22-1563.1

"Stadtentwicklung Norderstedt - Hamburg-Nord" zur Stärkung der Metropolregion Hamburg hier: Antwort auf die Drucksache 22-1563 vom 13.11.2025

Mitteilungsvorlage Bezirksamt

Letzte Beratung: 26.03.2026 Stadtentwicklungsausschuss Ö 4.1

Sachverhalt

Vorbemerkung

Am 13.11.2025 wurde die Drucksache 22-1563 „Stadtentwicklung Norderstedt Hamburg-Nord“zur Stärkung der Metropolregion Hamburg einstimmig von der Bezirksversammlung beschlossen.

Antwort Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung.

Resultierend aus dem Beschluss und den damit verbundenen Zuständigkeiten des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung hat sich dieses mit dem Fachamt Wirtschaftsförderung beraten und ist zu folgenden Schlussfolgerungen gelangt.

  1. Das Bezirksamt möge bei der planerischen Weiterentwicklung von Langenhorn in Kooperation mit der Stadt Norderstedt insbesondere den Gebietsraum Ochsenzoll/Norderstedt in den Fokus nehmen.

Mit der Stadt Norderstedt, insbesondere mit der zuständigen Wirtschaftsförderung (Entwicklungsgesellschaft Norderstedt), findet bereits ein regelmäßiger Austausch statt. Das letzte sogenannte „Nachbarschaftstreffen“ sollte am 10. März 2026 stattfinden. Der Termin wurde krankheitsbedingt verlegt und wird nachgeholt. Bei diesem Gespräch wird der Gebietsraum Ochsenzoll/Norderstedt besprochen.

  1. Dabei sollten gemeinsame städtebauliche, infrastrukturelle und freiraumplanerische Maßnahmen für den Grenzbereich Langenhorner Chaussee/Schmuggelstieg/Ochsen-zoll entwickelt werden, welche die städtebauliche Gestaltung und Infrastruktur verbessern, die Lebensqualität erhöhen und den nördlichen Stadteingang von Hamburg als Teil der Metropolregion aufwerten. Dabei soll Wert auf den Ausbau von Barrierefreiheit sowie die Durchlässigkeit für den Fuß- und Radverkehr gelegt werden.

Hierzu hat das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung eine erste Grundlagenanalyse durchgeführt und gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung den Standort näher betrachtet. Gemeinsam wird festgestellt, dass aus fachlicher Sicht für den Ort kein dringlicher Handlungsbedarf von Seiten des Bezirksamtes gesehen wird.

In Frage kommen würde ein Handlungskonzept mit Vorschlägen zu „minimalinvasiven“ Maßnahmen mit dem Schwerpunkt Freiraumqualifizierung/Klimaanpassung. An einzelnen Stellen kämen auch hochbauliche Maßnahmenvorschläge in Frage (beispielweise bzgl. des bekannten Missstandes an der Langenhorner Chaussee 684+686). Mutmaßliche Spekulationen von Eigentümern können jedoch auch mit einem solchen Konzept nicht ausgeschlossen werden.

Auf Nachfrage der Wirtschaftsförderung bei der Interessensgemeinschaft der Gewerbetreibenden (IG Ochsenzoll e. V.) vor Ort ergab sich, dass aus der Sicht der IG im Wesentlichen keine Mängel oder Beschwerden vorhanden sind - große Veränderungen sind nicht gewünscht (ggf. kleinere kosmetische Änderungen/Verbesserungen wie mehr Pflege (Grünschnitt) und Sauberkeit auf Hamburger Seite). Vor Ort ist kaum Leerstand und der Standort scheint gut zu funktionieren.

r die Beauftragung eines externen Dienstleisters für die Erstellung eines Handlungskonzepts müssten entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung könnte ein Handlungskonzept mit überschaubarem Umfang ggf. in-house erstellen. Je nach erforderlichem Umfang wäre die Notwendigkeit und Möglichkeit einer externen Beauftragung zu prüfen.

Folgende Maßnahmen könnten aus Sicht des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung in ein Handlungskonzept einfließen:

  • Hitzeminderung am Tag umsetzen (Fokus Beschattung) (Inhalt Magistralenkonzept)
  • Retentionspotenziale in befestigten und grünen Freiräumen nutzen (Inhalt Magistralenkonzept)
  • Entsiegelung Freiraum, Klimaanpassungsmaßnahmen (Abstimmung mit Marktbetrieb erforderlich)
  • Stadteingang räumlich betonen (Inhalt Magistralenkonzept)
  • Durchgang Langenhorner Chaussee zu Schmuggelstieg Höhe Flurstück 9625, städtebauliche Aufwertung
  • ggf. Bebauung Parkplatz südlich der Kirche
  • Behebung städtebaulicher Missstand Langenhorner Chaussee 684+686
  • Behebung städtebaulicher Missstand leerstehendes Pastorat
  • Eigentümeransprache bei nicht genutztem Baupotenzial

Hinweis: Die meisten Maßnahmen befinden sich auf privaten Eigentumsflächen. Hier besteht keine Handhabe durch das Bezirksamt. Alle Maßnahmenvorschläge sind vorbehaltlich näherer Untersuchungen, Abstimmung mit weiteren zuständigen Fachbereichen sowie der Klärung der Finanzierung zu betrachten.


Folgende Maßnahmen sind bereits im Gebiet verortet:

  • Bezirksradroute 1
  • Radroute+ Bad Bramstedt
  • Radroute 4 (Konzeptstand)

Es gab bereits von 2010 bis 2013 ein BID (Business Improvement District) auf Hamburger Seite des Gebietes. Im Rahmen des „OXBID“ wurden ca. 173.000 Euro investiert. Die Mittel kommen im Rahmen eines BIDs eigenorganisiert von den Grundeigentümer:innen. (Auf Norderstedter Seite wurde zeitgleich ein PACT-Gebiet (Partnerschaften zur Attraktivierung von City-, Dienstleistungs- und Tourismusbereichen) etabliert. Hier betrug das Investitionsvolumen ca. 120.000 Euro. Im Rahmen der Zusammenarbeit wurde das Management von der CIMA Beratung + Management GmbH durchgeführt. Wie hoch das finanzielle Volumen in solchen Gebieten ist, ist dabei von der Einzahlung der Grundeigentümer selbst und somit unmittelbar von den Umsätzen/Einnahmen im Gebiet selbst abhängig.

  1. Begleitend zu diesem Prozess soll geprüft werden, wie Mitglieder der Bezirksversammlung strukturell in diesen Prozess eingebunden werden können, beispielsweise durch einen begleitenden Arbeitskreis.

Das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung steht dem Austausch mit einem, begleitenden Arbeitskreis offen gegenüber und folgt gern einer Einladung.

  1. Das Bezirksamt wird gebeten, im Stadtentwicklungsausschuss regelmäßig über die Fortschritte der Planungen zur Entwicklung des oben bezeichneten Gebietes zu berichten.

Das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung wird über Fortschritte berichten.

Weiteres Vorgehen

Das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung bittet um Rückmeldung zu den genannten Punkten bzgl. der Erstellung eines Handlungskonzeptes.

Am 01. April 2026 wird sich voraussichtlich die IG Ochsenzoll im Wirtschaftsausschuss vorstellen.

Petitum/Beschluss

Der Stadtentwicklungsausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten.

Dr. Bettina Schomburg

Bezirksamtsleitung

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Langenhorn

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