22-2459

Bürgersprechstunde des Bezirksamtsleiters – Rückkehr zu gelebter Bürgernähe?

Kleine Anfrage gem. § 24 BezVG

Sachverhalt

Kleine Anfrage nach § 24 BezVG der Mitglieder der Bezirksversammlung Eimsbüttel, Benjamin Schwanke, Camilla Joyce Thiele, Lea Fricke (FDP-Fraktion)
Titel: rgersprechstunde des Bezirksamtsleiters ckkehr zu gelebter Bürgernähe?
Fortlaufende. Nr.: 22-215

Eingangsdatum: 14.08.2026
Datum der Antwort: 18.08.2026

Das Bezirksamt Eimsbüttel beantwortet die Kleine Anfrage wie folgt:

Sachverhalt:

Der unmittelbare und niedrigschwellige Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Leitung ihres Bezirksamtes ist ein wichtiger Bestandteil einer bürgernahen Verwaltung.

Im Bezirksamt Eimsbüttel bestand über viele Jahre die Tradition einer regelmäßigen Bürgersprechstunde des Bezirksamtsleiters. Bereits unter dem früheren Bezirksamtsleiter Sevecke wurde einmal monatlich eine solche Sprechstunde angeboten. Auch unter seinem Nachfolger Kay Gätgens wurde auf den Internetseiten des Bezirksamtes ausdrücklich auf die Bürgersprechstunde der Bezirksamtsleitung hingewiesen.

Im Zuge der Corona-Pandemie wurde dieses persönliche Gesprächsangebot nach Kenntnis der FDP Fraktion ausgesetzt. Nach dem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen wurde die frühere regelmäßige Bürgersprechstunde weder unter der damaligen Bezirksamtsleitung noch während der anschließenden kommissarischen Leitung wieder dauerhaft aufgenommen.

Der seit Januar 2026 amtierende Bezirksamtsleiter Christian Zierau hat mit Formaten wie „#plauschimpark“, „#einmalumdenBlock“ und „#u18“ neue Möglichkeiten des Bürgerdialogs geschaffen. Diese Angebote sind zu begrüßen. Sie ersetzen aus Sicht der FDP Fraktion jedoch nicht zwingend eine regelmäßige, für alle Bürgerinnen und Bürger offene Bürgersprechstunde der Bezirksamtsleitung, in der individuelle Anliegen, Kritik und Anregungen unmittelbar vorgetragen werden können.

Dass eine solche klassische Bürgersprechstunde weiterhin zeitgemäß ist, zeigen andere Hamburger Bezirke: So werden beispielsweise in Hamburg-Mitte, Wandsbek und Bergedorf weiterhin regelmäßige Bürgersprechstunden der jeweiligen Bezirksamtsleitung angeboten.

Fragen

Vor diesem Hintergrund fragt die FDP Fraktion den Bezirksamtsleiter:

  1. Wann fand vor Beginn der Corona-Pandemie die letzte reguläre Bürgersprechstunde der Bezirksamtsleitung Eimsbüttel statt, und wo wurde sie durchgeführt?

Gemeinhin gilt der 11. März 2020 als Beginn der Corona-Pandemie. Die letzte Bürgersprechstunde vor diesem Termin fand am 3. März 2020 im Bezirksamt statt.

  1. In welchem Turnus und in welcher Form wurden Bürgersprechstunden der Bezirksamtsleitung in Eimsbüttel in den Jahren 2017 bis einschließlich Anfang 2020 angeboten, und wie viele solcher Termine fanden jeweils in den einzelnen Jahren statt?

Die Termine wurden nach vorheriger Anmeldung regelhaft einmal monatlich im Bezirksamt angeboten. Dabei handelte es sich überwiegend um persönliche Gesprächstermine. Die Gesamtzahl der Termine lässt sich nicht verlässlich ermitteln. Richtgröße ist, dass durchschnittlich rund 3 bis 4 Anmeldungen pro monatlichem Termintag vorlagen und durchschnittlich an 6 von 12 möglichen Gesprächsterminen im Jahr überhaupt Anmeldungen vorlagen.

  1. Wann und aus welchem konkreten Grund wurde die regelmäßige Bürgersprechstunde im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eingestellt, und wurden während dieser Zeit ersatzweise telefonische, digitale oder andere individuelle Sprechstundenformate angeboten?

s. Antwort zu Frage 1+2. Während der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen wurden auf Wunsch Termine via Telefon oder Videokonferenzen angeboten.

  1. Aus welchen Gründen wurde die klassische regelmäßige Bürgersprechstunde nach Aufhebung der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen unter der damaligen bzw. kommissarischen Bezirksamtsleitung nicht wieder aufgenommen?

Aufgrund der nicht erfolgten Wahl durch die BV wurden die Aufgaben der Bezirksamtsleitung in Stellvertretung durch die Verwaltungsdezernentin übernommen. Anliegen von Bürger:innen wurden im Leitungsteam der Verwaltung zumeist auf Dezernentenebene bearbeitet bzw. vom BV-Vorsitzenden übernommen.

5. Beabsichtigt der neue Bezirksamtsleiter Christian Zierau, ergänzend zu den neu eingeführten Dialogformaten wieder eine regelmäßige persönliche Bürgersprechstunde des Bezirksamtsleiters einzuführen?

Falls ja: ab wann, in welchem Turnus und soll diese gegebenenfalls wechselnd in verschiedenen Stadtteilen des Bezirks stattfinden?

In den ersten Monaten seiner Amtszeit hat der Bezirksamtsleiter zahlreiche Vor-Ort-Termine wahrgenommen, um sich mit Vereinen, Organisationen, Unternehmern und Bürger:innen auszutauschen. Seit Juni 2026 bietet die Bezirksamtsleitung neue Dialogformate an, um mit den Bürgerinnen und Bürgern direkt ins Gespräch zu kommen. Zielsetzung im Gegensatz eines eher starren Formates ist hierbei, dass die Bezirksamtsleitung die Menschen dort aufsuchen kann, wo diese leben bzw. ein konkretes Anliegen schildern möchten. Damit soll ein möglichst niedrigschwelliges Angebot für einen Dialog gemacht werden. Zudem kann sich der Bezirksamtsleiter z.B. geschilderte Probleme direkt vor Ort anschauen. Im Übrigen ist die Bezirksamtsleitung für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger immer ansprechbar, Kontaktmöglichkeiten für individuelle Termine finden sich zum Beispiel auf der bezirklichen Homepage. Die o. g. neuen Dialogformate werden nach einer Erprobung beurteilt und können selbstverständlich angepasst oder verändert werden.

  1. Falls eine Wiedereinführung nicht beabsichtigt ist: Aus welchen Gründen hält die Bezirksamtsleitung eine regelmäßige Bürgersprechstunde für entbehrlich, obwohl vergleichbare persönliche Sprechstunden der Bezirksamtsleitungen in anderen Hamburger Bezirken weiterhin angeboten werden und einen besonders niedrigschwelligen unmittelbaren Zugang der Bürgerinnen und Bürger zur Verwaltungsspitze ermöglichen?

s. Antwort zu Frage 5

Petitum/Beschluss

Beschluss: ohne

Anhänge

keine

Lokalisation Beta
Eimsbüttel

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.