Bürgersprechstunde des Bezirksamtsleiters Rückkehr zu gelebter Bürgernähe?
Kleine Anfrage nach § 24 BezVG der Mitglieder der Bezirksversammlung Eimsbüttel, Benjamin Schwanke, Camilla Joyce Thiele, Lea Fricke (FDP-Fraktion)
Titel: Bürgersprechstunde des Bezirksamtsleiters – Rückkehr zu gelebter Bürgernähe?
Fortlaufende. Nr.: 22-215
Eingangsdatum: 14.08.2026
Datum der Antwort: 18.08.2026
Das Bezirksamt Eimsbüttel beantwortet die Kleine Anfrage wie folgt:
Sachverhalt:
Der unmittelbare und niedrigschwellige Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Leitung ihres Bezirksamtes ist ein wichtiger Bestandteil einer bürgernahen Verwaltung.
Im Bezirksamt Eimsbüttel bestand über viele Jahre die Tradition einer regelmäßigen Bürgersprechstunde des Bezirksamtsleiters. Bereits unter dem früheren Bezirksamtsleiter Sevecke wurde einmal monatlich eine solche Sprechstunde angeboten. Auch unter seinem Nachfolger Kay Gätgens wurde auf den Internetseiten des Bezirksamtes ausdrücklich auf die Bürgersprechstunde der Bezirksamtsleitung hingewiesen.
Im Zuge der Corona-Pandemie wurde dieses persönliche Gesprächsangebot nach Kenntnis der FDP Fraktion ausgesetzt. Nach dem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen wurde die frühere regelmäßige Bürgersprechstunde weder unter der damaligen Bezirksamtsleitung noch während der anschließenden kommissarischen Leitung wieder dauerhaft aufgenommen.
Der seit Januar 2026 amtierende Bezirksamtsleiter Christian Zierau hat mit Formaten wie „#plauschimpark“, „#einmalumdenBlock“ und „#u18“ neue Möglichkeiten des Bürgerdialogs geschaffen. Diese Angebote sind zu begrüßen. Sie ersetzen aus Sicht der FDP Fraktion jedoch nicht zwingend eine regelmäßige, für alle Bürgerinnen und Bürger offene Bürgersprechstunde der Bezirksamtsleitung, in der individuelle Anliegen, Kritik und Anregungen unmittelbar vorgetragen werden können.
Dass eine solche klassische Bürgersprechstunde weiterhin zeitgemäß ist, zeigen andere Hamburger Bezirke: So werden beispielsweise in Hamburg-Mitte, Wandsbek und Bergedorf weiterhin regelmäßige Bürgersprechstunden der jeweiligen Bezirksamtsleitung angeboten.
Fragen
Vor diesem Hintergrund fragt die FDP Fraktion den Bezirksamtsleiter:
Gemeinhin gilt der 11. März 2020 als Beginn der Corona-Pandemie. Die letzte Bürgersprechstunde vor diesem Termin fand am 3. März 2020 im Bezirksamt statt.
Die Termine wurden nach vorheriger Anmeldung regelhaft einmal monatlich im Bezirksamt angeboten. Dabei handelte es sich überwiegend um persönliche Gesprächstermine. Die Gesamtzahl der Termine lässt sich nicht verlässlich ermitteln. Richtgröße ist, dass durchschnittlich rund 3 bis 4 Anmeldungen pro monatlichem Termintag vorlagen und durchschnittlich an 6 von 12 möglichen Gesprächsterminen im Jahr überhaupt Anmeldungen vorlagen.
s. Antwort zu Frage 1+2. Während der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen wurden auf Wunsch Termine via Telefon oder Videokonferenzen angeboten.
Aufgrund der nicht erfolgten Wahl durch die BV wurden die Aufgaben der Bezirksamtsleitung in Stellvertretung durch die Verwaltungsdezernentin übernommen. Anliegen von Bürger:innen wurden im Leitungsteam der Verwaltung zumeist auf Dezernentenebene bearbeitet bzw. vom BV-Vorsitzenden übernommen.
5. Beabsichtigt der neue Bezirksamtsleiter Christian Zierau, ergänzend zu den neu eingeführten Dialogformaten wieder eine regelmäßige persönliche Bürgersprechstunde des Bezirksamtsleiters einzuführen?
Falls ja: ab wann, in welchem Turnus und soll diese gegebenenfalls wechselnd in verschiedenen Stadtteilen des Bezirks stattfinden?
In den ersten Monaten seiner Amtszeit hat der Bezirksamtsleiter zahlreiche Vor-Ort-Termine wahrgenommen, um sich mit Vereinen, Organisationen, Unternehmern und Bürger:innen auszutauschen. Seit Juni 2026 bietet die Bezirksamtsleitung neue Dialogformate an, um mit den Bürgerinnen und Bürgern direkt ins Gespräch zu kommen. Zielsetzung im Gegensatz eines eher starren Formates ist hierbei, dass die Bezirksamtsleitung die Menschen dort aufsuchen kann, wo diese leben bzw. ein konkretes Anliegen schildern möchten. Damit soll ein möglichst niedrigschwelliges Angebot für einen Dialog gemacht werden. Zudem kann sich der Bezirksamtsleiter z.B. geschilderte Probleme direkt vor Ort anschauen. Im Übrigen ist die Bezirksamtsleitung für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger immer ansprechbar, Kontaktmöglichkeiten für individuelle Termine finden sich zum Beispiel auf der bezirklichen Homepage. Die o. g. neuen Dialogformate werden nach einer Erprobung beurteilt und können selbstverständlich angepasst oder verändert werden.
s. Antwort zu Frage 5
Beschluss: ohne
keine
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