Zukunft jetzt gestalten: Sonderfonds für digitale Bildung im Erwachsenenbereich schaffen Antrag der Volt-Fraktion
Letzte Beratung: 03.09.2026 Bezirksversammlung Ö 6.4
|
Zusammenfassung in Einfacher Sprache: Wer beantragt was? Die Volt-Fraktion im Bezirk Nord beantragt, dass ein neuer Fördertopf geschaffen wird. Worum geht es? Der neue Topf soll Bildungsangebote für Erwachsene in Hamburg-Nord finanzieren. Es sollen neue Angebote zu digitalen Themen geschaffen werden, beispielsweise zum Umgang mit künstlicher Intelligenz oder zur Verbesserung der Medienkompetenz im Internet. Was soll erreicht werden? Es gibt bereits lokale Initiativen, die solche Angebote anbieten oder anbieten wollen. Aber ihnen fehlen die Mittel dafür. Deshalb sollen 30.000 Euro bereitgestellt werden, um diese Organisationen zu unterstützen. Außerdem sollen auch neue Angebote entstehen. Warum ist das wichtig? Digitale Bildung ist heute für alle Menschen wichtig. Auch jüngere und mittlere Altersgruppen brauchen Unterstützung, zum Beispiel beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz. |
Die digitale Welt befindet sich durch den Durchbruch generativer Künstlicher Intelligenz (z. B. Large Language Models wie ChatGPT oder Claude) in einem rasanten Umbruch. Digitale Kompetenz ist zusehends eine Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Zukunftsfähigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen und zu jedem Alter. Laut einer Studie von Januar dieses Jahres des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend nimmt die Anzahl an älteren Internetnutzer*innen stetig zu und es wird sich von diesen mehr Tempo bei der Digitalisierung gewünscht. Gleichzeitig besteht ein hoher Bedarf an Unterstützungsangeboten: 96% der Befragten wünschen sich mehr Möglichkeiten, wie Hilfstelefone oder günstige Schulungen vor Ort[1]. In Hamburg gibt es zentrale Projekte wie das „Haus der digitalen Welt“ am Gerhart-Hauptmann-Platz 50, welche zwar wegweisend sind, jedoch unter langen Planungsphasen leiden (über 5 Jahre) und einer starken Zentralisierung unterliegen[2]. Digitale Bildung muss jedoch dort stattfinden, wo die Menschen leben: dezentral im Bezirk.
In Hamburg-Nord zeigt sich ein deutliches Gefälle zwischen den technologischen Möglichkeiten und dem tatsächlichen Angebot in lokalen Einrichtungen, wie Kulturzentren. Die aktuelle Landschaft ist stark auf Senior*innen und die Vermittlung rudimentärer Grundkenntnisse (z. B. Smartphone-Bedienung) fokussiert. Auch die bestehenden gesamtstädtischen bzw. bezirksübergreifenden Angebote bestätigen dieses Bild: Sowohl das Projekt „digital dabei“ (koordiniert vom Albertinen Haus, gefördert durch die BWFGB), das über ehrenamtliche Digitalmentor*innen kostenlose Schulungen vermittelt[3], als auch „SILBER & SMART“[4] der Bücherhallen Hamburg richten sich explizit an die Zielgruppe 60+ und sind damit nicht zielgruppenneutral an alle Bürger*innen gerichtet. Beide Angebote decken zudem in erster Linie den Einstieg in die digitale Welt ab, wie die grundlegende Bedienung von Tablet und Smartphone, den Umgang mit Internet und Zoom oder Themen wie die elektronische Patientenakte. Diese Projekte und Angebote sind wertvoll und sollten auf keinen Fall vernachlässigt werden. Für alles, was über diesen ersten Zugang hinausgeht und wo insbesondere jüngere sowie mittlere Altersgruppen den Anschluss verlieren können, bspw. beim souveränen Umgang mit LLMs, digitaler Selbstbestimmung oder individueller Lernpfade, gibt es bislang kein vergleichbares, niedrigschwelliges Angebot. Angebote zu komplexeren, aber alltagsrelevanten Themen wie LLMs, digitaler Souveränität oder individuellen Lernpfaden fehlen fast gänzlich. Dabei ist der Bedarf und die Motivation bei Kulturzentren vorhanden, hier ein paar Stimmen aus dem Bezirk:
Diese Stimmen zeigen: Motivation und Ideen für Projekte im Bereich digitaler Bildung für alle Altersklassen im Erwachsenenbereich sind vorhanden. Ein dedizierter Sonderfonds über 30.000 Euro (für bspw. 5-6 Organisationen, die 5.000 – 6.000 Euro beantragen), kann hier gezielt die digitale Bildung für Erwachsene im Bezirk verbessern und die dringend benötigten Möglichkeiten zur Weiterbildung vor Ort schaffen.
Beschluss:
Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung Hamburg-Nord folgendes beschließen:
Für die Volt-Fraktion: Antje Nettelbeck, Jan D. Talleur, Dr. Jörg Bormann
(Bezirksabgeordnete Volt-Fraktion)
Keine
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.