendig sind; sie werden nach Möglichkeit im Rahmen der weiteren Planungen berücksichtigt.
Auf Basis dieser kontinuierlichen Beobachtung werden unter anderem die Maßnahmen entwickelt, die zum Fahrplanwechsel im Dezember eines jeden Jahres umgesetzt werden. Die Weiterentwicklung und Verbesserung des Angebots, führt in der Regel zu mehr Platz in den Bussen. Das steigert nicht allein den Komfort und die Attraktivität der Reise, sondern reduziert auch die Standzeiten an den Haltestellen, da das Ein- und Aussteigen einfach schneller vonstattengeht.
Als Beispiel für die Verbesserung des Angebots seien hier einige Maßnahmen im Liniennetz genannt, die zum jüngst erfolgten Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 umgesetzt worden sind:
- Metrobuslinie 8: Verlängerung der Verstärkerfahrten bis Maisredder, statt nur bis zur Heukoppel (Montag bis Freitag) im Spätverkehr und samstags. Außerdem ist der Nachtverkehr am Wochenende bis S Poppenbüttel verlängert worden. Verbessertes Angebot in Bramfeld.
- Metrobuslinie 18: Verlängerung des 10-Minuten-Taktes von Barmbek bis Heukoppel im Spätverkehr bis 24 Uhr. Außerdem ist ein Wochenendnachtverkehr bis zur Heukoppel eingeführt worden. Verbessertes Angebot in Bramfeld.
- Metrobuslinie 23: Einsatz von Gelenkbussen auf den Fahrten zwischen Billstedt und Lufthansa-Basis/U Sengelmannstraße. Mehr Platz in den Fahrzeugen und dadurch verbesserte Pünktlichkeit.
- Metrobuslinie 24: 10-Minuten-Takt Montag bis Freitag auch von 19 Uhr bis 21 Uhr und Samstag auch von 14 Uhr bis 20 Uhr sowieeinzelne Verstärker zusätzlich zur Schülerzeit. Deutlich verbessertes Angebot.
- Metrobuslinie 26: 10-Minuten-Takt sonntags auch schon von 9 Uhr bis 13 Uhr sowie 5-Minuten-Takt in der Schülerspitze morgens schon ab Großlohe (Montag bis Freitag). Verbessertes Angebot für Schüler:innen und sonntags
- Stadtbuslinie 116: Verdichtung des Angebots auf der Walddörferstraße, außerdem starten/enden alle Fahrten schon an U Billstedt. Verbessertes Angebot und gleichmäßigere Auslastung in den Fahrzeugen, die auch die Pünktlichkeit verbessert.
- Stadtbuslinie 162: zusätzliche Verstärkerfahrt von Berliner Platz bis Bf. Rahlstedt zur Schülerspitze. Verbessertes Angebot für Schüler:innen.
- Stadtbuslinie 168: Zwei zusätzliche Fahrten von U Farmsen bis Hermelinweg zur Schülerspitze. Verbessertes Angebot für Schüler:innen.
- Stadtbuslinie 174: Zusätzlicher Schülerverstärker von S Poppenbüttel bis U Volksdorf. Verbessertes Angebot für Schüler:innen.
- Stadtbuslinie 275: Neue Frühfahrt zum Bf. Rahlstedt. Verbessertes Angebot.
- Stadtbuslinie 368: abends werden alle Fahrten bis/ab Bf. Rahlstedt geleitet (bis/ab Berne). Verbessertes Angebot.
Zusätzlich sind für einen zuverlässigen und pünktlichen Busverkehr auch infrastrukturelle Aspekte zu betrachten, die auch durch Unterstützung des Bezirksamts Wandsbek (im Rahmen der Zuständigkeit als Realisierungsträger) zum Nutzen des ÖPNV befördert werden können.Neben einer sorgfältigen Angebotsplanung und Liniennetzgestaltung ist ebenso ein bedarfsgerechter Ausbau der Straßeninfrastruktur für einen attraktiven Busverkehr erforderlich.
Um die Belange von Infrastrukturausbau und -optimierung voranzubringen, stehen u.a. die BVM und die Bezirksämter sowie diverse Akteure in einem regelmäßigen und konstruktiven Austausch. Dabei geht es allen beteiligten Stellen um die gemeinsame Zielerreichung, für die Stadt Hamburg die bestehende Straßeninfrastruktur bestmöglich und im Sinne der Bürger:innen sowie im Sinne der Senatsziele Mobilitätswende und Klimaschutz weiterzuentwickeln - trotz naturgemäß teilweise unterschiedlicher Priorisierung oder möglicherweise verschiedener Standpunkte und weiteren Herausforderungen. Zu den Akteuren zählen unter anderem die Verkehrsunternehmen, der hvv, die BVM und die Bezirksämter, sodass die Belange des Busverkehrs bei den beteiligten Stellen grundsätzlich bekannt sind. Auf nachfolgende Infrastrukturelemente eines modernen Busverkehrs soll im Hinblick auf den Bezirk Wandsbek hier noch einmal hingewiesen werden:
Im Rahmen der Mobilitätswende soll die Zahl der Fahrgäste deutlich gesteigert werden. Für die zusätzlichen Fahrgäste müssen selbstverständlich die erforderlichen Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Hierfür möchten die Verkehrsunternehmen in Zukunft verstärkt Solobusse durch Gelenkbusse ersetzen. Hierfür ist ein weiterer Ausbau von Haltestellen erforderlich.
Hinsichtlich der Einrichtung einer Haltestelle sei erwähnt, dass sich in der Regel eine barrierefreie Haltestelle am platzsparendsten als Fahrbahnrandhaltestelle errichten lässt.
Im Bezirk Wandsbek befinden sich die Busumsteigeanlagen U Wandsbek Markt, Bf. Tonndorf, Bf. Rahlstedt und S Poppenbüttel.
Die Anlage U Wandsbek Markt hat die Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht. Ein Ausbau, auch im Zusammenhang mit der städtebaulichen Weiterentwicklung des Kerngebiets Wandsbek, ist dringend geboten.
Die Busanlage Bf. Rahlstedt wird zurzeit ausgebaut und für zukünftige Bedarfe (u.a. in Verbindung mit der neuen Schnellbahnlinie S4) ertüchtigt. Die Anlage Bf. Tonndorf soll ebenfalls für künftige Anforderungen im Rahmen der S4 ausgebaut werden. Die Planungen dafür sind aber noch nicht abgeschlossen.
Die neue Busanlage S Poppenbüttel wurde 2009 in Betrieb genommen.
Bussonderfahrstreifen sind auf stauanfälligen Streckenabschnitten während der Verkehrsspitzenzeiten ein hervorragendes Mittel zur Verstetigung und Optimierung des Busverkehrs. Neben der Reisegeschwindigkeit zählt die Pünktlichkeit – und damit auch die Verlässlichkeit von Anschlüssen – zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen des ÖPNV. Im Vergleich zu anderen Städten sind in Hamburg bislang nur wenige Strecken des Busverkehrs mit Bussonderfahrstreifen ausgestattet.
In allen Bezirken muss die Umsetzung von Bussonderfahrstreifen daher verstärkt geprüft und – wo sinnvoll – eingerichtet werden, um den Bussen auch auf stark frequentierten Strecken eine zuverlässige und zügige Fahrt zu ermöglichen.
Die jüngsten Änderungen des Straßenverkehrsrechts haben die Rahmenbedingungen dafür spürbar verbessert. Aber auch Kombinationen von Bussonderfahrstreifen in der Hauptverkehrszeit und Parkraum in den Nebenzeiten sind möglich. Dafür gibt es im Bezirk Wandsbek z.B. an der Harksheider Straße oder an der Poppenbüttler Hauptstraße gelungene Beispiele.
Ausbau der Busbevorrechtigung an Lichtsignalanlagen (LSA) Von den 350 im Bezirk Wandsbek gelegenen LSA verkehren an 326 Busse im Linienverkehr. Von diesen 326 LSA sind 75 mit einer Busbevorrechtigung ausgestattet. Dies entspricht einer Quote von 23% und liegt damit unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 29%. Die Bevorrechtigung des Busverkehrs an den LSA ist ein wesentlicher Baustein zur Verbesserung von Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Reisegeschwindigkeit im Busverkehr. Unter anderem im Rahmen von Straßenbaumaßnahmen, auch des Bezirks, erfolgt ein stetiger Ausbau der Busbevorrechtigung.
Die Bezirksversammlung nimmt Kenntnis.
Keine Anlage/n
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