Antwort zur Anfrage Matthias Arft (AfD) und Ulf Bischoff (AfD): Fauna und Flora auf dem Areal des Bebauungsplanverfahrens Neugraben-Fischbek 67 (Fischbeker Reethen)
Letzte Beratung: 14.02.2023 Hauptausschuss Ö 1.1
Auf dem Areal des Bebauungsplanverfahrens Neugraben-Fischbek 67 (Fischbeker Reethen) siedeln derzeit noch Tier- und Pflanzenarten, die nach Abschluss der Bauarbeiten wahrscheinlich dort nicht mehr werden siedeln können. In der Sitzung des Stadtplanungsausschuss vom 28.3.2022 wurde angesprochen, dass dort siedelnde Tiere umgesiedelt werden sollen.
Vor diesem Hinterfrund fragen wir:
1. Wie groß ist die Fläche des Areals im Bebauungsplanverfahren Neugraben-Fischbek 67?
1.1 Wie groß ist derzeit die versiegelte Fläche auf dem Areal?
1.2 Wie groß wird die versiegelte Fläche auf dem Areal nach Abschluss aller Bauarbeiten sein?
2. Welche Tierarten sind derzeit auf dem Areal in welcher Zahl heimisch (Siedler und Besucher)?
2.1 Welche Tierarten werden davon bei realistischer Betrachtung nach Abschluss aller Bauarbeiten dort siedeln?
2.2 In welcher Anzahl werden sie nach Abschluss der Bauarbeiten dort siedeln (bitte nach Art differenziert)?
3. Wieviele Bäume stehen derzeit auf dem Areal?
3.1 Welche Arten sind das jeweils in welcher Anzahl?
3.2 Welche Bäume welcher Art werden in welcher Anzahl gefällt werden?
3.3 Welche Bäume in welcher Anzahl werden in welcher Anzahl neu gepflanzt werden?
4. Welche weiteren Planzenarten sind derzeit auf dem Areal in welcher Zahl heimisch?
4.1 Welche Pflanzenarten werden bei realistischer Betrachtung nach Abschluss aller Bauarbeiten dort siedeln?
4.2 Wieviele Individuen davon werden jeweils bei realistischer Betrachtung nach Abschluss aller Bauarbeiten dort siedeln (bitte nach Art differenziert)?
4.3 Welche weiteren Pflanzenarten werden dort neu in welcher Anzahl angesiedelt werden?
5. Übersiedlung von Fauna und Flora aus dem Baugebiet
5.1 Welche Tier- und Pflanzenarten können in welcher Anzahl aus dem Baugebiet in andere Lebensräume umgesiedelt werden (bitte nach Art differenziert)?
5.2 In welche Gebiete werden diese Tiere und Pflanzen umgesiedelt werden (bitte nach Art differenziert)?
5.3 Sollen und können alle Individuen ggf. in neue Lenbensräume umgesiedelt werden?
5.3.1 Wenn nicht, in welcher Anzahl werden Tiere und Pflanzen umgesiedelt werden (bitte nach Art differenziert)?
FREIE UND HANSESTADT HAMBURG
Bezirksamt Harburg
12. April 2021
Das Bezirksamt Harburg nimmt zu der kleinen Anfrage Matthias Arft und Ulf Bischoff (AfD) (Drs. 21-2101) wie folgt Stellung:
Vorbemerkung: Das Bebauungsplanverfahren Neugraben-Fischbek 67 (Fischbeker Reethen) befindet sich in der Bearbeitung. Daher sind die nachfolgenden Infomationen als Zwischenstand zu verstehen. Das städtebauliche Ziel der Aufstellung dieses Bebauungsplanes ist die Schaffung von Planungsrecht für die Entwicklung eines Wohn- und Gewerbestandort für Wohnnutzungen, zur Unterbringung eines Sportplatzes und für Gewerbeflächen zur Ansiedlung von u.a. wissensbasiertem Gewerbe und Handwerk als moderne Gartenstadt das 21. Jahrhunderts.
1. Wie groß ist die Fläche des Areals im Bebauungsplanverfahren Neugraben-Fischbek 67?
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanverhrens NF67 umfasst 106 Hektar.
1.1 Wie groß ist derzeit die versiegelte Fläche auf dem Areal?
Der derzeit versiegelte Bereich (d.h. Siedlungs- und Verkehrsflächen) im Areal des B-Planverfahrens umfasst eine Flächen von ca. 4 ha.
1.2 Wie groß wird die versiegelte Fläche auf dem Areal nach Abschluss aller Bauarbeiten sein?
Das neue Stadtquartier Fischbeker Reethen, in dem naturverbundenes Wohnen und innovative Arbeitswelten nebeneinander möglich sind, umfasst ein Gebiet von ca. 70 ha. Als versiegelte Flächen sind neben den erforderlichen Erschließungsflächen (ca. 17 ha) insbesondere die Nettobauflächen von Wohnen (inkl. Urbanes Gebiet), Schule und Gewerbe mit ca. 30 ha hervorzuheben.
2. Welche Tierarten sind derzeit auf dem Areal in welcher Zahl heimisch (Siedler und Besucher)?
Nachgewiesen wurden im Rahmen der faunistischen Erfassungen für das Planverfahren zwischen 2016 und 2018 folgende Tierarten:
58 Brutvogelarten
6 Gastvogelarten
8 Fledermausarten
3 Amphibienarten
9 Libellenarten
17 Tagfalterarten
15 Heuschreckenarten
2.1 Welche Tierarten werden davon bei realistischer Betrachtung nach Abschluss aller Bauarbeiten dort siedeln?
Alle 34 im Stadtgebiet Hamburgs verbreiteten, ungefährdeten Brutvogelarten sowie 8 weitere Brutvogelarten können nach Realisierung voraussichtlich im Plangebiet siedeln oder in räumlich angrenzende Bereiche ausweichen. Weitere 16 Arten können durch die Realisierung umfangreicher vorgezogener Ausgleichsmaßnahmen auf ca. 50 ha innerhalb und außerhalb des Plangebiets ihre Lebensräume behalten.
Alle nachgewiesenen Fledermausarten können das Plangebiet nach auch der Realisierung des Plans in selbem Umfang nutzen.
Für die Arten der Gruppen Amphibien, Libellen, Tagfalter und Heuschrecken, die allesamt nicht dem strengen Artenschutz unterliegen, ist dies auf Artebene nicht abbildbar, da dies nicht Gegenstand des Artenschutzgutachtens ist. Gleichwohl profitieren sie alle aber im hohen Maße von den umfassenden Ausgleichsmaßnahmen, die im Zuge des B-Planverfahrens erforderlich werden.
2.2 In welcher Anzahl werden sie nach Abschluss der Bauarbeiten dort siedeln (bitte nach Art differenziert)?
Eine genaue Individuenanzahl der einzelnen genannten Arten ist nicht möglich. Prognosen solcher Genauigkeit lassen sich mit realisitischem Aufwand nicht erzeugen. Für die im Rahmen des Artenschutzgutachtens genauer betrachteten streng geschützten Arten lässt sich aber sagen, dass es den heute im Plangebiet lebenden Populationen durch die Umsetzung der geplanten Ausgleichsmaßnahmen ermöglicht wird, im selben Umfang fortzubestehen.
3. Wieviele Bäume stehen derzeit auf dem Areal?
Ein Großteil der im Plangebiet vorkommenden Bäume befindet sich innerhalb geschlossener, flächenhafter Gehölzbestände sowie in Feldhecken, Baumreihen etc. Für diese Bäume ist keine gesonderte Einzelbaumerfassung durchgeführt worden. In Saumstreifen am Bahndamm, entlang der ehemaligen Panzerrampe, an der Rethenbek, in der Ackerfläche, im Grünland östlich der Panzerrampe und entlang der Voßdrift sind insgesamt 26 einzelne Bäume kartiert worden.
3.1 Welche Arten sind das jeweils in welcher Anzahl?
Die erfassten Einzelbäume setzen sich aus 22 Eichen, 1 Birke, 1 Weide, 1 Platane und 1 Kiefer zusammen.
3.2 Welche Bäume welcher Art werden in welcher Anzahl gefällt werden?
Für den Bereich Voßdrift erfolgte im Zusammenhang mit der Erschließungsplanung u. a. eine gesonderte Vermessung der Einzelbäume. Die Erschließungsplanung ist so optimiert, dass alle der in 2018 / 2019 erfassten Bäume erhalten werden können. Lediglich im Bereich der geplanten Wendeschleife könnte es zu 2 Baumfällungen kommen, die ermittelt werden, die zusätzlich aufgemessen und in der vorliegenden Kartierung noch nicht enthalten sind. Eine nähere Artbestimmung wird im Rahmen der in 2022 durchzuführenden Nachkartierungen vorgenommen. Im Bereich des geplanten Vogelschutzgrabens entlang der Bahnlinie sind voraussichtlich 2 Eichen zu fällen. Eine weitere Eiche ist im Bereich des Urbanen Gebiets nördlich der Gründerstraße zu fällen.
Hinweis: Die Darstellung bezieht sich nicht auf Bäume, die innerhalb flächenhafter Gehölzbestände im Rahmen der Planung zu fällen sind.
3.3 Welche Bäume in welcher Anzahl werden in welcher Anzahl neu gepflanzt werden?
Der Bebauungsplanentwurf sieht eine Festsetzung durch Durchgrünung der Allgemeinen Wohngebiete und der Urbanen Gebiete durch Baumpflanzungen vor, die jeweils auf eine anteilige Grundstücksfläche bezogen ist. Eine weitere Begrünungsfestsetzung sieht die Pflanzung von Bäumen auf ebenerdigen Stellplatzanlagen vor. Darüber hinaus werden gemäß der Funktionsplanung Bäume in öffentlichen Grünflächen, in Straßenraum sowie in Flächen für die Wasserwirtschaft neu geplanzt. Derzeit kann von rd. 900 Neupflanzungen ausgegangen werden.
4. Welche weiteren Planzenarten sind derzeit auf dem Areal in welcher Zahl heimisch?
Im Rahmen der in 2018 / 2019 durchgeführten Biotoptypenkartierung sind jeweils für einen Biotoptyp die wertbestimmenden Pflanzenarten erfasst worden. Es wurden rd. 35 heimische Gehölzarten und rd. 50 heimische krautige Arten / Gräser aufgenommen.
4.1 Welche Pflanzenarten werden bei realistischer Betrachtung nach Abschluss aller Bauarbeiten dort siedeln?
In den neu entstehenden Baugebieten und Grünflächen wird sich ein breites Spektrum an heimischen Arten ansiedeln. Grundlage ist eine Pflanzenliste, die zur Anwendung kommen soll (siehe Pflanzenliste Anlage).
4.2 Wieviele Individuen davon werden jeweils bei realistischer Betrachtung nach Abschluss aller Bauarbeiten dort siedeln (bitte nach Art differenziert)?
Eine genaue Individuenanzahl der einzelnen genannten Arten ist nicht möglich. Prognosen solcher Genauigkeit lassen sich mit realisitischem Aufwand nicht erzeugen.
4.3 Welche weiteren Pflanzenarten werden dort neu in welcher Anzahl angesiedelt werden?
Die Pflanzenliste beinhalt Vorschläge für Schling- und Kletterpflanzen für eine Fassadenbegrünung. Für den Rethenbek-Grünzug und den Fischbeker Boulevard sind u.a. heimische Stauden und Gewürzpflanzen in der Pflanzenliste vorgesehen, die den Blüh- und Insektenreichtum fördern sollen. Weiterhin können in urbanen Bereichen und / ober besonders extremen Pflanzstandorten im Siedlungsbereich auch sogenannte klimaverträgliche Laubbäume verwendet werden (siehe Pflanzenliste Anlage).
5. Übersiedlung von Fauna und Flora aus dem Baugebiet
5.1 Welche Tier- und Pflanzenarten können in welcher Anzahl aus dem Baugebiet in andere Lebensräume umgesiedelt werden (bitte nach Art differenziert)?
Es findet keinerlei Umsiedlung von Pflanzen und Tieren im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens NF67 statt. Für 6 Brutvogelarten (Stieglitz, Bluthänfling, Gelbspötter, Goldammer, Nachtigall, Neuntöter) werden aber innerhalb, für drei Arten (Wachtelkönig, Feldlerche und Wiesenschafstelze) auch teilweise außerhalb des Plangebietes Ersatzlebensräume im Rahmen vorgezogener Ausgleichsmaßnahmen hergestellt.
Für die Fledermausart Braunes Langohr werden 6 Ersatzquartiere (Fledermauskästen) innerhalb des Plangebietes eingerichtet.
5.2 In welche Gebiete werden diese Tiere und Pflanzen umgesiedelt werden (bitte nach Art differenziert)?
Tiere:
Betroffene Art |
Ziel der Maßnahme |
Maßnahmenbeschreibung |
Größe |
Wachtelkönig |
Entwicklung von Brut- und Nahrungshabitaten |
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29,2 ha |
Bluthänfling |
Entwicklung von Brut- und Nahrungshabitaten |
|
360 lfd. m |
Stieglitz |
Entwicklung von Brut- und Nahrungshabitaten |
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0,9 ha (Plangebiet) |
Feldlerche |
Entwicklung von Brut- und Nahrungshabitaten |
|
16,8 ha davon |
Braunes Langohr |
Einrichtung von |
|
- |
5.3 Sollen und können alle Individuen ggf. in neue Lenbensräume umgesiedelt werden?
s. 5.1
5.3.1 Wenn nicht, in welcher Anzahl werden Tiere und Pflanzen umgesiedelt werden (bitte nach Art differenziert)?
s. 5.1
Fredenhagen
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