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Unterstützung von Musiker*innen in Zeiten der Corona-Pandemie Debattenantrag der Fraktionen Die Grünen und SPD, angemeldet zur Debatte von der Fraktion Die Grünen

Antrag

Bera­tungs­reihen­folge
Gremium
TOP
12.11.2020
Ö 4.2
Sachverhalt

 

Die finanzielle Situation von vielen Musiker*innen ist aktuell sehr schlecht und prekär. Auftritte und Veranstaltungen fallen reihenweise aus. Bars, Clubs, Cafés, Vereine und kulturelle Einrichtungen fahren ihr Programm seit dem ersten Lockdown im Frühjahr massiv runter. Dadurch entfallen die meisten Auftrittsmöglichkeiten und somit auch Haupteinnahmequellen von Musiker*innen. Auch jetzt im zweiten „Light-Lockdown“ schließt die Gastronomie und Auftritte sind auch unter Corona-Maßnahmen vorerst nicht möglich.

Leider erreichen die finanziellen Hilfsmittel nicht alle Musiker*innen, sei es nun der oder die gemeldete Berufsmusiker*in oder den oder die nicht gemeldeten Hobbymusiker*in. Es fließen 9 Milliarden Euro an die Lufthansa und natürlich fließen auch Hilfsgelder an die Kultur- und Kreativwirtschaft, aber nicht genug. Viele Musiker*innen haben den Eindruck, dass man sie vergisst.

 

Die Idee: Das zeitweise Erlauben von Straßenmusik mit Verstärker im öffentlichen Raum im Bezirk Wandsbek.

 

Für viele Musiker*innen lohnt es sich nicht ohne Verstärker zu spielen, weil es auf belebten Straßen schlicht weg zu laut ist und man die Instrumente und/ oder den Gesang nicht hören kann. Musiker*innen machen Musik. Das ist ihr Lebensinhalt. Das zeitweise Erlauben von Straßenmusik mit Verstärker im öffentlichen Raum im Bezirk Wandsbek stellt für Musiker*innen eine Möglichkeit dar, wieder das zu machen, was ihren Lebensinhalt füllt, nämlich Musik.

Natürlich kann man mit Straßenmusik seine Miete nicht bezahlen, aber wir können Musiker*innen trotzdem die Möglichkeit geben ihren Geldbeutel wieder zu füllen. Und das alles im öffentlichen Raum, wo das Infektionsrisiko niedriger ist, als in einer engen Bar oder einem Veranstaltungsraum, in dem man mit vielen Gästen sitzt und es oft keine ausreichende Belüftung gibt. Zusätzlich würde Straßenmusik ein Stück Kultur und Erlebnisqualität nach Wandsbek in Zeiten der Corona-Pandemie und diversen Lockdowns zurückholen.

 

Straßenmusik muss so verträglich sein, dass niemand gestört wird. Deswegen bedeutet das auch nicht, dass wir mit diesem Antrag Straßenmusik mit Verstärker oder weiteren Tonwiedergabegeräten Tür und Tor öffnen, ohne dies mit klaren Regelungen zu Spielzeit und Spielort zu versehen.

 

Dies vorausgeschickt möge die Bezirksversammlung Wandsbek folgendes beschließen:

 

Petitum/Beschluss

Die Bezirksverwaltung und die zuständigen Fachbehörden werden gebeten zu prüfen ob, in Abweichung von den bisherigen Regelungen, wenn es die jeweiligen Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zulassen, möglich ist bis zum 31.05.2021:

  1. Straßenmusik mit Verstärker im Bezirk Wandsbek für Musiker*innen zu erlauben. Diese müssen sich vorher bei der Verwaltung mit persönlichen Daten anmelden und den genauen Spielort angeben. Bei dieser Anmeldung können auch mehrere Spielorte angegeben werden.
  2. Die Darbietungen pro Standort auf maximal 1 Stunde (statt 30 Minuten) zu begrenzen. Danach ist ein anderer Standort aufzusuchen, der in einem Abstand von mindestens 150 Meter vom vorherigen liegen muss. Eine Rückkehr an einen vorherigen Standort ist frühestens nach 120 Minuten gestattet.
  3. Die Verwaltung wird gebeten geeignete Standorte zusammenzustellen, an denen Zugang zu elektrischen Anschlüssen ermöglicht werden. Außerdem soll an den Standorten ausreichend Fläche vorhanden sein, um mit entsprechenden Abständen auch unter Corona-Bedingungen die Darbietungen hören zu können.

 

Anhänge

keine Anlage/n