21-0111.01

Antwort zur Anfrage CDU betr. Bienenstöcke auf dem Harburger SDZ

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 09.03.2021 Hauptausschuss Ö 2.76

Sachverhalt

Ende Juni 2013 war Harburg im Rahmen der Aktion "Hamburg summt! Mit der Biene als Botschafterin zu mehr StadtNatur" der erste Hamburger Bezirk, der auf einem öffentlichen Gebäude einen städtischen Bienenstandort geschaffen hat. Auf dem Sozialen Dienstleistungszentrum (SDZ) waren seitdem 150.000 Honig-Bienen in drei grünen Bienenstöcken zu Hause und labten sich an der Dachbepflanzung aus Sedum, Mauerpfeffer und Steinbruch. Betreut wurden die Stöcke vom Imker Thomas Krieger.

Mit der Beteiligung an dem Hamburg- und bundesweit ausgerichteten Bienenprojekt leistete der Bezirk als "urbaner Gärtner" Naturschutz und Sensibilisierungsarbeit für das Thema Stadt und Natur.

Lange hat man nun nichts mehr von den Bienen auf dem SDZ-Dach gehört.

Daher fragen wir die Verwaltung:

1. Gibt es die Bienenstöcke auf dem SDZ noch?

2. Durch wen werden sie gepflegt?

3. Gibt es, wie seinerzeit beabsichtigt, Kooperationen mit Kitas und Schulen (z. B. zum Honigschleudern). Wenn ja, bitte benennen.

4. Wer betreut das Projekt behördenseitig?

5. Gibt es Handlungsbedarf für eine erfolgreichere Fortführung des Projektes, auch vor dem Hintergrund der Sensibilisierung für Bienen als wichtige Insekten?

6. Im Flyer des SDZ wird nicht auf das Projekt hingewiesen. Warum nicht?

Hamburg, am 01.08.2019

Ralf-Dieter Fischer Rainer Bliefernicht
Fraktionsvorsitzender Brit-Meike Fischer-Pinz

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

19. September 2019

Das Bezirksamt Harburg nimmt zu der Anfrage der CDU-Fraktion (Drs. 21-0111) wie folgt

Stellung:

Vorbemerkung:

Die in Berlin ansässige Stiftung „Mensch und Umwelt“ ist im Januar 2013 an das Bezirksamt mit der Bitte herangetreten, die von ihr getragene Initiative „Hamburg summt“ zu unterstüzen und die Aufstellung von Bienenstöcken auf dem Dach des Bezirksamtes zu ermöglichen. Übergeordnetes Anliegen der Initiative, die von der Stiftung zuvor bereits analog in anderen deutschen Großstädten umgesetzt wurde, ist es gemäß des damaligen Schreibens, mit der Biene als Botschafterin für mehr Stadtnatur zu werben.

In Beantwortung des Anliegens der Initiative wurde es durch das Bezirksamt - in Abstimmung mit der Sprinkenhof AG als damalige Gebäudeigentümerin - dem Hamburger Imker Herrn Krieger ermöglicht, seine Bienenstöcke auf dem Dach des SDZ-Gebäudes aufzustellen. Zwischen der Initiative und dem Imker wurde zudem eine befristete, zwischenzeitlich ausgelaufene privatrechtliche Vereinbarung geschlossen. Im Jahr 2015 wurden mit Erlaubnis des Bezirksamts außerdem durch einen zweiten Hamburger Imker weitere Bienenstöcke auf das SDZ-Dach verbracht. Sowohl die Pflege der Bienenvöker als auch ihre eventuelle Einbringung in etwaige Kooperationsprojekte mit Schulen, Kindergärten oder anderen Einrichtungen lagen und liegen ausschließlich in der Verantwortung der Imker, die das Eigentum an den Bienenvölkern haben. Auch vor dem Hintergrund, dass das Dach des SDZ-Gebäudes nicht für regelmäßigen Publikumsverkehr ausgelegt ist, hat der Imker entschieden, am SDZ-Dachstandort keine Kooperationsprojekte z. B. mit Kitas oder Schulen aufzubauen. Diese Entscheidung wird vom Bezirksamt respektiert.

Dies vorausgeschickt beantwortet das Bezirksamt die Fragen wie folgt:

1. Gibt es die Bienenstöcke auf dem SDZ noch?

Nein: Die Bienenstöcke des Imkers Krieger wurden bereits 2018 auf Entscheidung des Imkers vom Dach genommen. Die Bienenstöcke des zweiten Imkers wurden am 1.7.2019 umgesiedelt und befinden sich nun auf Anregung des Bezirksamts auf dem Gelände des bezirklichen Bauhofs.

2. Durch wen werden sie gepflegt?

Die Bienenstöcke werden durch die jeweiligen Imker gepflegt.

3. Gibt es, wie seinerzeit beabsichtigt, Kooperationen mit Kitas und Schulen (z. B. zum Honigschleudern). Wenn ja, bitte benennen.

Nein, siehe Vorbemerkung.

4. Wer betreut das Projekt behördenseitig?

Es handelt sich um ein privates Projekt, eine regelhafte Betreuung durch das Bezirksamt über die Gestellung der Fläche und Ermöglichung des Zugangs ist daher nicht erfolgt

5. Gibt es Handlungsbedarf für eine erfolgreichere Fortführung des Projektes, auch vor dem Hintergrund der Sensibilisierung für Bienen als wichtige Insekten?

Das Projekt liegt in Verantwortung der die Initiative „Hamburg summt“ tragenden privaten Stiftung. Inwieweit dort Handlungsbedarf gesehen wird, ist dem Bezirksamt nicht bekannt.

Durch das Bezirksamt wird dem Imker, der seine Bienenstöcke zum 1.7.2019 vom Dach des SDZ-Gebäudes genommen hat, mit dem Bauhofgelände eine alternative, geeignete Fläche zur Verfügung gestellt.

6. Im Flyer des SDZ wird nicht auf das Projekt hingewiesen. Warum nicht?

Der Flyer des SDZ stellt auf die durch die Organisationseinheit SDZ regelhaft erbrachten Dienstleistungen ab. Die Beherbergung von Bienenstöcken gehört hierzu nicht.

Fredenhagen

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