Antwort: Gefährliche Orte - Infostände verfassungsfeindlicher Parteien (Anfrage der Fraktion DIE LINKE)
Fragestellerinnen und Fragesteller: Antonia-Luise Ivankovic, Theresa Jakob, Steffen Leipnitz, Susanne Morgenstern, Maureen Schwalke, Nora Stärz, Marinus Stehmeier, Ronald Wilken
Einleitung für die Fragen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Die Studie „Warum die AfD verboten werden könnte. Empfehlungen an Staat und Politik“ des Deutschen Instituts für Menschenrechte vom Juni 2023 kommt zu dem Schluss, dass sich die AfD seit ihrer Gründung zu einer rechtsextremen Partei entwickelt hat, die das Ziel verfolgt, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beseitigen (https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/warum-die-afd-verboten-werden-koennte). Die von der AfD ausgehende Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung bewertet der Autor der Studie dabei als erheblich.
Ende November veröffentlichten 18 Expert*innen eine rechtswissenschaftliche Stellungnahme zu einem Parteiverbotsverfahren gegen die AfD (https://verfassungsblog.de/stellungnahme-parteiverbotsverfahren-afd/). Die rechtliche Beurteilung der Erfolgsaussichten eines AfD-Verbots fällt nach dieser Stellungnahme positiv aus. Demnach ist die AfD verfassungswidrig. Der Stellungnahme ist eine Zusammenstellung exemplarischer Belege für die Verfassungswidrigkeit der AfD beigefügt, die auch die AfD in Hamburg betreffen:
Von der AfD geht aber nicht nur eine Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung aus. Infoständen der AfD stellen auch eine konkrete Gefahr für die Menschen in Hamburg dar. Anfang September 2018 kam es bei einem Infostand in Groß Flottbek zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei dem ein Passant mit einem Messer von einem AfD’ler verletzt wurde (siehe Mopo vom 24.10.2018, Infostand-Tumult – Der Messermann der AfD). Am 03.05.2019 gab es Übergriffe von zwei AfD’lern bei einem Infostand der AfD in Wilhelmsburg gegen eine junge Frau, die daraufhin zwei Tage im Krankenhaus verbringen musste.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Bezirksamtsleitung:
Liegen dem Bezirksamt aktuell Anmeldungen auf Genehmigungen künftiger Infostände der AfD und/oder der NPD vor? Wenn ja, bitte nach Partei, Ort, Datum, Uhrzeit und ob genehmigt oder abgelehnt aufschlüsseln.
Das Bezirksamt Hamburg-Mitte beantwortet die Frage wie folgt:
Folgende Infostände der AfD wurden beantragt (Stand 15.01.2025):
Partei |
Ort |
Datum |
Uhrzeit |
Entscheidung |
AfD |
Möllner Landstraße vor dem EKZ , gegenüber vom Schweinske |
25.01.2025 21.02.2025 |
15 bis 18 Uhr 15 bis 18 Uhr |
genehmigt genehmigt |
AfD |
Elbphilharmonie, Platz d. Deutschen Einheit 4 |
01.02.2025 01.03.2025 |
10 bis 16 Uhr 10 bis 16 Uhr |
genehmigt genehmigt |
AfD |
Bertha-Kröger-Platz, gegenüber vom Eiscafé |
31.01.2025 |
15 bis 18 Uhr |
genehmigt |
AfD |
Großneumarkt, vor dem EDEKA |
05.02.2025 |
10 bis 14 Uhr |
genehmigt |
AfD |
Hammer Kirche - Bei der Vogelstange |
07.02.2025 |
10 bis 14 Uhr |
genehmigt |
AfD |
Kandinskyallee gegenüber vom EDEKA Markt |
08.02.2025 22.02.2025 |
10 bis 14 Uhr 10 bis 14 Uhr |
genehmigt |
AfD |
Rothenburgsort, Vierländer Damm, vor der Haspa |
12.02.2025 |
10 bis 14 Uhr |
genehmigt |
AfD |
Finkenwerder, Steendiek, gegenüber vom Rewe Markt |
15.02.2025 18.02.2025 |
10 bis 14 Uhr 12 bis 16 Uhr |
genehmigt |
AfD |
Rennbahnstraße zwischen U-Bahnhof Horner Rennbahn und EKZ Horn, |
28.02.2025 |
10 bis 16 Uhr |
genehmigt |
Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) hat im Bereich des Bezirksamtes Hamburg Mitte keine Informationsstände beantragt.
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