Pilotprojekt "Feierabendparken" auch im Bezirk Hamburg-Nord prüfen Gemeinsamer Antrag von SPD-, CDU- und FDP-Fraktion
Letzte Beratung: 12.02.2026 Bezirksversammlung Ö 6.5
Die angespannte Parksituation in vielen Quartieren des Bezirks Hamburg-Nord stellt insbesondere in den Abend- und Nachtstunden eine erhebliche Belastung für Anwohnende dar. Gleichzeitig stehen zahlreiche private Stellflächen – insbesondere auf Grundstücken von
Einzelhandelsunternehmen – außerhalb der Geschäftszeiten ungenutzt zur Verfügung. Dieses Missverhältnis ist weder effizient noch zeitgemäß, verstärkt den Parkdruck im öffentlichen Raum und führt zu vermeidbarem Suchverkehr in den Wohngebieten.
Im Bezirk Hamburg-Mitte wird derzeit ein Pilotprojekt erprobt, bei dem Stellplätze eines Lebensmittelmarktes außerhalb der Öffnungszeiten zeitlich begrenzt für Anwohnende nutzbar gemacht werden. Ziel ist es, vorhandene Flächen effizienter zu nutzen, den Parksuchverkehr zu reduzieren und kurzfristig Entlastung in dicht besiedelten Quartieren zu schaffen – ohne neue Flächen zu versiegeln oder aufwendige bauliche Maßnahmen einzuleiten. Das Projekt wird in Kooperation zwischen öffentlicher Hand und privatem Betreiber umgesetzt und durch ein digitales Buchungssystem organisiert.
Erste Rückmeldungen deuten darauf hin, dass dieser Ansatz geeignet ist, bestehende Parkraumkonflikte pragmatisch abzumildern und gleichzeitig Interessen des Einzelhandels zu berücksichtigen. Diese laufende Erprobung zeigt, dass pragmatische Kooperationen möglich sind, wenn Stadt und private Akteure gemeinsam an Lösungen arbeiten.
Auch im Bezirk Hamburg-Nord bestehen vergleichbare Herausforderungen. In vielen Stadtteilen trifft ein hoher Parkdruck auf großflächige Einzelhandelsparkplätze, die abends und nachts leer stehen.
Die aktuelle öffentliche Diskussion macht deutlich, dass die Menschen zurecht konkrete und
kurzfristig wirksame Entlastungen erwarten. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll zu
prüfen, ob ein ähnliches Modell des „Feierabendparkens“ auch in Hamburg-Nord erprobt werden kann, um bestehende Flächen besser zu nutzen und die Situation für Anwohnende spürbar zu verbessern.
Bei der Umsetzung des Prüfauftrags sollen auch die Erfahrungen und Herangehensweise der anderen Bezirke berücksichtigt werden. In Hamburg-Nord bieten sich heute schon Flächen an, die für eine Realisierung in Betracht kommen und die in die Prüfung einbezogen werden könnten: Beispielsweise der ALDI-Parkplatz an der Kreuzung Holsteinischer Kamp / Von-Essen-Straße, der REWE im Holsteinischen Kamp 53 oder der Kundenparkplatz Netto Discount, Anita - Sellenschloh - Ring 1. Im Bereich öffentlicher Einrichtungen kommt eventuell der Parkplatz der Schulbehörde an der Kreuzung Bostelreihe / Humboldtstraße in Betracht soweit das rechtlich möglich ist.
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord möge vor diesem Hintergrund beschließen:
Das Bezirksamt möge sich bei der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende dafür einsetzen,
Für die SPD-Fraktion: Tina Winter, Daniela Kerkow, Veit Krasnicki, Angelina Timm
Für die CDU-Fraktion: Martin Fischer, Ralf-Martin Diedrich
Für die FDP-Fraktion: Claus-Joachim Dickow, Lars Jessen
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