23-1934

Stillfreundliche Orte in Hamburg sichtbar machen und in einer digitalen Karte bündeln (Antrag der CDU-Fraktion)

Antrag öffentlich

Letzte Beratung: 01.09.2026 Hauptausschuss Ö 6.2

Sachverhalt

Eltern mit Säuglingen stehen im Alltag vor einer wiederkehrenden Herausforderung. Wer unterwegs ist, findet im öffentlichen Raum oft keinen geschützten Platz, um in Ruhe zu stillen oder dem Kind die Flasche zu geben. Eine im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung durchgeführte Studie zeigt, dass jeder Vierte dem Stillen im öffentlichen Raum zwiespältig oder ablehnend gegenübersteht. Für jede zehnte der befragten Mütter, die bereits abgestillt hatten, war die ablehnende Haltung in der Öffentlichkeit sogar ein Grund für das Abstillen[1]. Ein sichtbares Angebot geschützter Rückzugsorte kann hier spürbar Abhilfe schaffen.

Die Landeshauptstadt Kiel hat dazu ein überzeugendes Vorbild geschaffen. Gemeinsam mit Geschäften, Gastronomie und Institutionen baut die Stadt ein Netz sogenannter stillfreundlicher Orte auf, an denen Eltern mit Babys willkommen sind und ohne Konsumzwang eine ruhige Umgebung vorfinden. Diese Orte sind mit Aufklebern gekennzeichnet und zusätzlich in einer interaktiven Karte im digitalen Stadtplan hinterlegt, sodass Familien sie leicht auffinden können[2]. Vergleichbare Initiativen gibt es inzwischen in weiteren Kommunen, und auch das Land Nordrhein-Westfalen hat eine Handreichung für stillfreundliche Strukturen in Kommunen veröffentlicht[3].

Hamburg verfügt bereits über die technische und organisatorische Grundlage, um ein solches Angebot ohne großen Aufwand umzusetzen. Mit dem Geoportal betreibt die Stadt schon heute ein etabliertes, öffentlich zugängliches Kartensystem, das verschiedene thematische Standorte bündelt, etwa die „hlen Orte" mit Trinkwasserstellen und Rückzugsräumen[4]. Auf dieselbe Infrastruktur ließe sich eine eigene Ebene für stillfreundliche Orte aufsetzen. Ein solches Angebot würde die Familienfreundlichkeit des Bezirks stärken, das Stillen in der Öffentlichkeit selbstverständlicher machen und Eltern einen konkreten Mehrwert im Alltag bieten.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung ge beschließen:

  1. Das Bezirksamt wird gebeten, sich dafür einzusetzen, dass nach dem Vorbild der Landeshauptstadt Kiel ein Netz stillfreundlicher Orte im Bezirk aufgebaut wird, an denen Eltern ihr Kind ohne Konsumzwang in einer geschützten Umgebung stillen oder ihrem Kind die Flasche geben können.
  2. Das Bezirksamt wird gebeten, gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden und dem Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung zu prüfen, wie diese Orte in einer öffentlich zugänglichen digitalen Karte dargestellt werden können, vorzugsweise als eigene Themenebene im bestehenden Geoportal Hamburg.
  3. Das Bezirksamt wird gebeten, für die Gewinnung teilnehmender Orte gezielt Geschäfte, Gastronomiebetriebe, öffentliche Einrichtungen und soziale Träger im Bezirk anzusprechen und die teilnehmenden Orte durch eine einheitliche und gut sichtbare Kennzeichnung erkennbar zu machen.
  4. Das Bezirksamt wird gebeten, der Bezirksversammlung über den Sachstand sowie über die Möglichkeit einer schrittweisen Umsetzung im Bezirk zu berichten.
Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
01.09.2026
Ö 6.2
Lokalisation Beta

Keine Orte erkannt.

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