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Antrag DIE LINKE betr.: Harburg für alle! - Hebung des Harburger Mahnmals gegen Faschismus, Krieg, Gewalt, für Frieden und Menschenrechte

Antrag

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27.02.2024
Sachverhalt

Das Harburger Mahnmal gegen Faschismus, Krieg, Gewalt, für Frieden und Menschenrechte wurde 1986 von den Künstlern Esther und Jochen Gerz geschaffen und 1993 durch seine vollständige Absenkung vermeintlich vollendet. Das Kunstwerk besteht aus einer 12 Meter langen und 1,5 Meter hohen Bronzesäule, die vollständig in den Boden versenkt ist. Auf die Säule wurden Unterschriften, mahnende Worte aber auch ausländerfeindliche Parolen geschrieben.

Die Intention des Mahnmals ist es, an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Gefahren von Faschismus, Krieg und Gewalt zu erinnern. Die Künstlerin Esther Gerz hat dazu gesagt: „Unser Mahnmal ist nicht dafür da, um bewundert zu werden, sondern um zu provozieren.“

Jochen Gerz sagte bei einem Besuch in Harburg, bei dem Mahnmal gehe es nicht um die Hardware (die Säule) sondern die Software (das Erinnern), die immer erneuert werden muss.

Die 30-jährige Untersenkung des Mahnmals hat dazu geführt, dass es in der Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen wird. Es zeigt sich, dass gerade in dieser Zeit es vielleicht doch ein Problem der Wirkung des Mahnmals als wichtiges Symbol des Widerstands gegen Faschismus und Gewalt ist.

Die Hebung des Mahnmals würde es wieder in den öffentlichen Raum bringen und seine Botschaft an ein breiteres Publikum vermitteln. Zudem würde es die Möglichkeit bieten, das Mahnmal zu restaurieren und die Inschriften auf der Säule zu erneuern.

Die Kosten für die Hebung des Mahnmals sind derzeit noch nicht absehbar. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sie nicht unerheblich sein werden. Die Verwaltung sollte daher prüfen, ob die Kosten durch öffentliche Mittel oder private Spenden getragen werden können.

Zudem wäre eine Aufbereitung der Entstehung und der Intentionen des Mahnmals durch eine kuratierende Projektgruppe eine gute Möglichkeit, um das Mahnmal wieder in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Die Projektgruppe könnte beispielsweise eine Ausstellung, eine Vortragsreihe oder eine öffentliche Diskussionsveranstaltung organisieren.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung Harburg möge beschließen, dass die Verwaltung mit den Künstlern Esther und Jochen Gerz Kontakt aufnimmt und die Möglichkeit des schrittweisen Hebens des Mahnmals erörtert.

Die Verwaltung möge zudem folgende Fragen prüfen:

  • Welche Kosten würden mit der Hebung des Mahnmals verbunden sein?
  • Können diese Kosten durch Finanzmittel etwa des Hamburger Sanierungsfonds, Mittel der Behörde für Kultur und Medien oder private Drittmittel getragen werden?
  • Könnte eine kuratierende Projektgruppe unter Beteiligung des Harburger Stadtmuseums und der Initiative Gedenken in Harburg die Entstehung und mit dem Mahnmal verbundenen Intentionen aufbereiten, um den mahnenden Charakter des Kunstwerkes wieder in den öffentlichen Diskurs zu bringen?