22-3654.2

Obdachlosigkeit in Wilhelmsburg erkennen und bekämpfen

Mitteilung öffentlich

Letzte Beratung: 06.08.2024 Hauptausschuss Ö 3.1

Sachverhalt

Der Ausschuss für Sozialraumentwicklung hat in seiner Sitzung am 02.03.2023 dem nachfolgend aufgeführten Antrag der SPD-, CDU- und FDP-Fraktion Drs. Nr. 22-3654 mehrheitlich - gegen die Stimmen der Fraktion DIE LINKE sowie der AfD-Fraktion und bei Enthaltung der GRÜNE-Fraktion - zugestimmt.

Die Bezirksversammlung hat sich in ihrer Sitzung am 23.03.2023 mit dem Antrag/Beschluss befasst und dem Antrag mehrheitlich - gegen die Stimmen der Fraktion DIE LINKE und bei einer Enthaltung der AfD-Fraktion - zugestimmt.

Das Bezirksamt hat im Herbst des vergangenen Jahres zum Thema Obdachlosigkeit einen Runden Tisch eingerichtet und zahlreiche Player eingeladen. Hierbei wurde nach Lösungsansätzen im innerstädtischen Bereich gesucht. Die Tagesaufenthaltsstätten im Zentrum der Stadt sind für die Obdachlosen auf der Elbinsel Wilhelmsburg weit weg und somit nicht gut erreichbar. Wilhelmsburg ist der flächenmäßig größte und zugleich einer der bevölkerungsreichsten Stadtteile Hamburgs. Obdachlosigkeit ist somit, wie in vielen anderen Orten unserer Stadt, leider auch dort ein Thema welches nicht nur die Betroffenen, sondern alle Anwohnenden bewegt. Ob Drogenkonsum Obdachlosigkeit herbeiführt oder umgekehrt – beide bedingen sich und sind voneinander schwer zu trennen.

Tagesaufenthaltsstätten folgen dem Bedarf und den schwerpunktmäßigen Aufenthaltsorten obdachloser Menschen. Für Wilhelmsburg liegen bisher keine verlässlichen Angaben vor. Ebenso wenig zur Größe, Zusammensetzung und der regionalen Verankerung der Obdachlosen in dem Stadtteil.

In Altona – in der Stresemannstraße 150 gibt es ein kleines räumliches Angebot der Sozialbehörde in Kooperation mit Fördern & Wohnen und Palette e.V., welches neben Obdachlosen auch die Trinkerszene um den Raum des Bahnhofs Holstenstraße ansprechen soll. Dies als Beispiel nehmend könnte auch Ähnliches in Wilhelmsburg entwickelt werden.

Das Bezirksamt wird gebeten sich bei den zuständigen Stellen für folgendes einzusetzen:

  1. Prüfung einer möglichen Umsetzung des erläuterten Konzepts aus Altona für einen Standort in Hamburg-Wilhelmsburg. Alternativ – die Prüfung einer möglichen Anlauf- und Begegnungsstätte mit reduziertem zeitlichem, personellem und inhaltlichem Angebot.
  1. Prüfung, ob Mittel der Fachbehörde eine Anschub- oder Ergänzungsfinanzierung tragen könnten.

Das Bezirksamt teilt zu dem Beschluss Folgendes mit:

Am 16.5. fand ein Gespräch zwischen Bezirksamt und Sozialbehörde zu o. g. Beschluss statt, in dessen Rahmen folgendes verabredet wurde:

- Nach Klärung der Datenlage zu Anzahl und Zusammensetzung des beschriebenen Personenkreises wird die federführende Sozialbehörde zu einem Gespräch einladen, um daraus abzuleitende konkrete Maßnahmen abzustimmen.

- Für dieses Gespräch liefert das Bezirksamt Informationen und Ansprechpersonen aus dem Sozialraum zu.

- Die Verwaltung unterrichtet die Bezirksversammlung über das Gesprächsergebnis.

Das Bezirksamt teilt zu dem Beschluss - Stand 10.06.2024 - Folgendes mit:

Zwischenzeitlich hat das Bezirksamt weitere Informationen zur Lage der betroffenen obdachlosen Menschen im Raum Wilhelmsburg einholen und auswerten können.

Das Bezirksamt hat am 14.5. einen Termin mit der Sozialbehörde, sowie Mitarbeitenden der Diakonie abgehalten, die im Raum Wilhelmsburg mitunter Straßensozialarbeit durch die Soziale Beratungsstelle Harburg anbieten.

Inhalte des Gesprächs waren neben den Bedarfen von obdachlosen Menschen insbesondere die städtischen Ressourcen für Straßensoziarbeit, über dessen Zuteilung die zuständige Sozialbehörde im Rahmen der Neukonzeptionierung der Straßensozialarbeit entscheidet. Die Konzepterstellung ist aktuell noch nicht abgeschlossen, soll aber die sozialräumlichen bzw. bezirklichen Besonderheiten im Raum Süderelbe berücksichtigen.

Obschon diese Bedarfe grundsätzlich anerkannt werden, sind darüber hinaus keine weiteren Hinweise über eine Zunahme von betroffenen Menschen eingegangen. Eine abschließende Bewertung über die Größe der Zielgruppe, sowie die Notwendigkeit einer Einrichtung steht daher noch aus und ist auch im Rahmen der o.g. Planungen zu treffen. Das Bezirksamt unterstützt bei dieser fortwährenden Evaluation und der Erwägung geeigneter Maßnahmen.

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Lokalisation Beta
Holstenstraße Stresemannstraße Holstenstraße Fördern & Wohnen

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