21-0224.01

Antwort zur Anfrage AfD betr. Belegung der Unterkünfte für Migranten und Flüchtlinge- wie ist der aktuelle Stand?

Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG

Letzte Beratung: 14.01.2020 Hauptausschuss Ö 5.16

Sachverhalt

Harburg ist einer der am stärksten belasteten Bezirke Hamburgs aufgrund seines hohen Anteils an sozialhilfeberechtigten Mitbürgern und Bürgern mit Migrationshintergrund sowie Migranten im Allgemeinen. Nicht zuletzt durch die Schließung einiger katholischer Schulen spitzt sich die Belegsituation in den übrigen Schulen zu, in Kitas ebenso. Um einen Arzttermin zu bekommen, muss der Patient zum Teil bis zu mehreren Monaten Wartezeit in Kauf nehmen. Die Bevölkerungszahl explodiert geradezu durch die beiden Neubaugebiete Fischbeker Heidbrook und Fischbeker Reethen, die nach dem Neubaugebiet Vogelkamp errichtet wurden und werden. Bei all dem hinkt die Infrastruktur hinterher.

Vor diesem Hintergrund fragen wir

Wie ist die aktuelle Belegsituation in den Harburger Unterkünften? Bitte zu jedem der folgenden Standorte alle folgenden Fragen beantworten:

Standort Cuxhavener Straße 564, Am Ascheland I, Am Ascheland II, Neuenfelder Fährdeich, Am Radeland, Stader Straße, Harburger Binnenhafen Wohnschiff Transit, Lewenwerder I, Lewenwerder II, Wetternstraße, Osterbaum, Rotbergfeld, Winsener Straße, Sinstorfer Kirchweg:

1. Wie viele Wohnungslose, wie viele Flüchtlinge (Männer, Frauen und/oder Kinder) wohnen in der jeweiligen Unterkunft aktuell und welche Abgänge/Zugänge sind in den kommenden Monaten wohin geplant?

2. Wie viele Wohnungslose, wie viele Flüchtlinge (Männer, Frauen und/oder Kinder) wohnen in der jeweiligen Unterkunft seit Beginn der Einrichtung, welche Abgänge/Zugänge gab es seither?

3. Wie viel Personal (Pädagogisches Fachpersonal, Putzkräfte, Wachdienste) arbeitet am jeweiligen Standort? Bitte seit Bestehen der Unterkunft darstellen.

4. Wie hoch sind die monatlichen Personal- und Betriebskosten (inkl. Nebenkosten) am jeweiligen Standort und wie stellt sich diese Entwicklung seit Bestehen der Einrichtung dar?

5. Welche Kosten fielen seit Inbetriebnahme der jeweiligen Unterkunft für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an?

6. Wie viele schulpflichtige Kinder sind in der jeweiligen Unterkunft beherbergt und welche Schulen besuchen sie?

7. Wie viele Personen wechselten seit Beginn 2018 aus welcher Unterkunft in eine Unterkunft mit Perspektive Wohnen (UPW) und in welche?

8. Wie viele der in der jeweiligen Unterkunft lebenden Flüchtlinge verfügen über eine Arbeitserlaubnis? Und wie viele dieses Personenkreises gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach?

Wie viele zahlen in welcher Unterkunft ihre Miete „aus eigener Tasche“?

9. Wie viele der in der jeweiligen Unterkunft lebenden Flüchtlinge haben seit Bestehen der Einrichtung die Erlaubnis genutzt, Hamburg für eine Woche zu verlassen? Bedarf/bedurfte es hierzu einer Erlaubnis und wer überprüft das?

10. Wie viele Unterkünfte mit der Perspektive Wohnen stehen im Bezirk wie vielen Personen/Familien in welchen Größen zur Verfügung? Wie teuer ist der Mietpreis pro Quadratmeter und wer ist Vermieter?

Wie viele zahlen in welcher Unterkunft ihre Miete „aus eigener Tasche“?

11. Wie viele UPW sind im Bezirk in Planung und wie viele Flüchtlinge sollen innerhalb welchen Zeitraumes die örU wohin verlassen?

12. Welche Unterkünfte werden wann als Reservestandort ausgewiesen? Welche werden abgebaut?

11.10.2019 MW

BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG

Der Vorsitzende 27.11.2019

Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration nimmt zu der Anfrage der AfD-Fraktion (Drs. 21-0224) wie folgt Stellung:

Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) nimmt teilweise auf Angaben von f & w fördern und wohnen AöR (f & w) und vom Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Hamburg-Harburg (DRK) wie folgt Stellung:

Die Unterkunft „Am Aschenland II“ heißt „Am Röhricht“. Bei „Lewenwerder I und II“ handelt es sich um die öffentlich-rechtliche Unterbringung Lewenwerder nebst Erweiterung. Stichtag für alle Daten ist (sofern nicht anders angegeben) der 30. September 2019. Die Reduzierung von Plätzen nach Maßgabe der Bürgerverträge genießt weiterhin Priorität. In einem ersten Schritt wurden bis zum 30. September 2019 am Standort Plaggenmoor für die Folgeunterbringung genutzte Wohnungen mietvertraglich und genehmigungsrechtlich in reguläre Wohnungen umgewandelt und stehen jetzt dem allgemeinen Wohnungsmarkt zur Verfügung.

Für die Entwicklung seit Bestehen der Unterkünfte bis zum 28. Februar 2019 siehe Drucksache 20/4674.

  1. Wie viele Wohnungslose, wie viele Flüchtlinge (Männer, Frauen und/oder Kinder) wohnen in der jeweiligen Unterkunft aktuell und welche Abgänge/Zugänge sind in den kommenden Monaten wohin geplant?
  2. Wie viele Wohnungslose, wie viele Flüchtlinge (Männer, Frauen und/oder Kinder) wohnen in der jeweiligen Unterkunft seit Beginn der Einrichtung, welche Abgänge/Zugänge gab es seither?

Die Zu- und Abgänge in den einzelnen Unterkünften können nur sehr kurzfristig geplant werden. Eine Darstellung für die kommenden Monate ist daher nicht möglich. Bei der Belegungsplanung stehen eine bedarfsgerechte Nutzung der zur Verfügung stehenden Plätze sowie die Wahrung des sozialen Friedens im Vordergrund. Die Zu- und Auszüge beinhalten auch Geburten und Todesfälle da diese systemisch als Zu- bzw. Auszüge verbucht werden.

Unterkunft

Zuzüge seit 01.03.2019

Auszüge seit 01.03.2019

Rotbergfeld

35

49

Neuenfelder Fährdeich

87

95

Wetternstraße

26

34

Am Radeland

33

35

Lewenwerder

94

89

Am Aschenland

122

115

Winsener Straße

22

16

Sinstorfer Kirchweg

45

47

Cuxhavener Straße

58

64

Osterbaum

1

1

Stader Straße

0

13

WS Transit *

50

220

Am Röhricht

97

102

*Die Einrichtung ist seit Juni 2019 im Belegungsabbau, der zum 30.09.2019 abgeschlossen worden ist

Quelle: f & w

Im Übrigen siehe Anlage 1.

  1. Wie viel Personal (Pädagogisches Fachpersonal, Putzkräfte, Wachdienste) arbeitet am jeweiligen Standort? Bitte seit Bestehen der Unterkunft darstellen.
  2. Wie hoch sind die monatlichen Personal- und Betriebskosten (inkl. Nebenkosten) am jeweiligen Standort und wie stellt sich diese Entwicklung seit Bestehen der Einrichtung dar?
  3. Welche Kosten fielen seit Inbetriebnahme der jeweiligen Unterkunft für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an?

Siehe Anlagen 2 und 3.

  1. Wie viele schulpflichtige Kinder sind in der jeweiligen Unterkunft beherbergt und welche Schulen besuchen sie?

Unterkunft

Kinder im Alter von 6-17 Jahren

Rotbergfeld

56

Neuenfelder Fährdeich

63

Wetternstraße

26

Am Radeland

20

Lewenwerder

78

Am Aschenland

77

Winsener Straße

95

Sinstorfer Kirchweg

48

Cuxhavener Straße

42

Osterbaum

3

Stader Straße

4

WS Transit*

entfällt

Am Röhricht

107

* Belegungsende: 30.09.2019

Quelle: f & w (Stichtag 30.09.2019)

Die Behörde für Schule und Berufsbildung erfasst die Kinder am Ort der Schule. Es kann daher keine Auswertung nach dem Wohnort vorgenommen werden.

Grundschülerinnen und Grundschüler in Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) und Regelklassen können wohnortnah beschult werden. IVK und Basisklassen sowie Regelklassen an weiterführenden Schulen können in einem weiten Umkreis über den öffentlichen Personennahverkehr erreicht werden. Die Beschulung erfolgt überwiegend an weiterführenden Schulen im Bezirk Harburg.

Folgende Basisklassen und IVK stehen derzeit im Bezirk Harburg für eine Beschulung zur Verfügung:

Schulform

Schulname

Klassen-stufe

Klassen-art

Anzahl SuS* in der Klasse

Grundschule

Georg-Kerschensteiner-Grundschule

3/4

IVK

17

Grundschule

Grundschule An der Haake

1/2

IVK

12

Grundschule

Grundschule An der Haake

3/4

IVK

14

Grundschule

Schule Arp-Schnitger-Stieg

3/4

IVK

7

Grundschule

Schule Dempwolffstraße

1/2

IVK

14

Grundschule

Schule Dempwolffstraße

3/4

IVK

15

Grundschule

Schule Rönneburg

1/2

IVK

5

Grundschule

Schule Scheeßeler Kehre

1/2

IVK

5

Grundschule

Schule Scheeßeler Kehre

3/4

IVK

10

Gymnasium

Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

7/8

IVK

11

Gymnasium

Friedrich-Ebert-Gymnasium

5/6

IVK

11

Gymnasium

Friedrich-Ebert-Gymnasium

5/6

IVK

14

Gymnasium

Gymnasium Süderelbe

5/6

IVK

13

Gymnasium

Gymnasium Süderelbe

7/8

IVK

17

Gymnasium

Heisenberg-Gymnasium

7/8

IVK

15

Gymnasium

Immanuel-Kant-Gymnasium

9

IVK

13

Stadtteilschule

Lessing-Stadtteilschule

5/6

IVK

13

Stadtteilschule

Lessing-Stadtteilschule

7/8

IVK

12

Stadtteilschule

Schule Maretstraße

1/2

IVK

14

Stadtteilschule

Schule Maretstraße

3/4

Basisklasse

9

Stadtteilschule

Stadtteilschule Ehestorfer Weg

5/6

Basisklasse

10

Stadtteilschule

Stadtteilschule Ehestorfer Weg

5/6

IVK

17

Stadtteilschule

Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg

5/7

Basisklasse

4

Stadtteilschule

Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg

10

IVK

18

Stadtteilschule

Stadtteilschule Süderelbe

5/6

IVK

12

Stadtteilschule

Stadtteilschule Süderelbe

7/8

IVK

17

Stadtteilschule

Stadtteilschule Süderelbe

9

IVK

16

Quelle: Daten der für Bildung zuständigen Behörde, Stand 21.10.2019

*Sus: Schülerinnen und Schüler

  1. Wie viele Personen wechselten seit Beginn 2018 aus welcher Unterkunft in eine Unterkunft mit Perspektive Wohnen (UPW) und in welche?

Siehe Drs. 20-4674 und Anlage 4.

  1. Wie viele der in der jeweiligen Unterkunft lebenden Flüchtlinge verfügen über eine Arbeitserlaubnis? Und wie viele dieses Personenkreises gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach? Wie viele zahlen in welcher Unterkunft ihre Miete „aus eigener Tasche“?

Siehe Drs. 20-4674.

„Selbstzahler“ sind Personen, die zwar in einer Wohnunterkunft leben, aber keine der oben genannten Sozialleistungen beziehen, sondern über eigenes Einkommen verfügen. Sie zahlen die Gebühr zumindest teilweise selbst.

Unterkunft

Anzahl der Selbstzahler*

Rotbergfeld

25

Neuenfelder Fährdeich

12

Wetternstraße

41

Am Radeland

24

Lewenwerder

20

Am Aschenland

42

Winsener Straße

17

Sinstorfer Kirchweg

14

Cuxhavener Straße

14

Osterbaum

2

Stader Staße

0

WS Transit*

entfällt

Am Röhricht

52

* Belegungsende: 30.09.2019

Quelle: f & w (Stichtag 30.09.2019)

  1. Wie viele der in der jeweiligen Unterkunft lebenden Flüchtlinge haben seit Bestehen der Einrichtung die Erlaubnis genutzt, Hamburg für eine Woche zu verlassen? Bedarf/ bedurfte es hierzu einer Erlaubnis und wer überprüft das?

Die Anzahl der erteilten Erlaubnisse zum Verlassen der Unterkunft der aktuell im ausländerbehördlichen Fachverfahren unter den Anschriften der Einrichtungen gemeldeten Personen ist der folgenden Übersicht zu entnehmen. Eine Auswertung früherer Bewohnerinnen und Bewohner, bei denen das Datum zum Verlassen der Unterkunft mit dem Zeitraum der Wohnsitznahme in der Einrichtung abgeglichen werden muss, ist systemseitig nicht möglich.

Standort

Anzahl Verlassenserlaubnisse

Am Aschenland

2

Am Radeland

1

Cuxhavener Straße

1

Lewenwerder

1

Rotbergfeld

2

Wetternstraße

2

Winsener Straße

4

Quelle: Einwohner-Zentralamt (Stand: 24. Oktober 2019)

  1. Wie viele Unterkünfte mit der Perspektive Wohnen stehen im Bezirk wie vielen Personen/ Familien in welchen Größen zur Verfügung? Wie teuer ist der Mietpreis pro Quadratmeter und wer ist Vermieter? Wie viele zahlen in welcher Unterkunft ihre Miete „aus eigener Tasche“?

Im Plaggenmoor sind 10 Selbstzahler. Im Übrigen siehe Vorbemerkung.

  1. Wie viele UPW sind im Bezirk in Planung und wie viele Flüchtlinge sollen innerhalb welchen Zeitraumes die örU wohin verlassen?
  2. Welche Unterkünfte werden wann als Reservestandort ausgewiesen? Welche werden abgebaut?

Siehe Antwort zu Frage 2 und Drs. 21/17099 sowie https://www.hamburg.de/contentblob/13074430/52915853efe7f71aa9831a0a76cff65a/data/lagebild-09-19.pdf. Darüber hinaus sind die Planungen noch nicht abgeschlossen.

Gez. Heimath

f.d.R. Martens