Vorhandene Parkflächen besser nutzen: Feierabendparken auch in Wandsbek ermöglichen Debattenantrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Die Grünen und der FDP-Fraktion, angemeldet zur Debatte von der SPD-Fraktion
Letzte Beratung: 10.09.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 4.9
Gerade in dicht besiedelten Quartieren stellt die Suche nach einem freien Parkplatz in den Abend- und Nachtstunden für viele Anwohnerinnen und Anwohner eine Herausforderung dar. Gleichzeitig stehen zahlreiche bereits versiegelte Parkflächen des Einzelhandels außerhalb bzw. in den Randzeiten der Geschäftszeiten weitgehend ungenutzt zur Verfügung. Eine Mehrfachnutzung dieser vorhandenen Flächen kann deshalb dazu beitragen, den Parkdruck im öffentlichen Raum zu reduzieren, ohne zusätzliche Flächen für neue Stellplätze in Anspruch nehmen zu müssen.
Wie eine solche Nutzung praktisch umgesetzt werden kann, zeigt seit Januar 2026 das Hamburger Pilotprojekt „Feierabendparken“ am Lidl-Standort in der Carl-Petersen-Straße in Hamm. Dort werden zunächst zehn Stellplätze täglich zwischen 18:00 Uhr und 08:00 Uhr für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucherinnen und Besucher zur Verfügung gestellt. Die Buchung und Bezahlung erfolgt vollständig digital. Neben einzelnen Nächten können auch Wochen- und Monatspakete gebucht werden.
Das Pilotprojekt zeigt damit einen pragmatischen Ansatz, vorhandene Parkraumressourcen effizienter zu nutzen. Insbesondere in Quartieren mit hohem Parkdruck können zusätzliche Stellplätze in den Abend- und Nachtstunden den öffentlichen Straßenraum entlasten und zugleich den mit der Parkplatzsuche verbundenen Verkehr reduzieren. Vor dem Hintergrund des Parkplatzmoratoriums kann die Erschließung zusätzlicher Stellplatzkapazitäten auf bereits bestehenden Flächen zudem neue Spielräume für Maßnahmen im öffentlichen Raum schaffen. Wo durch konkrete Projekte öffentliche Parkstände entfallen, kann das Feierabendparken dazu beitragen, hierfür ortsnah zusätzliche Parkmöglichkeiten bereitzustellen und die Auswirkungen auf die Parksituation im jeweiligen Quartier abzufedern.
Die Bezirkskoalition aus SPD, Grünen und FDP hat sich bereits frühzeitig dafür eingesetzt, das Konzept des Feierabendparkens auch im Bezirk Wandsbek zu erproben. Mit Beschluss der Bezirksversammlung vom 5. Februar 2026 (Drs. 22-3040) wurde die zuständige Fachbehörde unter anderem gebeten, sich bei Supermarktbetreibern für einen entsprechenden Pilotstandort in Wandsbek einzusetzen.
Nachdem mit dem Standort in Hamm inzwischen ein konkretes Modell für die Zusammenarbeit zwischen der Stadt, Lidl und einem digitalen Parkraumbetreiber vorliegt, sollte nun der nächste Schritt gegangen und das Feierabendparken auch an geeigneten Standorten im Bezirk Wandsbek umgesetzt werden. Gerade dort, wo die notwendige technische Infrastruktur zur digitalen Parkraumbewirtschaftung bereits vorhanden ist, bestehen gute Voraussetzungen, das Modell mit überschaubarem Aufwand auf weitere Standorte zu übertragen.
Ziel sollte es daher sein, gemeinsam mit Lidl und weiteren Supermärkten und Discountern sowie den zuständigen Stellen konkrete Standorte im Bezirk Wandsbek für das Feierabendparken zu gewinnen und damit vorhandene Parkflächen besser zu nutzen sowie die Parksituation für die Menschen in den umliegenden Quartieren zu verbessern.
Die Bezirksversammlung möge beschließen:
1) Die zuständige Fachbehörde wird gebeten, gemeinsam mit den jeweiligen Betreiberinnen und Betreibern die Umsetzung des Modells „Feierabendparken“ an geeigneten Lidl-Standorten im Bezirk Wandsbek zu prüfen und voranzutreiben.
Dabei sollen insbesondere folgende Standorte berücksichtigt werden, an denen die für eine digitale Parkraumbewirtschaftung notwendige technische Ausstattung bereits vorhanden ist:
• Am Stadtrand
• Barsbüttler Straße
• Ivo-Hauptmann-Ring
• Schöneberger Straße
• Wandsbeker Zollstraße
• Tonndorf
• Sieker Landstraße
Darüber hinaus soll geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen eine Umsetzung perspektivisch auch an folgenden Standorten erfolgen kann, an denen die entsprechende technische Ausstattung bislang noch nicht vorhanden ist:
• Hellmesberger Weg
• Haldesdorfer Straße
• Volksdorf
• August-Krogmann-Straße
• Brauhausstraße
Die zuständige Fachbehörde wird gebeten, dem Mobilitätsausschuss über die Ergebnisse der Gespräche und die Möglichkeiten einer Umsetzung zu berichten.
2) Die zuständige Fachbehörde wird gebeten, darüber hinaus auch mit weiteren Betreiberinnen und Betreibern von Supermärkten und Discountern im Bezirk Wandsbek, wie etwa REWE, Aldi, Penny oder Netto, Gespräche über eine Beteiligung am Modell „Feierabendparken“aufzunehmen und gemeinsam mit diesen geeignete Standorte für eine Umsetzung zu identifizieren.
keine Anlage/n
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