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Klimaanpassungskonzept für den Bezirk Hamburg-Nord Hier: Beschluss des Klimaanpassungskonzepts und dessen Umsetzung inkl. Aufbau eines kontinuierlichen Controllings sowie Beantragung der Anschlussförderung für die Verlängerung der Personalstelle "Klimaanpassungsmanagement" für weitere 36 Monate.

Mitteilungsvorlage Bezirksamt

Letzte Beratung: 26.08.2026 Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität Ö 4.1

Sachverhalt

Anlass

Die Freie und Hansestadt Hamburg hat 2025 eine Klimaanpassungsstrategie veröffentlicht, in der festgelegt wurde, dass jeder Bezirk ein eigenes Klimaanpassungskonzept erstellen soll, um die zu erwartenden Klimaveränderungen und Klimarisiken auf lokaler Ebene zu analysieren sowie Maßnahmen für die Gegebenheiten im Bezirk zu entwickeln. Mit der Einrichtung der Personalstelle „Klimaanpassungsmanagement“ in der Stabstelle Klima wurde im Jahr 2025 mit der Konzepterstellung begonnen.

Gemeinsam mit den unterschiedlichen Fachbereichen und unterstützt durch die Fachexpert:innen von GeoNet Umweltconsulting GmbH, rabe landschaften und ZEBAU (Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH) wurde ein umfassendes Klimaanpassungskonzept für den Bezirk Hamburg-Nord erstellt.

Angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch häufigere und intensivere Hitzewellen sowie extremere Starkregenereignisse ist es für den Bezirk Hamburg-Nord unerlässlich, sich frühzeitig und systematisch auf die Folgen des Klimawandels einzustellen. Ziel des Klimaanpassungskonzepts ist es, Risiken zu identifizieren, Schäden zu verringern und die Lebensqualität im Bezirk langfristig zu sichern.

Das Klimaanpassungskonzept umfasst folgende Inhalte:

  • Akteur:innenbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit: Beschreibung der Beteiligungsformate und Kommunikationsmaßnahmen.
  • Bestandsanalyse: Klimaanalyse mit bisherigen und zu erwartenden Klimaveränderungen auf Basis von zwei Szenarien sowie Darstellung der stadträumlichen Ausgangslage.
  • Betroffenheitsanalyse: Klimarisikoanalyse für acht Handlungsfelder und räumliche Analysen zu Stadtklima und Starkregen.
  • Hotspotanalyse: Identifikation besonders betroffener Bereiche im Bezirk sowie Detailanalysen für zwei ausgewählte Orte mit Fokus auf die Wirkung von Klimaanpassungsmaßnahmen.
  • Gesamtstrategie: Entwicklung von sechs Leitzielen für die Klimaanpassung im Bezirk.
  • Maßnahmenkatalog: Umfassender Katalog mit 42 Maßnahmen, davon 21 naturbasiert.
  • Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit: Strategien und Maßnahmen zur Information und Einbindung der Bevölkerung.
  • Controlling-Konzept: Aufbau eines Monitorings zur Wirksamkeitsprüfung und Fortschreibung des Konzepts.
  • Verstetigungsstrategie: Maßnahmen zur dauerhaften Verankerung der Klimaanpassung im Verwaltungshandeln des Bezirks.

Das Konzept wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess erarbeitet. Neben der intensiven internen Abstimmung wurden die Bevölkerung durch eine Online-Beteiligung sowie relevante Akteur:innen aktiv eingebunden. Die Ergebnisse und insbesondere die Maßnahmen wurden gemeinsam entwickelt und abgestimmt.

Im Rahmen der Bestands- und Betroffenheitsanalyse wurden die Klimarisiken in acht verschiedenen Handlungsfeldern (u. a. menschliche Gesundheit, Gewerbe und Wirtschaft, Stadtgrün und öffentlicher Raum) untersucht. Grundlage hierfür bildeten eine umfassende Klimaanalyse auf Basis verschiedener Szenarien sowie räumliche Analysen zu Stadtklima und Starkregen. Die Hotspotanalyse zeigt auf, in welchen Bereichen des Bezirks die Betroffenheiten besonders hoch sind. Ergänzend wurden für zwei ausgewählte Orte (Langenfort/Ecke Barmbeker-Ring-Brücke und Winterhuder Marktplatz) Detailanalysen durchgeführt, in denen Klimaanpassungsmaßnahmen skizziert und deren Wirkung auf die Temperaturentwicklung mithilfe einer hochaufgelösten Stadtklimaanalyse simuliert wurden.

Basierend auf den Analysen und den abgeleiteten Handlungserfordernissen wurden insgesamt 42 Maßnahmen entwickelt, von denen die Hälfte naturbasiert ist. Die Maßnahmen wurden unter Berücksichtigung der Zuständigkeiten des Bezirksamts entwickelt.

Zentrale Bedeutung kommt den im Konzept entwickelten Leitzielen für die Klimaanpassung zu, die als strategische Orientierung für die kommenden Jahre dienen. Darüber hinaus wurden ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit, ein Controlling-Konzept sowie eine Verstetigungsstrategie zur dauerhaften Verankerung der Klimaanpassung im Bezirk erarbeitet. Die Einbindung der Öffentlichkeit und weiterer relevanter Akteur:innen ist auch für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzepts vorgesehen.

Das vorliegende Klimaanpassungskonzept ist das Ergebnis des beschriebenen Arbeitsprozesses. Es bildet die wichtige Grundlager die Klimaanpassung im Bezirk und gibt dem Bezirksamt einen konkreten Plan an die Hand, um in den nächsten Jahren gezielt die entwickelten Maßnahmen umzusetzen.

Die Machbarkeit der Umsetzung muss jeweils im Kontext der finanziellen, personellen und fachlich verfügbaren Ressourcen sowie im Hinblick auf etwaige fachliche Synergieeffekte oder Zielkonflikte geprüft und abgewogen werden.

Die Erstellung des Klimaanpassungskonzepts sowie eine Personalstelle wurden gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Aktionsprogramms narlicher Klimaschutz und der Deutschen Anpassungsstrategie (ANK-DAS). Der zu leistende Eigenanteil wurde aus Klimaplanmitteln der Stabstelle Klimaanpassung/RISA (Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft) gefördert.

Zielsetzung

Die Beschlussfassung des Konzepts sowie dessen Umsetzung sind Voraussetzung für die anschließende Beantragung der Anschlussfinanzierung der durch Drittmittel finanzierten Klimaanpassungsstelle. Die Anschlussfinanzierung soll für weitere 36 Monate ab Juni 2026 im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie beantragt werden. Die Antragstellung muss bis 30.11.2026 erfolgen.

Petitum/Beschluss

Beschluss/

  1. Der KUM wird gebeten,
  • dem durch das Bezirksamt erstellten Klimaanpassungskonzept zuzustimmen;
  • den Beschluss zur Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts für den Bezirk Hamburg-Nord sowie den Aufbau eines kontinuierlichen Klimaanpassungs-Controllings zu fassen und
  • der Beantragung der Anschlussförderung für die Verlängerung der aus Drittmitteln finanzierten Personalstelle „Klimaanpassungsmanagement“r weitere 36 Monate zuzustimmen.
  1. Der Ausschuss empfiehlt der Bezirksversammlung, das Klimaanpassungskonzept, die Umsetzung, den Aufbau eines Controllings und die Beantragung der Anschlussförderung zu beschließen.

Dr. Bettina Schomburg

Bezirksamtsleitung

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  • Klimaanpassungskonzept für den Bezirk Hamburg-Nord
Lokalisation Beta
Langenfort Barmbeker-Ring-Brücke Winterhuder Marktpl. Plan Hamburg

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