Protokoll
Sitzung des Ausschusses für Sozialraumentwicklung vom 04.09.2025

Ö 1

Begrüßung und öffentliche Fragestunde

Herr Dahlgaard eröffnet die Sitzung und teilt mit, dass diese zu Protokollzwecken aufgezeichnet wird.

 

Von der öffentlichen Fragestunde wird kein Gebrauch gemacht.

Ö 2

Beschlussfassung über die Niederschrift vom 05.06.2025

Der Ausschuss stimmt der Niederschrift einstimmig zu.

Ö 3

Situation am Drob Inn (Die Einrichtungsleiterin des Jugendhilfe e.V. berichtet)

Frau Duvinage berichtet als Einrichtungsleitung des Drob Inn - Jugendhilfe e.V. über die Situation im Drob Inn und Ihre Arbeit.

 

Das Drob Inn ist eine etablierte Kontakt- und Beratungsstelle mit integrierten Drogenkonsumräumen für drogenabhängige Menschen, die seit 1987 in unmittelbarer Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs betrieben wird. Es bietet ein niedrigschwelliges und umfassendes Hilfeangebot, das ohne vorherige Terminvereinbarung zugänglich ist und verschiedene Angebote an einem Standort verzahnt. Zu den Angeboten zählen beispielsweise ein offener Kaffeebereich, ein Hygieneangebot mit z.B. Duschen, Waschmaschinen, einer Kleiderkammer sowie ein Spritzentauschangebot. Darüber hinaus stehen zwei Drogenkonsumräume für den sichereren Konsum zur Verfügung. Das Drob Inn ist zudem eine staatlich anerkannte Beratungsstelle, die eine medizinische Grundversorgung insbesondere für stark verelendete Personen sicherstellt und eine Vielzahl von Lebenslagen abdeckt. Im selben Gebäude befindet sich auch das Projekt Nox, welches Teil des integrierten Konzeptes ist.

 

Die Lage am Hauptbahnhof sei bereits vor vielen Jahren strategisch gewählt worden, da obdachlose und suchtkranke Menschen seit jeher diesen Bereich aufsuchen würden. Andere Stadtteile seien für dieses Klientel schwer erreichbar. Das Konzept des Drob Inn werde international als vorbildlich angesehen, da es trotz der Anzahl an Angeboten an diesem Standort Ortes keine Sogwirkung im Sinne einer verstärkten Zuwanderung von Hilfesuchenden gebe. Vielmehr kämen die Menschen aufgrund der Attraktivität des zentralen Standorts und das Drob Inn versorgt die Klient:innen an diesem Standort, die sich ohnehin dort aufhalten. In den letzten Jahren sei jedoch der Anteil obdachloser Menschen innerhalb der Klientel angestiegen. Dies sei durch den Mangel an Wohnraum und Rückzugsmöglichkeiten sowie die hohen physischen und psychischen Bedarfe dieser Personengruppe bedingt. Die Sichtbarkeit obdachloser Menschen im öffentlichen Raum habe dadurch zugenommen.

 

Ergänzend zum Drob Inn trage das Projekt Nox zur Entlastung des Stadtteils und des angrenzenden Wohngebiets bei, da es den dort betreuten KlientInnen Wohnplatz anbietet. Der August-Bebel-Platz werde ebenfalls intensiv genutzt, was zu mehr Ruhe und Platz sowie einer Reduktion von Konflikten führe. Ein Reinigungsprojekt ermögliche es Klient:innen, den Vorplatz zu säubern. Dies soll das Gefühl von Verantwortung und Beteiligung stärken. Im Gegenzug für ihre Teilnahme erhalten die Klient*innen eine Aufwandsentschädigung. Seit August 2025 würden den Klient:innen, die eine vulnerable Gruppe darstellen, zudem Hib (Haemophilus Influenzae Typ b)-Impfungen angeboten.

 

Despektierliche mediale Berichterstattungen sowie die Bezeichnung des August-Bebel-Platzes als No-Go-Area stellen eine Herausforderung für das Drob Inn dar. Unter anderem gestalte sich die Personalakquise dadurch schwierig. Der geplante Umbau der Niedrigschwelligen Substitutionsambulanz, insbesondere zur barrierefreien Erschließung der medizinischen Grundversorgung, sowie der Drogenkonsumräume, als auch der Erweiterung der Drogenkonsumraumplätze, stagniere seit etwa fünf Jahren. Dennoch erfuhren die Mitarbeitenden in verschiedenen Gremien Respekt und Wohlwollen, was die Motivation stärke und die Arbeit erleichtere.

 

In der anschließenden Debatte melden sich Frau Wittern, Herr Parrington-Fester, Herr Knode Frau Höpfner, Herr de Sousa und Herr Dahlgaard zu Wort. Folgende Themen werden angesprochen:

 Auslastung und Klient:innenzahlen im Drob Inn;

 Einfluss von Verdrängungseffekten durch Polizeikontrollen auf das Sicherheitsgefühl von Senior:innen;

 Die Versorgung von Alkoholiker:innen, insbesondere aus der Neustadt;

 Die Situation von Jugendlichen;

 Konsum von Fentanyl;

 Eigenschaften des Crack-Konsums.

 

Anschließend berichtet Herr Dahlgaard über die Zusage des Projektleiters des Projekts „Drogen, Sucht, Obdachlosigkeit" (DSO) der Sozialbehörde für die Sitzung am 9. Oktober 2025, der dann über die Repsoldstraße berichten wird. Die Ausschussmitglieder sind damit einverstanden, sich am 9. Oktober mit dem Thema Repsoldstraße zu befassen.

 

Ö 4

Modellvorhaben "Mitte machen"

Herr Kuhlmann stellt das Modellvorhaben „Mitte-Machen" mit umfangreichen Informationen vor.

 

Weitere Details sind der angehängten Präsentation zu entnehmen.

 

Herr Dahlgaard bedankt sich für die umfangreiche Präsentation und regt an, dass der Ausschuss zukünftig Fragen zu den Themen des Modellvorhabens zukünftig im Vorwege sammelt und an die Gesamtkoordination des Modellvorhabens weiterreicht so dass hierzu dann direkt berichtet werden kann.

 

Herr Borgwardt macht deutlich, warum das Projekt „Bolzplätze" eine so hohe Bedeutung innerhalb des Modellvorhabens genießt. Weiterhin spricht er die ausstehende Entscheidung des Bundestages hinsichtlich einer erforderlichen Verlängerung des Programms an, die an der Beschlussfassung zum Haushalt des Bundes hängt.

Ö 5

Informationen zum Quartiersfonds 2026

Frau Lill berichtet, dass im Quartiersfonds 2026 für Quartiersprojekte ca. 1,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Es wurde über die bekannten Verteiler zur Antragstellung aufgerufen, die Frist ist am 31. August 2025 abgelaufen. Das Fachamt für Sozialraummanagement hat 72 Anträge mit einem Antragsvolumen von ca. 3,5 Millionen Euro erhalten. Derzeit werden fachliche Expertisen aus anderen Fachämtern zur Bewertung der Anträge eingeholt. Zudem soll den Fraktionen der Bezirksversammlung zwischen dem 16. und 20. September 2025 eine Liste der Anträge mit Kommentaren der Verwaltung zugeschickt werden. Am 24. September 2025 soll die Liste im Rahmen einer gesonderten Veranstaltung zwischen der Verwaltung und den Fraktionen besprochen werden.

Ö 6

Terminplanung (Planung der nächsten Ausschusssitzungen)

Herr Dahlgaard stellt die weitere Terminplanung für den Ausschuss wie folgt vor:

 

09.10.: Ergänzung um das Thema „Repsoldstraße". Das Oberthema „Sport" soll beibehalten werden.

 

06.11.: Offene Senior:innenarbeit

 

04.12.: Gesundheitsversorgung in Hamburg-Mitte.

 

Der Ausschuss äußert keine Änderungswünsche und stimmt dem Terminplan des Ausschussvorsitzenden zu.

Ö 7

Sondermittelanträge

Es liegen keine Anträge vor.

Ö 8

Anträge der Politik

Es liegen keine Anträge vor.

Ö 9

Vorlagen und Mitteilungen der Verwaltung

Ö 9.1 - 22-0648.2

Diversität in den Jugendeinrichtungen sichtbar erhöhen

Der Ausschuss nimmt Kenntnis.

Ö 10

Verschiedenes

Ö 10.1

Abschlussbericht Straßensozialarbeit

Herr de Sousa wünscht sich, dass dem Ausschuss der Abschlussbericht zur Straßensozialarbeit vorgelegt wird.

 

Herr Dahlgaard schlägt vor, dieses Thema in die Sitzung am 06.11. aufzunehmen.

Ö 10.2

Haushalt

Herr Knode erfragt, ob es gegenüber dem Ausschuss noch weitere Informationen zum Thema Finanzhaushalt gibt.

 

Frau Lill verweist auf den bereits beschlossenen Doppelhaushalt für die Jahre 2025/2026 und teilt mit, dass sich der Doppelhaushalt für die Jahre 2027/2028 in der Vorbereitung befände.

Ö 10.3

Integrationsbeirat

Frau Lill berichtet, dass der Integrationsbeirat noch von der Bezirksversammlung bestätigt werden müsse und eine konstituierende Sitzung daher noch nicht stattgefunden habe. Die Liste der Mitglieder des Integrationsbeirats habe sich seit der letzten Vorstellung nicht verändert. Es gibt noch zwei offene Stellen, die auch nach der Bestätigung durch die Bezirksversammlung besetzt werden können.

 

Der Integrationsbeirat plant, Ende September 2025 mit einem ersten Workshop seine Arbeit aufzunehmen.

Ö 10.4

Ehrenamtspreis

Vorschläge für den Ehrenamtspreis können noch bis zum 15. September 2025 eingereicht werden. Bisher liegen 20 Vorschläge vor.

 

Die Preisverleihung findet am 2. November 2025 im Schmidt Theater statt.