Eingaben: Baustellenchaos rund um die Jarrestadt und in der Saarlandstraße
Letzte Beratung: 02.11.2026 Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude Ö 4.2.8
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord informiert über folgende Bürgereingabe:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich an Sie als Anwohner der Jarrestadt in Winterhude. Was sich in unserem Quartier seit Monaten rund um die zahlreichen Baustellen abspielt, ist mittlerweile kaum noch nachvollziehbar. Es ist nicht nur eine erhebliche Belastung für Anwohner und Verkehrsteilnehmer, sondern wirft auch grundsätzliche Fragen zur Planung, Koordination und Kontrolle öffentlicher Baumaßnahmen auf.
Ob Meuronstieg, Wiesendamm, Barmbeker Straße, Saarlandstraße oder Jarrestraße: Überall wird gebaut, gesperrt, umgeleitet und der Verkehr eingeschränkt. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass auf vielen dieser Baustellen über längere Zeiträume überhaupt nicht gearbeitet wird. Als Beispiel: Auf der Strecke von Saarlandstraße Ecke Wiesendamm bis Saarlandstraße Ecke Alte Wöhr – einer Großbaustelle – waren gegen 10 Uhr zehn Bauarbeiter mehr oder minder aktiv, und gegen 12 Uhr gerade einmal sieben!
Ein besonders augenfälliges Beispiel ist aber die Baustelle bei mir nebenan im Meuronstieg. Als Fertigstellungstermin war der 23. Oktober angekündigt. Die Straße ist aufgerissen, doch nach meiner Beobachtung war dort seit zweieinhalb Wochen kein einziger Bauarbeiter mehr im Einsatz. Wie lässt sich eine solche Situation erklären? Und wer kontrolliert eigentlich, ob die angekündigten Bauzeiten eingehalten werden und die Arbeiten tatsächlich mit der gebotenen Konsequenz vorangetrieben werden?
Auch die Verkehrssituation an der Kreuzung Saarlandstraße/Barmbeker Straße am Wiesendamm ist kaum zu vermitteln. Die Kreuzung ist zum wiederholten Mal vollständig gesperrt, wichtige Abfahrten sind nicht nutzbar. Gleichzeitig ist die Umleitungsbeschilderung unzureichend und unübersichtlich, während die Ampelschaltungen offenbar nicht angemessen an die veränderte Verkehrsführung angepasst werden.
Das Ergebnis ist ein Verkehrschaos, das sich für die betroffenen Menschen vor Ort längst nicht mehr wie eine unvermeidbare Begleiterscheinung notwendiger Bauarbeiten anfühlt, sondern wie das Resultat mangelhafter Planung und Koordination.
Natürlich müssen Straßen saniert, Leitungen erneuert und Infrastruktur modernisiert werden. Niemand erwartet, dass solche Arbeiten ohne Einschränkungen stattfinden. Was man allerdings erwarten darf, sind eine nachvollziehbare Planung, eine sinnvolle Abstimmung der einzelnen Maßnahmen, eine realistische Zeitplanung und eine Verkehrsführung, die den verbleibenden Verkehr berücksichtigt. Ebenso muss sichergestellt sein, dass Baustellen nicht über Wochen hinweg eingerichtet bleiben, ohne dass erkennbarer Baufortschritt stattfindet.
Stattdessen entsteht der Eindruck, dass vor allem die Einrichtung und Absicherung von Baustellen zuverlässig funktioniert, während die eigentlichen Arbeiten und die Abstimmung zwischen den Beteiligten auf der Strecke bleiben. Man könnte angesichts der Vielzahl an Absperrungen und Hinweisschildern fast zu dem Schluss kommen, dass die Vermietung und Bereitstellung dieser Ausstattung die einzige Konstante im Hamburger Baustellenmanagement ist.
Das Gesamtbild, das Hamburg hier abgibt, ist desolat. Es steht sinnbildlich für ein System, in dem Zuständigkeiten, Abläufe und Verantwortlichkeiten für die Bürger kaum noch nachvollziehbar sind. Und es lässt Zweifel daran aufkommen, ob Hamburg in der Lage wäre, eine zusätzliche Großbelastung für die städtische Infrastruktur zuverlässig zu bewältigen.
Ich würde mich daher über eine konkrete Stellungnahme zu folgenden Fragen freuen:
Ich bitte ausdrücklich nicht um eine allgemeine Erklärung, dass Baustellen unvermeidbar seien. Das ist selbstverständlich. Ich bitte um konkrete Antworten auf die beschriebenen Missstände und um nachvollziehbare Maßnahmen, mit denen sich die Situation für die Menschen in unserem Quartier tatsächlich verbessert.
Mit freundlichen Grüßen
Um Kenntnisnahme wird gebeten.
Isabel Permien
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