Antwort: Kriminalstatistik für den Bezirk Hamburg-Mitte für das Jahr 2025 (Anfrage der AfD-Fraktion)
Fragestellerinnen und Fragesteller: Nicole Jordan, Norbert Jordan, Marc-Manuel Kunstmann
Wie der Innensenator vor Kurzem im Rahmen der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik mitgeteilt hat, ist Hamburg eine sehr sichere Stadt. Viele Bürger beobachten allerdings mit Sorge die Entwicklung der Kriminalität in ihrem Umfeld bzw. Stadtteil. Tägliche Berichte über Vorfälle und ein gefühlter Anstieg bestimmter Deliktarten führen zu Fragen nach der aktuellen Sicherheitslage in Hamburg-Mitte.
Viele Bürger berichten von einem Gefühl zunehmender Unsicherheit. Diskussionen über Einbrüche, Gewalttaten, Diebstähle und Vorfälle im öffentlichen Raum prägen die Alltagsgespräche. Besonders besorgniserregend sind die Berichte über die Zunahmen von Vergewaltigungen, die ein Gefühl konkreter Bedrohung schaffen. Um ein klares Bild über die tatsächliche Lage im Bezirk Hamburg-Mitte zu bekommen, fordern viele Bürger eine transparente und umfassende Information über die aktuelle Kriminalitätsstatistik für Hamburg-Mitte.
Dies vorausgeschickt, fragen wir die Verwaltung:
Das Bezirksamt Hamburg-Mitte beantwortet die Anfrage auf der Grundlage von Auskünften der Behörde für Inneres und Sport (BIS) wie folgt:
Die Polizei erfasst Straftaten gemäß dem Straftatenkatalog der bundeseinheitlichen Richtlinien für die Erfassung und Verarbeitung der Daten in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). Die Erfassung eines Falles erfolgt mit Abschluss aller polizeilichen Ermittlungen durch die für die Endbearbeitung zuständige Dienststelle bei endgültiger Abgabe der entstandenen Ermittlungsvorgänge bzw. des Schlussberichts an die Staatsanwaltschaft oder das Gericht. Die Auswertung von PKS-Daten in Tabellenform als standardisierte Ergebnistabellen unterliegt einem bundesweit abgestimmten Prozess. Darin wird fachlich beschrieben, wie die PKS-Daten zu erheben sind und wie sie in den jeweiligen Ergebnistabellen ausgewertet werden.
Bei der Berechnung der Tatverdächtigen (TV) wird in der PKS eine echte Tatverdächtigenzählung vorgenommen. Danach wird die oder der TV auch bei mehrfachem Auftreten im Kalenderjahr für die gleiche Straftat nur einmal gezählt.
Verknüpfungen zwischen der Erfassung des Tatmittels (z.B. Messer) und der Staatsangehörigkeit des TV sowie der Tataufklärung finden nicht statt. Für die Beantwortung dieser Fragestellungen wäre eine manuelle Durchsicht aller Hand- und Ermittlungsakten des erfragten Zeitraums bei den für die einschlägigen Delikte zuständigen Dienststellen des Landeskriminalamtes erforderlich. Die Auswertung mehrerer tausend Vorgänge ist in der für die Beantwortung bezirklicher Anfragen zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich.
Wie bereits im Vorjahr sind auch im Jahr 2025 in jedem Hamburger Bezirk Rückgänge der Straftaten feststellbar. Im Bezirk Hamburg-Mitte, welcher sich insbesondere durch einen hochfrequentierten und teilweise von prekären Lebenslagen geprägten Bereich rund um den Hamburger Hauptbahnhof sowie durch das Vergnügungsviertel St. Pauli auszeichnet und in welchem mit knapp 79.000 Fällen die meisten Straftaten registriert wurden, ist der größte absolute Fallzahlenrückgang um 5.551 Fälle (- 6,6 %) festzustellen. Wesentliche Ursachen sind, ebenso wie im Jahr zuvor, hauptsächlich Abnahmen im Bereich der Massen- und Kleinkriminalität, insbesondere bei Diebstahlsdelikten wie z.B. Taschen- und Ladendiebstählen. Zudem sind starke Rückgänge bei den allgemeinen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz - den sogenannten Konsumentendelikten - mitursächlich, was mit dem neu eingeführten Cannabisgesetz im Zusammenhang steht.
Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten im Bezirk Hamburg-Mitte die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung einen Rückgang um 28,4 % (- 261 Fälle), der insbesondere auf den deutlichen Rückgang der Fälle von sexueller Belästigung um 18,6 % (- 64 Fälle) zurückzuführen ist. Gleichwohl stieg die Zahl der Vergewaltigungen im Bezirk Hamburg-Mitte um 23,4 % bzw. 18 Fälle an. Mit insgesamt 121 Fällen ereigneten sich 18,3 % aller Sexualdelikte in Hamburg im Umfeld der Vergnügungsmeile Reeperbahn, wo Täter sich das Gedränge von Menschen und die, mitunter alkoholbedingt, ausgelassene Stimmung zunutze machen konnten.
Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit verzeichneten im Vergleich zum Jahr 2024 einen Rückgang um 2,5 % (- 399 Fälle). Dazu haben polizeiliche Maßnahmen wie die Allianz Sicherer Hauptbahnhof, die Quattrostreifen, Waffen- und Alkoholkonsumverbotszonen, die Videoüberwachung von Gefahrengebieten und viele Schwerpunktkontrollen maßgeblich beigetragen.
Darüber hinaus konnte auch beim Diebstahl unter erschwerenden Umständen ein Rückgang um 9,0 % (- 787 Fälle) registriert werden.
Die Gesamtzahl der Rauschgiftdelikte in der PKS ist im Bezirk Hamburg-Mitte im Vergleich zum Vorjahr um 18,2 % (- 1.399 Fälle) gesunken. Einen Rückgang gab es sowohl bei den Konsumentendelikten um 26,6 % (- 1.543 Fälle) als auch bei den Delikten im Zusammenhang mit Handel und Schmuggel um 20,9 % (- 219 Fälle). Dem Gesamtrückgang der Rauschgiftdelikte stehen im Bezirk Hamburg-Mitte 512 Straftaten gegen das Konsumcannabisgesetz gegenüber. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 429 Taten. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass eine direkte Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr nicht gegeben ist, da diese Fälle erst seit April 2024 unter einem hierfür neu eingeführten Schlüssel in der PKS erfasst wurden. Das Inkrafttreten des Cannabisgesetzes, durch das sämtliche Straftaten mit Cannabisprodukten aus dem Betäubungsmittelgesetz gestrichen wurden, führte ab April 2024 zu einem starken Fallzahlenrückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Sowohl die nachhaltige Bekämpfung der öffentlich wahrnehmbaren Rauschgiftkriminalität als auch das Vorgehen gegen den bandenmäßigen und organisierten Handel sowie Schmuggel von Betäubungsmitteln wurden, wie im Vorjahr, auch im Jahr 2025 priorisiert verfolgt.
1. Wie viele Messerdelikte gab es im Bezirk Hamburg-Mitte im Jahr 2025?
Der Einsatz von Messern wird in der PKS seit dem Jahr 2019 gesondert erfasst. Er wird in den standardisierten Tabellen der PKS nur für Hamburg gesamt berechnet. Für die Bezirke und Stadtteile sind PKS-Sonderauswertungen erforderlich, die aus technischen Gründen nur für das laufende (2026) und vorangegangene Jahr (2025) vorgenommen werden können. Für das Jahr 2024 waren noch Daten aus vergangenen Anfragen vorrätig. Es wird darauf hingewiesen, dass für das Jahr 2024 eine Unterteilung nach dem Merkmal „mitgeführt“ noch nicht erfolgte.
Für das Jahr 2024 wurden insgesamt 573 Fälle mit dem Tatmittel Messer in der PKS erfasst, in 377 Fällen wurde damit gedroht und in 196 Fällen wurde ein Messer tatsächlich eingesetzt.
Im Jahr 2025 wurden in der PKS mit Tatort „Bezirk HH-Mitte“ insgesamt 512 Fälle mit dem Tatmittel Messer erfasst. Davon wurde in 173 Fällen ein Messer ausschließlich mitgeführt, in 216 Fällen wurde mit dem Messer gedroht und in 123 Fällen wurde es eingesetzt.
1.1 Wie viele davon (Antwort 1) sind von Tätern ohne deutsche Staatsangehörigkeit begangen worden?
1.2 Wie viele Straftaten konnten aufgeklärt werden?
Siehe Vorbemerkung.
2. Wie viele Straftaten gegen das Leben sind 2025 im Bezirk Hamburg-Mitte verübt worden?
2.1 Wie viele davon (Antwort 2) sind von Tätern ohne deutsche Staatsangehörigkeit begangen worden?
2.2 Wie viele Straftaten konnten aufgeklärt werden?
3. Wie viele Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind im Jahr 2025 im Bezirk Hamburg-Mitte verübt worden?
3.1 Wie viele davon (Antwort 3) sind von Tätern ohne deutsche Staatsangehörigkeit begangen worden?
3.2 Wie viele Straftaten konnten aufgeklärt werden?
4. Wie viele Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit sind 2025 im Bezirk Hamburg-Mitte verübt worden?
4.1 Wie viele davon (Antwort 4) sind von Tätern ohne deutsche Staatsangehörigkeit begangen worden?
4.2 Wie viele Straftaten konnten aufgeklärt werden?
5. Wie viele Diebstähle unter erschwerenden Umständen sind 2025 im Bezirk Hamburg-Mitte verübt worden?
5.1 Wie viele davon (Antwort 5) sind von Tätern ohne deutsche Staatsangehörigkeit begangen worden?
5.2 Wie viele Straftaten konnten aufgeklärt werden?
6. Wie viele Rauschgiftdelikte sind 2025 im Bezirk Hamburg-Mitte verübt worden?
6.1 Wie viele davon (Antwort 6) sind von Tätern ohne deutsche Staatsangehörigkeit begangen worden?
6.2 Wie viele Straftaten konnten aufgeklärt werden?
Zu den in der PKS erhobenen Daten zu den Fallzahlen, den ermittelten TV insgesamt, den nichtdeutschen TV und den aufgeklärten Fällen siehe Anlage. Im Übrigen siehe Vorbemerkung.
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