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Bushaltespur in der Versmannstraße hier: Empfehlung des HafenCity Forums vom 18.11.2025

Mitteilung öffentlich

Letzte Beratung: 19.03.2026 Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Ö 3.2

Sachverhalt

Der Cityausschuss hat in seiner Sitzung am 13.01.2026 der nachfolgend aufgeführten Empfehlung einstimmig - bei Enthaltung der AfD-Fraktion - zugestimmt.

Die Bezirksversammlung hat diesen Beschluss in ihrer Sitzung am 22.01.2026 bestätigt.

Das HafenCity Forum hat in seiner Sitzung am 18.11.2025 folgende Beiratsempfehlung beschlossen.

Empfehlung

Das HafenCity Forum hat sich intensiv mit der Situation der Bushaltestandspur in der Versmannstraße befasst. In den Beratungen wurde deutlich, dass die dortigen Probleme und Belastungen nicht allein auf den LKW-Verkehr zurückzuführen sind, sondern gleichermaßen durch dort haltende und parkende Busse verursacht werden.

Sowohl LKW als auch Busse nutzen die Bushaltestandspur regelmäßig über längere Zeiträume, teils über mehrere Stunden und häufig unter laufendem Motor. Diese Praxis stellt eine erhebliche und wiederkehrende Belastung für die Umgebung dar, widerspricht den Vorgaben des Bundes- und Landes-Immissionsschutzgesetzes und ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem an diesem Standort. Hinzu kommt, dass für die vorgelagerte und stark frequentierte Fahrradspur - zwischen nördlicher Fahrspur und Bushaltestandspur - eine massive sicherheitstechnische Gefährdung ausgeht.

Das HafenCity Forum richtet daher folgende Empfehlung an den Cityausschuss:

1. Prüfung einer dauerhaften Verlegung der Bushaltestandspur

Es wird empfohlen zu prüfen, ob eine dauerhafte Verlegung der Bushaltestandspur an einen anderen geeigneten Standort, abseits der Wohnbebauung glich ist, um die bestehenden Lärm- und Abgasbelastungen für die Anwohner nachhaltig zu reduzieren sowie die Verkehrssicherheit der Fahrradfahrer sicherzustellen.

2. Berücksichtigung stadtökologischer Maßnahmen im Falle einer Verlegung

Im Falle einer Verlegung sollte die freiwerdende Fläche in der Versmannstraße wenn irgend möglich städtebaulich und ökologisch aufgewertet werden. Vorgeschlagen werden insbesondere:

  • Entsiegelung der Fläche
  • Begrünung bzw. Schaffung kleinerer Grünstrukturen

3. Übergangsweise stärkere Kontrolle der bestehenden Bushaltestandspur

Solange keine Verlegung erfolgt ist, wird eine deutlich intensivere Kontrolle der Bushaltestandspur gefordert. Dies betrifft insbesondere das Parkraummanagement, um den akuten Zustand kurzfristig zu verbessern und sowohl:

  • die illegale Nutzung als Umladezone durch LKW
  • als auch das längere Halten und Parken von Bussen mit laufendem Motor

wirksam einzudämmen.

4. Begründung der Empfehlung

  • Wiederkehrende und nicht nur vereinzelte Nutzung der Spur durch LKW und Busse
  • Gleichwertige Lärm- und Abgasbelastungen durch beide Verkehrsarten
  • Erhöhte Abgasemissionen durch lange Motorlaufzeiten
  • Gefährdung für Radfahrende durch Blockaden sowie nutzungsimmanente Überquerung der Fahrradspur
  • Erhebliche Beeinträchtigung der Aufenthalts- und Umweltqualität im Umfeld

Abstimmungsergebnis

Dafür: 27
Dagegen: 0
Enthaltungen: 0

Die Straßenverkehrsbehörde des Polizeikommissariats 14 nimmt zu dem Beschluss mit Schreiben vom 18.02.2026 wie folgt Stellung:

Zu 1: Die Anregung, die Bushaltestandspur Versmannstraße an einen anderen, von der Wohnbebauung abgesetzten Standort zu verlegen, wird zur Kenntnis genommen. Ziel ist es, die bestehenden Lärm- und Abgasbelastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner nachhaltig zu reduzieren.

Die Prüfung und Umsetzung einer solchen Verlegung stellt eine städteplanerische Aufgabe dar, die eine umfassende Abstimmung verschiedener Fachbehörden und eine Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten erfordert. Aktuell wird der Parkraum an der Versmannstraße für Reisebusse zum Parken bereitgestellt, da an den touristischen Anziehungspunkten im Umfeld keine ausreichenden Flächen für den Busverkehr zur Verfügung stehen.

Die Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWI) ist regelmäßig in die Bedarfsplanung für zusätzliche Omnibushalteflächen eingebunden und bringt entsprechende Bedarfe an die zuständige Straßenverkehrsbehörde des Polizeikommissariats 14 (PK 14) heran. Eine mögliche Verlegung der Bushaltestandspur sollte daher unter Einbeziehung der BWI sowie weiterer relevanter Stellen geprüft werden, um sowohl die Belange des Tourismus als auch die Interessen der Anwohnerschaft angemessen zu berücksichtigen.

Es wird darauf hingewiesen, dass durch die bestehenden Bushaltestandplätze keine Gefährdung für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer besteht. Eine Auswertung der Unfallzahlen der 2022-2025 hat ergeben, dass es keinen Unfall unter Beteiligung eines Radfahrenden und eines Lkw bzw. Omnibus gab.

Zu 2: r städteplanerische Maßnahmen ist die Straßenverkehrsbehörde des PK 14 nicht zuständig.

Zu 3: Die Beschwerdelage hinsichtlich der nicht regelkonformen Nutzung der Bushaltestandspur ist dem Polizeikommissariat 14 bekannt. Im Rahmen der vorhandenen personellen und organisatorischen Ressourcen werden bereits regelmäßige Kontrollen durchgeführt. Das Anliegen wurde erneut an die zuständigen Stellen weitergeleitet, die für die Ahndung und Verfolgung entsprechender Verstöße verantwortlich sind. Ziel ist es, kurzfristig eine Verbesserung der Situation herbeizuführen und insbesondere die illegale Nutzung durch LKW sowie das Parken von Bussen mit laufendem Motor zu unterbinden.“

Die Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI) hat mitgeteilt, dass sie von dem Beschluss nicht betroffen ist, da die Verlegung und Kontrolle von Bushaltespuren nicht in den Geschäftsbereich der Planfeststellungsbehörde fallen.

Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) nimmt zu dem Beschluss mit Schreiben vom 05.03.2026 wie folgt Stellung:

Die Planung und Einrichtung der Reisebusparkplätze entlang der Versmannstraße erfolgte auf Basis ausdrücklicher Bedarfsanzeigen verschiedener Stellen der Freien und Hansestadt Hamburg. Von dort wurde ein deutlicher Mangel an geeigneten Abstellflächen für Reisebusse im Umfeld zentraler touristischer Attraktionen festgestellt. Zu diesen zählen insbesondere die Elbphilharmonie, das Kreuzfahrtterminal, das Miniatur Wunderland, das Hamburg Dungeon sowie weitere stark frequentierte Ziele in der Speicherstadt.

Die Reisebusparkplätze an der Versmannstraße einschließlich der Fahrradverkehrsführung wurden entsprechend den einschlägigen technischen Regelwerken und unter Abwägung aller relevanten Belange geplant und durch die zuständigen Behörden vollumfänglich im Rahmen der Schlussverschickung genehmigt.

Informationen zu einer möglichen Fehlnutzung der Reisebusparkplätze durch LKW werden von der HafenCity Hamburg GmbH nicht gesammelt und es liegt auch keine direkte Beschwerdelage vor. Für die Ahndung von Parkverstößen oder anderen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung ist die Polizei zuständig.

Die HafenCity Hamburg GmbH gibt in Bezug auf die Empfehlung des Cityausschusses zu bedenken, dass eine neue Straßenplanung im Zuge der Abwägung zur selben oder einer ähnlichen Straßenraumgestaltung führen würde. Da die Herstellung der Flächen erst vor wenigen Jahren erfolgte, hält die HafenCity Hamburg GmbH eine Neuplanung zudem finanziell und ökologisch für unverhältnismäßig. Ferner weist die HafenCity Hamburg GmbH rein vorsorglich darauf hin, dass das Sondervermögen Stadt und Hafen für etwaige Umplanungen und Umbauten ordnungsgemäßer errichteter Infrastrukturen keine finanzielle Mittel vorhält.

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Lokalisation Beta
Versmannstraße Hamburg

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