22-0725

Umgang mit invasiven Neophyten in öffentlichen Grünflächen im Bezirk Bergedorf

Große Anfrage nach § 24 BezVG

Letzte Beratung: 26.02.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 3.9

Sachverhalt

Große Anfrage

der BAbg. Potthast, Bendt-Soetedjo und Fraktion der GRÜNEN

Invasive Neophyten wie Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) und Sommerflieder (Buddleja davidii) verbreiten sich zunehmend in unseren Ökosystemen und verdrängen heimische Pflanzenarten. Besonders problematisch ist, dass sich beide Arten in privaten Gärten großer Beliebtheit erfreuen und durch ihre eigenständige Verbreitung zu einer wachsenden Bedrohung für das lokale Ökosystem werden. Diese gebietsfremden Arten bieten nur wenigen Insektenarten Nahrung und beeinträchtigen dadurch die Biodiversität. Studien belegen, dass sich der Kirschlorbeer in deutschen Wäldern selbstständig ausbreitet und der Sommerflieder durch sein schnelles Wachstum andere Pflanzen verdrängt. Beide Arten tragen somit maßgeblich zur Verarmung der heimischen Flora und Fauna bei.

r Bäume existiert im Bezirk Bergedorf bereits eine Zukunftsbaumliste, die auch nicht heimische Arten umfasst, sofern diese keinen negativen Einfluss auf die heimische Flora und Fauna haben. Bei Gehölzen wie Kirschlorbeer und Sommerflieder ist dies jedoch nicht der Fall. Hier stellt sich die Frage, wie das Bezirksamt mit dieser Problematik umgeht, insbesondere vor dem Hintergrund, dass bereits heute Gelder bereitgestellt werden, um die rasante Verbreitung invasiver Arten wie bspw. den japanischen Knöterich einzudämmen.

In der Schweiz wurde bereits ein Verkaufsverbot für diese Pflanzenarten eingeführt, um ihre weitere Ausbreitung zu stoppen. Auch in Deutschland rät das Bundesamt für Naturschutz dringend davon ab, invasive Neophyten in öffentlichen Pflanzungen zu verwenden. Stattdessen sollten standortgerechte, heimische und ökologisch wertvolle Alternativen gefördert werden, um die biologische Vielfalt zu erhalten und zu stärken.

Vor diesem Hintergrund möchten wir vom Bezirksamt Bergedorf gerne wissen:

  1. Wie viele öffentliche Grünflächen im Bezirk Bergedorf, zum Beispiel auf dem Bergedorfer Friedhof oder im Umfeld des Rathauses, sind aktuell mit invasiven Neophyten wie Kirschlorbeer oder Sommerflieder bepflanzt? Liegt dazu eine aktuelle Übersicht vor?
  2. Gibt es konkrete Bestände invasiver Neophyten auf öffentlichen Flächen und plant das Bezirksamt, diese durch heimische Arten zu ersetzen?
  3. Werden bei Neupflanzungen oder Umgestaltungen öffentlicher Grünflächen immer noch invasive Neophyten eingesetzt? Falls ja, in welchem Umfang und aus welchen Gründen?
  4. Gibt es verbindliche Richtlinien oder interne Vorgaben, die den Einsatz invasiver Neophyten auf öffentlichen Flächen regeln?
  5. Welche heimischen Pflanzenarten werden stattdessen eingesetzt und nach welchen Kriterien werden sie ausgewählt?
  6. Enthalten Ausschreibungen für Garten- und Landschaftsbauarbeiten sowie Verträge mit Planungsbüros klare Auflagen, um auf invasive Neophyten zu verzichten?
  7. Welche Maßnahmen ergreift das Bezirksamt, um Bürger:innen über die Problematik invasiver Neophyten zu informieren und sie bei der Umstellung auf heimische Arten in privaten Gärten zu unterstützen?
  8. Plant das Bezirksamt weitere Maßnahmen, um den Einsatz invasiver Neophyten auf öffentlichen Flächen zu reduzieren oder ganz zu beenden?
  9. Welche Hindernisse sieht das Bezirksamt bei der Umstellung auf heimische Arten?
Petitum/Beschluss

---

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Anhänge

---

Lokalisation Beta

Keine Orte erkannt.

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.