Umgang mit invasiven Neophyten in öffentlichen Grünflächen im Bezirk Bergedorf
Letzte Beratung: 26.02.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 3.9
Große Anfrage
der BAbg. Potthast, Bendt-Soetedjo und Fraktion der GRÜNEN
Invasive Neophyten wie Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) und Sommerflieder (Buddleja davidii) verbreiten sich zunehmend in unseren Ökosystemen und verdrängen heimische Pflanzenarten. Besonders problematisch ist, dass sich beide Arten in privaten Gärten großer Beliebtheit erfreuen und durch ihre eigenständige Verbreitung zu einer wachsenden Bedrohung für das lokale Ökosystem werden. Diese gebietsfremden Arten bieten nur wenigen Insektenarten Nahrung und beeinträchtigen dadurch die Biodiversität. Studien belegen, dass sich der Kirschlorbeer in deutschen Wäldern selbstständig ausbreitet und der Sommerflieder durch sein schnelles Wachstum andere Pflanzen verdrängt. Beide Arten tragen somit maßgeblich zur Verarmung der heimischen Flora und Fauna bei.
Für Bäume existiert im Bezirk Bergedorf bereits eine Zukunftsbaumliste, die auch nicht heimische Arten umfasst, sofern diese keinen negativen Einfluss auf die heimische Flora und Fauna haben. Bei Gehölzen wie Kirschlorbeer und Sommerflieder ist dies jedoch nicht der Fall. Hier stellt sich die Frage, wie das Bezirksamt mit dieser Problematik umgeht, insbesondere vor dem Hintergrund, dass bereits heute Gelder bereitgestellt werden, um die rasante Verbreitung invasiver Arten wie bspw. den japanischen Knöterich einzudämmen.
In der Schweiz wurde bereits ein Verkaufsverbot für diese Pflanzenarten eingeführt, um ihre weitere Ausbreitung zu stoppen. Auch in Deutschland rät das Bundesamt für Naturschutz dringend davon ab, invasive Neophyten in öffentlichen Pflanzungen zu verwenden. Stattdessen sollten standortgerechte, heimische und ökologisch wertvolle Alternativen gefördert werden, um die biologische Vielfalt zu erhalten und zu stärken.
Vor diesem Hintergrund möchten wir vom Bezirksamt Bergedorf gerne wissen:
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