23-1489

Planten un Blomen // Finanzierung Programmangebote mit Stadtteilcharakter

Vorlage öffentlich

Letzte Beratung: 03.03.2026 Hauptausschuss Ö 6.2

Sachverhalt

1. Sachstand

Die Rahmenbedingungen für die Finanzierung der Programmangebote in Planten un Blomen bleiben auch für das Jahr 2026 unverändert. Das dem Bezirksamt Hamburg-Mitte von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft zur Verfügung gestellte Budget für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsplanung beträgt weiterhin 182.000 € pro Jahr und ist seit mindestens 2004 nicht angepasst worden.

Im Rahmen der Drucksache haben die zuständigen Fachbehörden im Jahr 2024 folgende Stellungnahmen abgegeben:

  • Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA):
    Die BUKEA setzt sich im Rahmen der Haushaltsverhandlungen kontinuierlich für eine angemessene Finanzierung der Grün- und Erholungsanlagen ein. Die Sicherstellung des kulturellen Programms hat jedoch nachrangige Priorität gegenüber der gärtnerischen Pflege. Eine ergänzende Beteiligung der Behörde für Kultur und Medien wird als mögliche Option gesehen.
  • Behörde für Kultur und Medien (BKM):
    Die BKM stellt dem Bezirksamt Hamburg-Mitte im Rahmen der Stadtteilkulturförderung jährlich Mittel zur Verfügung, die durch die Bezirksversammlung und das Bezirksamt vergeben werden. Für den kommenden Doppelhaushalt ist vorbehaltlich der Haushaltsbeschlüsse eine Erhöhung der Rahmenzuweisung Stadtteilkultur vorgesehen.

Das zur Verfügung stehende Budget wird vorrangig für ein kostenfreies und vielfältiges Kulturprogramm unter dem Motto „umsonst & draußen“ sowie „Kultur im Grünen“ eingesetzt. Ein Teil der Mittel fließt in Lizenzgebühren (GEMA/KSK), Werbe- und Sachkosten. Die in den letzten Jahren gestiegenen Preise für Dienstleistungen (z. B. Druck, technische Veranstaltungsbetreuung) sowie die Anpassung der Honorare an die aktuellen Mindestempfehlungen führen zu einer schrittweisen Reduzierung des real verfügbaren Budgets.

Um die Kostensteigerungen aufzufangen, wurden in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Programmteile reduziert:

  • Das Kindertheater wurde 2018 und erneut ab 2024 in der Anzahl der Vorstellungstage und Gasttheater gekürzt.
  • Das Sonntagsmusik-Programm der Wasserlichtorgel entfällt seit 2023.
  • hrungen und Rundgänge wurden ab 2022 eingeschränkt.
  • Die Teilnahme an hamburgweiten Formaten wie „Langer Tag der Stadtnatur“ und „Tag des offenen Denkmals“ wurde im Umfang reduziert, bleibt aber grundsätzlich erhalten.
  • Die Öffnungszeiten der Töpferstube wurden mehrfach verkürzt.
  • Im Musikpavillon finden bereits seit vor 2020 nur noch sonntags Konzerte statt.
  • Werbemaßnahmen wie Litfaßulen, U-Bahnplakate und Fahrgastfernsehen wurden eingestellt.

2. Bewertung und Handlungsoptionen:

Um das Budget einzuhalten, ist für 2026 eine weitere Reduzierung einzelner Programmformate vorgesehen, wobei die Angebotsvielfalt möglichst erhalten bleiben soll. Die Programmdichte wird jedoch weiter abnehmen.

3. Optionen für 2026:

3.1 Weitere Kürzungen/Reduzierungen

  • pferstube:
    Einsparung von 1.100 € durch einen späteren Saisonstart im Juni (statt Mai). Weitere Reduzierungen sind aufgrund der hohen Nachfrage kaum möglich und hätten spürbare Auswirkungen auf das Angebot im Bezirk und darüber hinaus.
  • Druckmedien:
    Einsparung von 11.000 € durch geringere Auflagen. Die Nachfrage bleibt hoch, insbesondere bei Touristen und Parkgästen. Der Hauptkostenfaktor ist die Druckvorlage, nicht die Auflagenhöhe.
  • Wasserlichtorgel-Honorare:
    Einsparung von 5.000 € durch einen zusätzlichen Ruhetag (nur noch 6 statt 7 Vorstellungen pro Woche). Dies betrifft ein touristisches Highlight und könnte negative mediale Resonanz nach sich ziehen.
  • Teehaus im Japanischen Garten:
    Einsparung von 1.000 € durch einen weiteren Ruhetag (Öffnung erst ab Mittwoch). Dies würde die Zugänglichkeit weiter einschränken und die Außenwirkung beeinträchtigen.

3.2 Kompensation durch bezirkliche Mittel:

Alternativ zu weiteren Kürzungen besteht die Möglichkeit, die Finanzierung aus bezirklichen Mitteln aufzustocken. Besonders die traditionellen Kinderangebote (Töpferstube, Kindertheater, Zirkus) und die interkulturellen Feste am Musikpavillon sind zentrale Bestandteile der Stadtteilkultur. Die Wasserlichtorgel ist ein überregional beliebtes Ausflugsziel. Die Bildungsangebote mit botanischem, historischem und denkmalpflegerischem Bezug verursachen vergleichsweise geringe Kosten.

Petitum/Beschluss

Es wird um Zustimmung zur Option 3.2 gebeten und um eine Erhöhung des Budgets um bis zu 18.100 € zur Kompensation der Defizite, um das Programmangebot 2026 in seiner Vielfalt zu erhalten. Die Mittelentnahme erfolgt aus dem Förderfonds konsumtiv vorbehaltlich der Mittelbereitstellung.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
03.03.2026
Ö 6.2
Lokalisation Beta

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