Antwort auf Kleine Anfrage CDU betr. Vermietung von Wohnraum an Touristen
Letzte Beratung: 12.03.2024 Hauptausschuss Ö 1.6
Seit einigen Jahren müssen Vermietungen von Ferienwohnungen angemeldet werden, um zu verhindern, dass in Hamburg knapper Wohnraum den Wohnungsmarkt dauerhaft entzogen wird.
Dazu werden Antragstellern sog. Wohnraumschutznummern zugeteilt.
Wir fragen die Verwaltung:
1. Wie viele Wohnraumschutznummern sind im Bezirk Harburg seit 2019 in den einzelnen Jahren erteilt worden?
2. In welchen Ortsteilen befinden sich die insoweit angebotenen Wohnungen?
3. Welche Wohnungsgrößen werden im Einzelnen angeboten?
4. Wie viele Mitarbeiter des Bezirksamtes sind damit befasst, die Einhaltung der Bestimmungen über Wohnraumschutz zu kontrollieren?
5. Geschieht dieses im Einzelfall auch durch Besichtigung der angebotenen Wohnungen?
6. In wie vielen Fällen ist die angemeldete beabsichtigte Vermietung unterbunden worden?
7. Hat sich aus Sicht der Bezirksverwaltung die 2019 eingeführte gesetzliche Regelung bewährt?
Hamburg, am 17.11.2023
FREIE UND HANSESTADT HAMBURG
Bezirksamt Harburg
13. Februar 2024
Das Bezirksamt Harburg nimmt zu der Kleinen Anfrage der CDU-Fraktion, Drs. 21-3444, wie folgt Stellung:
2019 |
2020 |
2021 |
2022 |
2023 |
2024 |
151 |
52 |
44 |
36 |
34 |
6 |
Eine entsprechende Statistik nach Ortsteilen wird durch das Verfahren Wohnraumschutznummer nicht unterstützt. Es müssten 323 vergebene Wohnraumschutznummern manuell ausgewertet werden. Das Verfahren Wohnraumschutznummer bietet die Möglichkeit einer Auszählung nach Postleitzahlen der Objekte, das Ergebnis wird hier hilfsweise angegeben:
21073 |
21075 |
21077 |
21079 |
21129 |
21147 |
21149 |
77 |
47 |
45 |
55 |
45 |
16 |
38 |
Für folgende Wohnungsgrößen wurde Wohnraumschutznummern erteilt:
Bis 100 m² |
101-200m² |
201-300 |
301-400 |
232 |
72 |
14 |
5 |
Der Bereich Wohnraumschutz ist derzeit mit einem Mitarbeiter auf 1,0 Stelle besetzt, eine 0,5 Stelle ist aktuell unbesetzt. Ein gesonderter Stellenanteil für die Ermittlung und Kontrolle der Wohnraumschutznummern ist nicht vorgesehen. Der tatsächliche Stellenanteil für diese Aufgaben variiert je nach Arbeitsanfall, ist aber aufgrund der Vielzahl der Aufgaben einerseits und der geringen Stellenausstattung in diesem Bereich andererseits relativ gering.
Das Bezirksamt besichtigt die angebotenen Wohnungen anlassbezogen.
Im Jahr 2023 wurde in einem Fall, der durch eine Anzeige Dritter ausgelöst wurde, die Vermietungstätigkeit vor Ort untersagt.
Die Einführung der Wohnraumschutznummer als Instrument zur Regulierung der Vermietung von Wohnraum an Touristen in Hamburg war aus Sicht des für den Vollzug im Bezirk Harburg zuständigen Fachamts ein wichtiger Schritt, um den zunehmenden Entzug von Wohnraum vom Wohnungsmarkt durch Vermietungen an wechselnde Nutzer entgegenzuwirken. Seit der Implementierung dieser Maßnahme lässt sich feststellen, dass die gesetzliche Regelung grundsätzlich positive Effekte mit sich gebracht hat.
Insbesondere die Ermittlungsarbeit im Rahmen des Wohnraumschutzes wurde durch die Einführung der Wohnraumschutznummer erheblich vereinfacht. Die Möglichkeit, Ferienwohnungen effektiver zu identifizieren und Verstöße gegen die Meldepflicht schneller aufzudecken, hat dazu beigetragen, die Einhaltung der Vorschriften zu verbessern und somit die Zweckentfremdung von Wohnraum einzudämmen.
Die konstante und flächendeckende Kontrolle der Einhaltung der diesbezüglichen Vorschriften steht allerdings im Spannungsverhältnis zu den relativ niedrigen Stellenanteilen, die für diesen Bereich zur Verfügung stehen
i.V. Trispel
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