Das Gute bewahren dem Neuen aufgeschlossen sein: Zukunft des Isemarktes behutsam gestalten
Letzte Beratung: 17.09.2026 Bezirksversammlung Ö 10.15
Bisherige Beratungsfolge |
am |
TOP |
Drucksache |
Ergebnis |
BV (Antrag der FDP-Fraktion) |
30.04.2026 |
9.12 |
22-2058 |
überwiesen in WiDiV |
WIDIV (s.o.) |
10.06.2026 |
6.2 |
vertagt |
|
WiDiV (s.o) |
16.09.2026 |
7.1 |
mehrheitlich mit den Stimmen der GRÜNE-, SPD-, CDU-, Volt-, AfD und LINKE bei Gegenstimme der FDP-Fraktion abgelehnt |
Der Isemarkt ist einer der bekanntesten und beliebtesten Wochenmärkte Hamburgs und findet regelmäßig dienstags und freitags statt. Er ist nicht nur ein Ort der Nahversorgung, sondern auch ein sozial-kultureller Treffpunkt und Teil der kulturellen Identität des Stadtteils Harvestehude.
Aktuelle Entwicklungen zeigen jedoch, dass sich der Markt im Spannungsfeld zwischen Tradition und Wandel befindet. Laut Berichterstattung im Hamburger Abendblatt (Ausgabe vom 14. April 2026, Seite 7) wurden zuletzt Einschränkungen hinsichtlich neuer Angebotsformen wie Foodtrucks, Cafés und innovativer Gastronomiekonzepte vorgenommen. Gleichzeitig wird aus der Perspektive von Marktakteuren und Kommentatoren deutlich, dass ein Wochenmarkt „mit der Zeit gehen“ müsse, um langfristig attraktiv zu bleiben.
Vor allem jüngere Händlerinnen und Händler mit neuen Konzepten wie Matcha-Getränken oder Streetfood-Angeboten tragen zur Verjüngung des Marktes bei. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass ein zu restriktiver Umgang mit Innovationen die Entwicklungschancen des Marktes einschränken könnte.
Parallel dazu zeigt die Berichterstattung, dass wirtschaftlicher Druck auf bestehende Marktstände zunimmt und einzelne Händler um ihre Existenz kämpfen.
Aufgrund der aktuellen Berichterstattung hatte im Rahmen des Ausschusses Wirtschaft, Digitalisierung und Verbraucherschutz die Verwaltung mündlich am 22.04.2026 der Darstellung widersprochen und den Sachverhalt unter anderem wie folgt dargestellt:
Die Standvergabe erfolge nach der bestehenden Marktordnung.
Ziel sei es, dass die Versorgung der Bevölkerung des täglichen Bedarfs ausgewogen sein soll. Aufgrund einer Sonderregelung, wonach verderbliche Lebensmittel Vorrang vor anderen Waren hätten, wurden bislang Food Trucks und Lebensmittelstände bei der Platzvergabe bevorzugt behandelt. Diese Sonderregelung sei nun aufgehoben worden, um eine Ausgewogenheit sicherzustellen, sodass nun alle Stände gleichberechtigt seien.
Es gäbe insgesamt 185 Standplätze, von denen 165 fest vergeben seien.
Die übrigen 20 Plätze würden „frei vergeben“ werden, wobei nunmehr alle Warenhändler gleichberechtigt seien und keine Bevorzugung mehr von Lebensmittelhändlern bestünde.
Der Matcha-Getränkestand wäre nach seiner Darstellung deshalb abgewiesen worden, da die Standgröße für die noch zu vergebenen Plätze zu groß gewesen sei.
Es wären aber keine Streetfood oder Matcha Stände per se ausgeschlossen worden.
Unabhängig davon, ob die mündliche Darstellung der Verwaltung zutreffend ist, zeigen die vorstehenden Ausführungen die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen, wie die bestehende Marktordnung, dessen Ziel
es gerade sein soll, dass die Versorgung der Bevölkerung des täglichen Bedarfs ausgewogen sein soll, so zu gestalten, dass sowohl traditionelle als auch neue Angebote wirtschaftlich tragfähig bleiben.
Ziel dieses Antrages, ist es daher einen ausgewogenen Weg zwischen Bewahrung und Weiterentwicklung unter Berücksichtigung der Marktordnung zu finden:
Erhalt des traditionellen Charakters und Charmes des Isemarktes als klassischer Wochenmarkt mit Fokus auf regionale Produkte und Handwerk.
Behutsame Öffnung für innovative Konzepte, insbesondere zur Ansprache jüngerer Zielgruppen und zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit.
Stärkung der wirtschaftlichen Perspektiven für bestehende und neue Marktbeschicker.
Der Isemarkt soll auch in Zukunft ein lebendiger, vielfältiger und identitätsstiftender Ort bleiben. Dies gelingt nur, wenn das Bewährte geschützt und zugleich Raum für neue Entwicklungen geschaffen wird. Ein behutsamer, dialogorientierter Entwicklungsprozess ist hierfür der richtige Weg.
Das ursprüngliche Petitum lautete:
Die Bezirksversammlung stimmt der ablehnenden Beschlussempfehlung zu.
keine
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.