22-2009

Anfrage SPD betr. Hamburg Service Süderelbe

Anfrage gem. § 27 BezVG

Sachverhalt


Hamburg Service, Bürgerdienste, Ortsamt, Bürgeramt, es sind viele Namen, unter denen die Menschen in Süderelbe ihren Service vor Ort kennen. Hier können sie am Neugrabener Markt an fünf Tagen in der Woche Personalausweise und Reisepässe beantragen, sich in ihrer neuen Wohnung anmelden und vieles mehr. Früher ging das auch noch ganz ohne Termin, jedoch mit teilweise langer Wartezeit. Mittlerweile muss man einen Termin vereinbaren. Online über das Hamburg Service Portal oder telefonisch über die Behördennummer 115. Dafür hat man aber auch kaum Wartezeit. Der Service funktioniert und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor Ort sind freundlich und kompetent. Das Bild von der Amtsstube ist schon lange aus den Köpfen verschwunden.

Nach einem Bericht des NDR könnten nun aber drei Bürgerservice-Standorte in Hamburg bald geschlossen werden. Entsprechende Überlegungen hat der für die Bezirke zuständige Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) auf Anfrage von NDR 90,3 bestätigt. In den betroffenen Stadtteilen sollen stattdessen mobile Teams zum Einsatz kommen. Betroffen sind Blankenese, Niendorf und auch Süderelbe. Laut NDR spricht der Finanzsenator von einer "Angebotsveränderung".

Wir haben in Süderelbe und gerade in Neugraben-Fischbek die letzten großen Bevölkerungsentwicklungen der Stadt Hamburg. Mit Vogelkamp Neugraben, Fischbeker Heidbrook und Fischbeker Reethen sind es alleine rund 5.500 neue Wohneinheiten. Mit Nachverdichtungen wird die Marke von 6.000 problemlos überschritten. Es leben schon jetzt über 60.000 Menschen in der Region. Sie brauchen den Service vor Ort. Viele können die bereits vorhandenen Onlinedienste aus unterschiedlichen Gründen nicht nutzen. Nicht alle verfügen über die notwendigen technischen Voraussetzungen oder haben ausreichend Erfahrung im Umgang mit digitalen Verwaltungsangeboten. Die Einrichtung eines Servicekontos sowie die Nutzung des Online-Ausweises, der eID und der AusweisApp können zusätzliche Hürden darstellen. Und wenn wir uns die katastrophale Mobilfunkanbindung in Sandbek und Heidbrook ansehen, scheitern auch viele alleine daran, dass es hier einfach kein funktionierendes Netz gibt.

Gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in das Funktionieren des Staats immer mehr abnimmt, muss der Staat umso mehr zeigen, dass er für die Bürger:innen vor Ort da ist und sich um sie kümmert.

Wir bitten um Beantwortung

(A) Auslastung:

Bitte jeweils angeben für die Jahre 2025 und 2026 (laufend), unterteilt nach Standort Süderelbe und Standort Harburg

1. Wie viele Kunden wurden im Durchschnitt täglich bedient?

2. Wie viele Dienstleistungen wurden wurden täglich erbracht?

3. Wie viele Termine davon wurden vorab online gebucht?

4. Wie viele Termine davon wurden vorab telefonisch gebucht?

5. Wie viele Dienstleistungen wurden für Bürgerinnen und Bürgern aus dem Bezirk Harburg (möglichst aufgeteilt nach Region Harburg und Region Süderelbe) digital erbracht?

6. Was sind die zahlenmäßig häufigsten fünf nachgefragten Dienstleistungen (aufgeteilt nach Standort und zusätzlich der digital erbrachten Leistungen)?

(B) Service:

1. Welche Öffnungszeiten haben die beiden Kundenzentren im Bezirk Harburg?

2. Wie viele VZÄ stehen jeweils zur Verfügung? (SOLL und IST)

3. Gab es 22026 oder 2026 Überlastungsanzeigen (Art und Umfang)?

4. Welche Kundenbewertungen liegen für das Jahr 2026 vor (Zahl der Bewertungen und Kundenzufriedenheit (Anteil „zufrieden“ und „sehr zufrieden“))?

5. Welche Dienstleitungen können derzeit noch nicht digital angeboten werden und bis wann ist ggfs. ein entsprechendes digitales Angebot geplant?

(C) Bevölkerung:

1. Wie ist Bevölkerungsstand und -entwicklung in Neugraben-Fischbek, Region Süderelbe, Bezirk Harburg im Jahr 2000, 2020, 2025 (jeweils Stichtag 31.12.) und welche Entwicklung wird in den kommenden Jahren unter Betrachtung der bekannten Baugebiete, Nachverdichtungen und Wohnungsbaupotenziale erwartet (bis 2030)?

Lokalisation Beta
Neugrabener Markt Fischbeker Reethen Sandbek Durchschnitt Blankenese

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.