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Gemeinsam statt einsam – Eimsbüttel stärkt Begegnung und Zusammenhalt

Gemeinsamer Antrag

Sachverhalt

Einsamkeit ist längst kein Randthema mehr, sondern eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung. Sie betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern kann Menschen jeden Alters und in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen treffen: Jugendliche, Studierende, Alleinerziehende, Berufstätige, Zugezogene, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder nach Trennungen und Verlusten.

Aktuelle Studien zeigen, dass sich in Deutschland rund jede vierte Person zumindest zeitweise einsam fühlt. Besonders stark betroffen waren in den vergangenen Jahren junge Erwachsene. Einsamkeit ist dabei kein bloßes Gefühl des Alleinseins, sondern ein ernstzunehmender Risikofaktor für die psychische und körperliche Gesundheit. Sie kann Depressionen, Angststörungen, Schlafprobleme sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Fachleute weisen darauf hin, dass chronische Einsamkeit ähnlich belastende gesundheitliche Folgen haben kann wie andere bekannte Risikofaktoren.

Darüber hinaus wirkt Einsamkeit auch auf unsere Demokratie. Wer sich dauerhaft ausgeschlossen, übersehen oder gesellschaftlich nicht zugehörig fühlt, zieht sich häufiger zurück, verliert Vertrauen in Institutionen und beteiligt sich seltener am gesellschaftlichen und politischen Leben. Einsamkeit kann damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen und demokratiegefährdende Entwicklungen begünstigen.

Andere Bundesländer und Gemeinden haben das Thema bereits strategisch aufgegriffen. Nordrhein-Westfalen hat 2024 mit dem Aktionsplan „Du+Wir=Eins“ eine ressortübergreifende Strategie gegen Einsamkeit vorgelegt, die Prävention, Enttabuisierung, Vernetzung und lokale Angebote miteinander verbindet. Auch Stuttgart gilt als Vorreiterin auf kommunaler Ebene: Dort wurde bereits 2022 eine städtische Strategie gegen Einsamkeit gestartet, ergänzt durch eine zentrale Informationsplattform, gezielte Begegnungsangebote, Kampagnen zur Enttabuisierung sowie regelmäßige Fachkonferenzen zum Thema.

Auch in Hamburg gibt es erste wichtige Ansätze. Im Jahr 2025 wurde ein „Bündnis gegen Einsamkeit“ gestartet, um Akteur*innen aus Politik, Sozialbereich und Zivilgesellschaft stärker zu vernetzen. In Eimsbüttel bestehen bereits gute lokale Beispiele: Der Zuhör-Kiosk an der U-Bahn Emilienstraße schafft niedrigschwellige Gesprächsangebote im öffentlichen Raum. Mit sogenannten „geselligen Bänken“, etwa im Park am Weiher, wurden Orte geschaffen, die Begegnung fördern und Gespräche erleichtern.

Einsamkeit lässt sich nicht vollständig vermeiden, aber ihr kann aktiv begegnet werden – durch soziale Infrastruktur, sichtbare Treffpunkte, Nachbarschaft, Kultur, Sport, Beratung und ein Bewusstsein dafür, dass niemand mit diesem Thema allein bleiben muss.

Gerade in einem dicht besiedelten und vielfältigen Bezirk wie Eimsbüttel ist es deshalb wichtig, bestehende Begegnungs- und Unterstützungsangebote besser sichtbar und zugänglich zu machen. Gleichzeitig sollten Möglichkeiten genutzt werden, an geeigneten öffentlichen Orten zusätzliche niedrigschwellige Begegnungsangebote zu schaffen. Dabei gilt es, auf vorhandene Strukturen und die Erfahrungen lokaler Einrichtungen, Träger und Initiativen aufzubauen.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten,

  1. gemeinsam mit bestehenden Einrichtungen, Trägern und Initiativen zu prüfen, wie vorhandene Begegnungs- und Unterstützungsangebote gegen Einsamkeit in Eimsbüttel besser sichtbar und für unterschiedliche Zielgruppen leichter zugänglich gemacht werden können. Dabei sollen insbesondere junge Menschen, ältere Menschen, Alleinerziehende, pflegende Angehörige und neu Zugezogene berücksichtigt werden;
  1. zu prüfen, an welchen öffentlichen Orten im Bezirk zusätzliche niedrigschwellige Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden können, etwa durch gesellige Bänke, mobile Zuhör-Angebote, Nachbarschaftstreffs oder generationsübergreifende Formate. Dabei sollen bestehende Angebote und lokale Akteur*innen einbezogen sowie geeignete Maßnahmen im Rahmen vorhandener Ressourcen nach Möglichkeit umgesetzt werden;
  1. über die Ergebnisse, mögliche Maßnahmen und die weiteren Schritte in einer der nächsten Sitzungen des Sozialraumausschusses (SR) zu berichten.

Ali Mir Agha, Luise Rosemeier, Falk Schmidt-Tobler und GRÜNE-Fraktion

Hadi Mourad, Kordula Leites und SPD-Fraktion

Lokalisation Beta
Emilienstraße Am Weiher
Stadtteile

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Themen Beta

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