21-3928

Taubenschlag in Barmbek - ein Pilotprojekt des Bezirksamtes HH-Nord

Mitteilungsvorlage Bezirksamt

Bera­tungs­reihen­folge
Gremium
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15.12.2022
05.12.2022
Sachverhalt


Vor dem Hintergrund einer anhaltenden Beschwerdelage zum Taubendreck am Barmbeker Bahnhof hat sich der Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg in mehreren Sitzungen Sitzungen mit dieser Thematik befasst und in seiner Sitzung am 19.04.2021 auf Grundlage der Drucksachen–Nr.: 21-2218 einstimmig die Beschlussempfehlung verabschiedet, im Rahmen der geplanten Taubenvergrämungsmaßnahmen Schilder mit dem Verweis auf das Fütterungsverbot für Tauben anzubringen und das Fütterungsverbot entsprechend zu kontrollieren.

Zudem hat der Ausschuss in seiner Sitzung am 14.06.2021 auf Grundlage der Drucksachen–Nr.: 21-2440 ebenfalls einstimmig im Rahmen seiner Beschlussempfehlung u.a. darum gebeten, zur Standortsuche für einen betreuten Taubenschlag „Kontakt mit allen (teil-) öffentlichen Gebäudeeigentümer*innen rund um den Barmbeker Bahnhof“ aufzunehmen. Das Bezirksamt wurde darüber hinaus gebeten, einen geeigneten Träger für einen solchen Taubenschlag zu suchen und den Finanzbedarf zu dessen Errichtung sowie für dessen Betreuung innerhalb eines Pilotzeitraums von zwei Jahren zu ermitteln.

Der Hauptausschuss folgte der Beschlussempfehlung vom 19.04.2021 in seiner Sitzung am 04.05.2021 (Drucksachen–Nr.: 21-2250) bzw. die Bezirksversammlung der Beschlussempfehlung vom 14.06.2021 in ihrer Sitzung am 17.06.2021 (Drucksachen–Nr.: 21-2479).

 

Ergänzend dazu stellte die Bezirksversammlung in ihrer Sitzung vom 15.09.2022 (Drucksachen–Nr.: 21-3774) aus bezirklichen Mitteln im Rahmen eines Pilotprojekts zunächst bis zu 50.000 Euro für Anschaffung und Unterhalt eines zu errichtenden Taubenschlags auf dem VBG-Gebäude am Barmbeker Bahnhof zur Verfügung. Die Betreuung des Taubenschlags soll durch eine noch bei der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz zu beantragende FÖJ-Stelle mit enger Anbindung an das bezirkliche Schwanenwesen sichergestellt werden.

 

 

Das Bezirksamt nimmt hierzu wie folgt Stellung:

Es wurden Anfang des Jahres 2022 diverse Vergrämungsmaßnahmen umgesetzt, die das Problem nicht beheben konnten, sondern lediglich verlagert haben. 

 

Deshalb bzw. auf Grundlage o.g. Beschlusslage hatte das Bezirksamt „Kontakt mit allen (teil-) öffentlichen Gebäudeeigentümer*innen rund um den Barmbeker Bahnhof“ (Drucksachen-Nr. 21-2440 bzw. -2250) aufgenommen. Im Ergebnis dieser Kontaktaufnahme stand die VBG der Idee für das Pilotprojekt grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber; in einem Gespräch im Januar d.J. hat sie daraufhin ihre Zustimmung zu diesem den Standort zunächst mündlich zugesichert und dann im September d.J. schriftlich bestätigt.

Nach erfolgter Klärung des Standortes konnte durch die Zustimmung der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz (BJV) zur Finanzierung einer FÖJ-Stelle nunmehr auch die Betreuung des künftigen Taubenschlags im Rahmen eines Pilotprojekts geklärt werden.

Zusammen mit dem o.g. Beschluss der Bezirksversammlung vom 15.09.2022 (Drucksachen–Nr.: 21-3774) über die Bereitstellung der erforderlichen Mittel für Anschaffung und Unterhalt eines zu errichtenden Taubenschlags sind damit die drei Grundvoraussetzungen zur Realisierung eines Taubenschlags

  1. Standort,
  2. Finanzierung,
  3. Betreuung

gegeben und mit der Realisierung kann begonnen werden.

 

Die Voraussetzungen an dem zugesagten Standort sind insbesondere aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Hotspot sehr gut.

Bei dem Schlag handelt es sich um ein Pilotprojekt, dessen Ausgang entsprechende Rückschlüsse für künftige Betrachtungen erwarten lässt. Es wurden hier Erfahrungen aus anderen Städten (hier: insbes. Aachen) bezüglich bereits existierender Schläge berücksichtigt. Der Schlag ist nicht die alleinige finale Lösung, sondern trägt lediglich dazu bei, die Tiere zunächst an den Schlag zu binden, die Gelege leicht zugängig zu machen und entsprechend eine gezielte Eientnahme zu ermöglichen. Mittel- und langfristig soll dadurch an dieser Örtlichkeit eine sanfte Reduzierung der Anzahl der Tauben insgesamt erreicht werden, so dass hier im Öffentlichen Raum wieder eine friedliche Koexistenz mit den Menschen möglich ist. Lediglich im Zusammenspiel mit Futterreduktion im Umfeld, intensiver Öffentlichkeitsarbeit, Berücksichtigung bei zukünftigen Bauvorhaben und notwendigen Vergrämungsmaßnahmen kann diese Maßnahme zu nachhaltigem Erfolg führen.

 

Eine Ausschreibung für den Taubenschlag in Barmbek, der absprachegemäß in Containerbauweise gebaut werden soll, ist in Vorbereitung.

Es wurde Kontakt mit dem Hamburger Stadttaube e.V. aufgenommen, der bereits zwei Schläge in Containerbauweise betreibt sowie mit der Stadt Lüneburg, die aktuell 2 Schläge in Containerbauweise in Betrieb nimmt.

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.


Michael Werner-Boelz)