23-1620.1

Beitritt des Bezirksamts Hamburg-Mitte zum Bündnis "Gemeinsam gegen Sexismus"

Mitteilung öffentlich

Letzte Beratung: 25.06.2026 Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Ö 3.1

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung hat in ihrer Sitzung am 16.04.2026 dem nachfolgend aufgeführten Antrag der SPD-Fraktion, GRÜNE-Fraktion und FDP-Gruppe Drs. Nr. 23-1620 einstimmig zugestimmt.

Sexismus und sexuelle Belästigung sind weiterhin Bestandteil gesellschaftlicher Realität und betreffen Menschen in unterschiedlichen Lebensbereichen. Auch öffentliche Institutionen sind hiervon nicht ausgenommen. Umso wichtiger ist es, dass Verwaltung und Politik eine klare Haltung einnehmen und Verantwortung für ein diskriminierungsfreies Arbeits- und Wirkungsumfeld übernehmen.

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte ist bereits in verschiedenen Bereichen der Gleichstellung und Diversity aktiv. Gleichzeitig erfordert ein wirksamer Umgang mit Sexismus eine kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Strukturen sowie eine dauerhafte Sensibilisierung von Führungskräften und Mitarbeitenden.

Mit dem bundesweiten Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ steht hierfür ein etabliertes Instrument zur Verfügung, das Organisationen und öffentliche Einrichtungen dabei unterstützt, Sexismus und sexuelle Belästigung zu erkennen, ihnen entgegenzuwirken und entsprechende Maßnahmen nachhaltig zu verankern. Der Beitritt ist als Selbstverpflichtung zu verstehen, bestehende Ansätze weiterzuentwickeln und das Thema strukturell in der Verwaltung zu stärken.

Ein Beitritt des Bezirksamts Hamburg-Mitte würde dieses Engagement sichtbar unterstreichen und die Vorbildfunktion der Verwaltung stärken. Zugleich bietet er die Möglichkeit, bestehende Fortbildungs-, Gleichstellungs- und Diversitystrukturen weiter auszubauen und die Verwaltung als sicheren und respektvollen Arbeits- und Wirkungsraum weiterzuentwickeln.

Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschließt:

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten,

  1. darauf hinzuwirken, dass das Bezirksamt Hamburg-Mitte dem bundesweiten Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ beitritt und die entsprechende Unterstützungserklärung abgibt,
  2. die Angebote des Bündnisses insbesondere Informationsmaterialien, Veranstaltungen und Fortbildungsformate innerhalb der Bezirksverwaltung bekannt zu machen und deren Nutzung zu fördern,
  3. im Rahmen bestehender Fortbildungs- und Personalentwicklungsformate die Themen Sexismus und andere Diskriminierungsformen weiter zu verankern,
  4. der Bezirksversammlung über den Beitritt und die geplanten weiteren Schritte zu berichten.

Das Bezirksamt nimmt zu dem Beschluss mit Schreiben vom 12.06.2026 wie folgt Stellung:

Zu 1.

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte ist dem Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ beigetreten und hat eine entsprechende Unterstützungserklärung abgegeben.

Zu 2.

Im Bezirksamt Hamburg-Mitte bestehen bereits verschiedene Maßnahmen zur Förderung von Antidiskriminierung, Gleichbehandlung und respektvoller Zusammenarbeit.Neue Führungskräfte werden im Rahmen des bezirksinternen Onboarding-Programms „hrung Ahoi“ durch Vorträge und Workshops für diese Themen sensibilisiert. Der erste Durchgang des Programms wurde bereits erfolgreich durchgeführt.Darüber hinaus fand am 19. Mai 2026 eine bezirksinterne Veranstaltung für alle Mitarbeitenden zum Thema Antidiskriminierung statt. Ergänzend werden im Rahmen der jährlich stattfindenden Gesundheitswoche sowie weiterer Workshops und Veranstaltungsformate regelmäßig Impulsezu den Themen Gesundheit, Wertschätzung und diskriminierungsfreies Arbeiten vermittelt.Die Angebote des Bündnisses „Gemeinsam gegen Sexismus“ stellen eine sinnvolle Ergänzung der bereits bestehenden Maßnahmen dar. Sie sollen im Bezirksamt Hamburg-Mitte bekannt gemacht und im Rahmen der Personal- und Organisationsentwicklung bedarfsgerecht genutzt werden.

Zu 3.

Antidiskriminierung ist ein zentraler Bestandteil der Personalpolitik des Bezirksamts Hamburg-Mitte. Ziel ist es, ein wertschätzendes, sicheres und chancengerechtes Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeitenden frei von Benachteiligung und Diskriminierung arbeiten können.Um bestehende Handlungsbedarfe zu identifizieren, wurde im Sommer 2023 eine Befragung aller Mitarbeitenden durchgeführt. Die Ergebnisse machten unter anderem deutlich, dass weiterhin Hürden bei der Meldung von Diskriminierungserfahrungen bestehen. Darauf aufbauend wurde das Diversity Management mit dem Schwerpunkt Antidiskriminierung weiterentwickelt und eine Beschwerdestelle nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) eingerichtet.Darüber hinaus wird derzeit eine neue Dienstvereinbarung erarbeitet, die ein verbindliches und transparentes Verfahren zum Umgang mit Diskriminierung festlegt. Sexuelle Belästigung und sexistische Verhaltensweisen werden darin ausdrücklich als nicht tolerierbar benannt.Zur weiteren Stärkung einer diskriminierungssensiblen Führungskultur finden im Juni Inhouse-Schulungen für Führungskräfte unter dem Titel „Frühzeitig Grenzen setzen souverän handeln in überraschenden Situationen“ statt. Ziel ist es, die Handlungssicherheit im Umgang mit herausfordernden Situationen im Führungsalltag zu stärken. Ergänzend wurde das Betriebliche Gesundheitsmanagement weiterentwickelt. Antidiskriminierungsmaßnahmen fördern nicht nur ein respektvolles Arbeitsklima, sondern tragen auch zum Gesundheits- und Arbeitsschutz der Mitarbeitenden bei.Vor dem Hintergrund der bereits bestehenden Maßnahmen im Bereich Antidiskriminierung und Personalentwicklung erscheint es sachgerecht, die Themen Sexismus und andere Diskriminierungsformen weiterhin systematisch in bestehende Fortbildungs- und Personalentwicklungsformate einzubinden. Die Angebote des Bündnisses „Gemeinsam gegen Sexismus“nnen hierzu einen zusätzlichen Beitrag leisten und die vorhandenen Aktivitäten sinnvoll ergänzen.

Zu 4.

Der Beitritt zum Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ ist am 10.06.2026 erfolgt.

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

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