Stillfreundliche Orte in Hamburg sichtbar machen und in einer digitalen Karte bündeln (Antrag der CDU-Fraktion)
Letzte Beratung: 01.09.2026 Hauptausschuss Ö 6.2
Eltern mit Säuglingen stehen im Alltag vor einer wiederkehrenden Herausforderung. Wer unterwegs ist, findet im öffentlichen Raum oft keinen geschützten Platz, um in Ruhe zu stillen oder dem Kind die Flasche zu geben. Eine im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung durchgeführte Studie zeigt, dass jeder Vierte dem Stillen im öffentlichen Raum zwiespältig oder ablehnend gegenübersteht. Für jede zehnte der befragten Mütter, die bereits abgestillt hatten, war die ablehnende Haltung in der Öffentlichkeit sogar ein Grund für das Abstillen[1]. Ein sichtbares Angebot geschützter Rückzugsorte kann hier spürbar Abhilfe schaffen.
Die Landeshauptstadt Kiel hat dazu ein überzeugendes Vorbild geschaffen. Gemeinsam mit Geschäften, Gastronomie und Institutionen baut die Stadt ein Netz sogenannter stillfreundlicher Orte auf, an denen Eltern mit Babys willkommen sind und ohne Konsumzwang eine ruhige Umgebung vorfinden. Diese Orte sind mit Aufklebern gekennzeichnet und zusätzlich in einer interaktiven Karte im digitalen Stadtplan hinterlegt, sodass Familien sie leicht auffinden können[2]. Vergleichbare Initiativen gibt es inzwischen in weiteren Kommunen, und auch das Land Nordrhein-Westfalen hat eine Handreichung für stillfreundliche Strukturen in Kommunen veröffentlicht[3].
Hamburg verfügt bereits über die technische und organisatorische Grundlage, um ein solches Angebot ohne großen Aufwand umzusetzen. Mit dem Geoportal betreibt die Stadt schon heute ein etabliertes, öffentlich zugängliches Kartensystem, das verschiedene thematische Standorte bündelt, etwa die „Kühlen Orte" mit Trinkwasserstellen und Rückzugsräumen[4]. Auf dieselbe Infrastruktur ließe sich eine eigene Ebene für stillfreundliche Orte aufsetzen. Ein solches Angebot würde die Familienfreundlichkeit des Bezirks stärken, das Stillen in der Öffentlichkeit selbstverständlicher machen und Eltern einen konkreten Mehrwert im Alltag bieten.
Die Bezirksversammlung möge beschließen:
Keine Orte erkannt.
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