Nutzung stillgelegter Erdölbohrungen im Bezirk Bergedorf
Letzte Beratung: 26.03.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 6.1
Auskunftsersuchen
der BAbg. Krohn, Seiler, Winkelbach, Meyer, Zimmermann, Unbehauen, Schander
und AfD Fraktion Bergedorf
Die Erdölförderung ist in Hamburg inzwischen vollständig eingestellt wurde. Damit endet ein über Jahrzehnte bestehender Industriezweig, der im gesamten Stadtgebiet – und insbesondere im Osten Hamburgs – zahlreiche Bohrstellen hinterlassen hat. Auch im Bezirk Bergedorf befinden sich frühere Förder- und Erkundungsbohrungen, deren künftige Nutzung und Behandlung bisher nur unzureichend transparent dargestellt wurde.
Nach aktuellem Kenntnisstand sollen viele dieser Bohrlöcher dauerhaft mit Zement verfüllt werden, um sie endgültig außer Betrieb zu nehmen. Eine solche Verfüllung gilt als technisch sicherer Standard, schließt jedoch gleichzeitig jegliche zukünftige Nutzung vollständig aus. Genau dies wirft aus Sicht der AfD-Fraktion erhebliche Fragen auf.
Denn in mehreren Regionen Deutschlands wurde bereits erfolgreich gezeigt, dass ehemalige Erdöl- und Erdgasbohrungen für alternative Zwecke nutzbar sind – insbesondere für die Gewinnung von Erdwärme aus tieferen geologischen Schichten. Diese Form der Nutzung bietet erhebliche Vorteile: Sie ist ressourcenschonend, benötigt keine neuen Eingriffe in die Landschaft und eröffnet Chancen für lokal erzeugte Energie. Angesichts der politischen Debatten über Energieversorgung und Wirtschaftlichkeit wäre eine ernsthafte Prüfung solcher Möglichkeiten sinnvoll und geboten.
Statt jedoch mögliche Zukunftsnutzung ernsthaft zu bewerten, entsteht der Eindruck, dass vorhandene Bohrungen vorschnell aufgegeben und irreversibel verschlossen werden sollen – und damit eine spätere Nutzung dauerhaft verhindert wird. Die AfD-Fraktion hält es für notwendig, Klarheit über Anzahl, Zustand und mögliche Alternativen zu erhalten, bevor irreversible Schritte unternommen werden.
Vor diesem Hintergrund fragen wir:
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) nimmt wie folgt Stellung:
Das hier angefragte Erdölfeld „Reitbrook-Alt“ beinhaltet 80 Bohrungen.
Bis zum 16.03.2026 wurden folgende Bohrungen teil- bzw. vollverfüllt:
- Reitbrook 20 teilverfüllt
- Reitbrook 303 teilverfüllt
- Reitbrook 304 verfüllt
- Reitbrook 305 teilverfüllt
- Reitbrook 307 verfüllt.
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Zurzeit finden die Verfüllungsarbeiten der Bohrung Reitbrook 100 statt. Insgesamt stehen noch 75 Bohrungen im Feld Reitbrook Altfeld zur Verfüllung an.
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG)
Das Feld Reitbrook Alt soll im Rahmen einer Verfüllungskampagne kontinuierlich und sukzessive zurückgebaut werden. Das BBergG und die Verfüllungsrichtlinie des LBEG geben hierfür die Randbedingungen vor. Die momentane, geschätzte Dauer für den Feldesrückbau beträgt 6 Jahre.
Die o.g. Lagerstätte gilt als ausgefördert und eine weitere Produktion von Öl oder Gas ist nicht beabsichtigt. Vor Freigabe zur Verfüllung bzw. Rückbau wurde die Nachnutzung von Bohrungen und zugehörigen Infrastrukturen für alternative Geoenergiesysteme auf technische, betriebswirtschaftliche sowie regulatorische Faktoren überprüft.
Aufgrund der vorliegenden geologisch-lagerstättentechnischer Bedingungen, dem technischen Zustand der Bohrungen sowie der umliegenden Infrastruktur und das sich hieraus ergebende geringe betriebswirtschaftliche Potential hat dies zu einer negativen Bewertung für die geothermische Nachnutzung geführt.
Eine Erlaubnis oder Bewilligung für die geothermische Nachnutzung besteht in diesem Gebiet nicht; auch ist nicht damit zu rechnen, dass eine solche erteilt werden könnte.
Siehe Antwort 5
Siehe Antwort 5
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