Demokratie leben auch in Hamburg-Nord Antrag der GRÜNE-Fraktion
Letzte Beratung: 21.04.2026 Ausschuss Bildung, Kultur und Sport Ö 10.3
Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache:
Problem: Im Bezirk Hamburg-Nord gibt es die „Partnerschaft für Demokratie“. Sie stärkt Demokratie und das Zusammenhalten vor Ort. Sie wird bisher von der Bundes-Regierung bezahlt. Aber nun ist nicht mehr sicher, ob das Geld weiter kommt.
Lösung: Die Bezirks-Versammlung sagt: Wir finden die Arbeit gut und wollen, dass das Geld weiter kommt. Die Bezirksamts-Leiterin soll versuchen, dass das klappt.
Wer das machen soll: Die Bezirks-Versammlung Hamburg-Nord und die Bezirksamts-Leiterin.
Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie braucht Menschen, die sie täglich mit Leben füllen – in Vereinen, Initiativen, Beratungsstellen, Jugendprojekten. Und sie braucht die politische Bereitschaft, diese Arbeit zu unterstützen.
Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ tut genau das. Seit 2015 fördert es bundesweit Projekte, die sich gegen Extremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit engagieren, die Demokratiebildung stärken und zivilgesellschaftliches Engagement ermöglichen. Rund 300 Partnerschaften für Demokratie, Landes-Demokratiezentren in allen Bundesländern und hunderte Einzel- und Innovationsprojekte bilden ein Netz, das dort trägt, wo staatliche Strukturen allein nicht reichen. In diesem Jahr fließen dafür rund 190 Millionen Euro Bundesmittel.
In unserem Bezirk sind drei Projekte aktiv, die aus Mitteln von „Demokratie leben!“ gefördert werden und deren Arbeit unmittelbar in unsere Stadtteile wirkt:
Bundesbildungsministerin Karin Prien hat angekündigt, das Programm einzustellen und unter anderen Richtlinien neu aufzusetzen. Nach welchen Kriterien das geschehen soll, ist noch unklar. Auch politische Stimmen aus unserem Bezirk – unter anderem des CDU Hamburg-Nord- Kreisvorsitzenden Christoph Ploß– stellen die bisherige Förderung von Projekten und zivilgesellschaftlichen Strukturen im Rahmen von „Demokratie leben!“ und generell infrage.
Dabei sind zivilgesellschaftliche Organisationen, die mit staatlichen Mitteln arbeiten und sich gegen Rassismus, Hass und Ausgrenzung engagieren, kein politischer Arm einer Partei oder „linksaktivistisch“. Sie füllen Lücken, die der Staat selbst hinterlässt. Dass der Staat diese Arbeit fördert, ist ein Präventionsprogramm für seine eigene Organisationsform – die Demokratie.
Wir sehen es als unsere Pflicht an, in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord ein klares politisches Signal für die Bedeutung dieser Strukturen zu setzen und uns für deren Fortbestand einzusetzen.
Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord
Für die GRÜNE Fraktion
Daniela Clément
Thorsten Schmidt
Nergis Zarifi
Keine
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