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Galeria-Standort Osterstraße sichern – Schlüsselimmobilie für die Zukunft Eimsbüttels erhalten

Antrag

Sachverhalt

Das Galeria-Kaufhaus an der Osterstraße ist nicht nur eine einzelne Warenhausfiliale, sondern ein zentraler Frequenzbringer, Nahversorgungsstandort und städtebaulicher Orientierungspunkt für das Kerngebiet Eimsbüttels. Eine Schließung würde neben den rund 60 Beschäftigten auch zahlreiche kleinere Geschäfte, Dienstleister und gastronomische Betriebe treffen, die von der Besucherfrequenz des Warenhauses profitieren.

Erfahrungen mit früheren Warenhausschließungen zeigen, dass ungeklärte Eigentumsverhältnisse, jahrelanger Leerstand und langwierige Planungsverfahren ganze Einkaufsquartiere schwächen können. Die Stadt sollte deshalb nicht erst handeln, wenn der Betrieb bereits eingestellt und der Schaden eingetreten ist.

Mit dem Erwerb ehemaliger Karstadt-Flächen in Bergedorf hat Hamburg gezeigt, dass die öffentliche Hand zentrale Warenhausimmobilien sichern kann, um ihre künftige Entwicklung aktiv zu steuern. Dieses Vorgehen sollte auch für die Osterstraße vorbereitet werden.

Dabei geht es nicht um eine Subventionierung des Galeria-Konzerns oder um städtischen Einzelhandel. Ziel ist vielmehr, eine für Eimsbüttel prägende Schlüsselimmobilie vor Leerstand, Spekulation und einer quartiersschädlichen Fehlentwicklung zu schützen.

Ein modernes Quartierskaufhaus könnte die Vorteile des klassischen Warenhauses mit der Vielfalt selbstständiger Einzelhändler verbinden. Mehrere Anbieter könnten flexibel abgegrenzte Flächen und gemeinsame Einrichtungen nutzen. Dadurch ließen sich Kosten senken, unterschiedliche Sortimente unter einem Dach bündeln und auch kleineren oder neuen Unternehmen attraktive Verkaufsflächen eröffnen.

Die Osterstraße gehört zu den bedeutendsten Stadtteilzentren Hamburgs. Ihre Zukunft darf nicht allein von kurzfristigen Entscheidungen eines Warenhauskonzerns oder eines Immobilieneigentümers abhängen.

Vorausschauende Stadtentwicklung bedeutet, vorbereitet zu sein, bevor der Leerstand eintritt.

Petitum/Beschluss

Beschluss:

Die Bezirksversammlung Eimsbüttel möge beschließen:

Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, sich gemäß § 27 BezVG beim Hamburger Senat, insbesondere der Behörde für Finanzen und Bezirke, der Behörde für Wirtschaft und Innovation sowie der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen für folgende Empfehlung einzusetzen,

  1. frühzeitig Gespräche mit Galeria und der Eigentümerin der Immobilie an der Osterstraße aufzunehmen, um Klarheit über die mittel- und langfristige Zukunft des Warenhausstandortes zu erhalten;
  1. r den Fall einer drohenden Insolvenz, Standortschließung oder sonstigen Aufgabe des Warenhausbetriebes **den Erwerb der Immobilie durch den Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen oder eine andere städtische Gesellschaft zu prüfen;
  1. analog zum städtischen Erwerb der ehemaligen Karstadt-Immobilie in Bergedorf zu untersuchen, wie sich durch einen Ankauf oder eine andere geeignete Sicherung dauerhafter städtischer Einfluss auf die Entwicklung dieser Schlüsselimmobilie gewährleisten lässt;
  1. vorsorglich den baulichen Zustand, den Verkehrswert, den Sanierungsbedarf, den Denkmalschutz sowie wirtschaftlich tragfähige Nachnutzungsmöglichkeiten der Immobilie zu bewerten;
  1. r den Fall eines städtischen Erwerbs ein Konzept für ein „Quartierskaufhaus Osterstraße“ zu entwickeln, in dem mehrere selbstständige Einzelhändler offene und flexibel abgrenzbare Verkaufsflächen gemeinsam nutzen können, ohne dass eine dauerhafte bauliche Trennung durch massive Wände erforderlich ist;
  1. dabei gemeinsame Infrastrukturen wie Kassen, Logistik, Lagerung, Sicherheit, Reinigung, Werbung und digitales Standortmarketing zu prüfen und insbesondere ortsansässige sowie inhabergeführte Einzelhändler, regionale Anbieter, Handwerksbetriebe, Existenzgründer und innovative Handelskonzepte zu berücksichtigen;
  1. der Bezirksversammlung bis zum 26. November über die geführten Gespräche, die grundsätzliche Erwerbsbereitschaft der Stadt, die zuständigen Stellen sowie die rechtlichen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Handlungsmöglichkeiten zu berichten.

Benjamin Schwanke, Camilla Joyce Thiele, Lea Fricke und FDP Fraktion Eimsbüttel

Anhänge

keine

Lokalisation Beta
Osterstraße

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