22-0686.01

Aktuelle Situation der Verkehrsmittel im HVV im Jahr 2025 in Bergedorf

Antwort

Letzte Beratung: 26.03.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 6.5

Sachverhalt

Auskunftsersuchen

der BAbg. Veit, Roßborg, Petersen-Griem und SPD-Fraktion

Der Hamburger Senat verfolgt seit mehreren Jahren das verkehrspolitische Ziel, den sogenannten Umweltverbund aus öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV), Fuß- und Rad­verkehr konsequent zu stärken. Maßnahmen wie der Ausbau und die Attraktivitäts­stei­gerung des ÖPNV, die Förderung nachhaltiger Mobilitätsformen sowie regulatorische Instrumente wie die Abschaffung der Stellplatzpflicht sollen u.a. dazu beitragen, den Flächenverbrauch durch den ruhenden Verkehr zu reduzieren und die Aufenthalts- und Lebensqualit in den äeren Stadtteilen sowie den Innenstädten nachhaltig zu verbessern. Diese Zielsetzung begrüßen wir grundsätzlich, da sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur gesellschaftlichen Teilhabe sowie zu einer gerechteren Nutzung des öffentlichen Raums leistet.

Vor diesem Hintergrund interessieren uns die aktuelle Situation des ÖPNV im Bezirk Bergedorf und eine Auswertung des Jahres 2025. Gerade in einem äeren Stadtbezirk mit wachsender Bevölkerung, vielfältigen Pendlerverflechtungen und teilweise eingeschränkter Verkehrs­anbin­dung ist ein leistungsfähiger, zuverlässiger und barrierefreier ÖPNV Voraussetzung dafür, dass die verkehrspolitischen Ziele des Senats im Alltag der Bevölkerung praktikabel und dadurch tatsächlich wirksam werden.

Die Attraktivität des Umweltverbundes hängt in besonderem Maße von der Verfügbarkeit der Infrastruktur ab - die des ÖPNV also von der Zuverlässigkeit und einer bedarfsgerechten Angebotsgestaltung. Unpünktlichkeit, kurzfristige Ausfälle, großflächige Ausfälle ohne ange­messenen Ersatz, Taktlücken oder unzureichende Informationen im Störungsfall beeinträchtigen nicht nur die Akzeptanz des ÖPNV, sondern stellen für viele Menschen eine reale Hürde bei der Alltagsbewältigung dar. Gerade für Menschen, die beruflich pendeln, Schülerinnen und Schüler, Familien sowie mobilitätseingeschränkte Personen sind ein gutes Angebot und Verlässlichkeit eine zentrale Voraussetzung, um auf ein eigenes Auto verzichten zu können.

Die nachfolgenden Fragen sollen daher Aufschluss darüber geben, inwieweit das bestehende Angebot im HVV in Bergedorf den genannten Ansprüchen gerecht wird und wie die strate­gischen Ziele des Senats vor Ort umgesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständigen Stellen:

Stellungnahme der Behörder Verkehr und Mobilitätswende (BVM):


I. Betriebsqualität und Infrastrukturzustand bei der S-Bahn sowie Koordination im Störungsfall

1. Wie viele Fahrten der S2 und S7 sind 2025

a) vollständig ausgefallen oder

b) teilweise ausgefallen (zum Beispiel vorzeitige Wende, Teilausfälle einzelner Strecken­abschnitte)? Bitte in Summe, anteilig sowie jeweils nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

2. Wie viele Fahrten der S2 und S7 waren 2025 verspätet (im Sinne des HVV-Qualitäts­monitors)? Bitte in Summe, anteilig sowie jeweils nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

Eine allgemeingültige Aussage zu tagesbezogenen Zuverlässigkeitswerten ist aufgrund der großen Anzahl an Einzeldaten der verkehrenden Fahrzeuge nicht möglich. Die Auswertung erfolgt im HVV-Qualitätsmonitor auf Monatsbasis, hier können die Zuverlässigkeits- und Pünktlichkeitsquoten pro Linie eingesehen werden. Sollten konkrete Tage bekannt sein, an denen es zu besonderen Zuverlässigkeitsproblemen gekommen ist, besteht die Möglichkeit, gezielt Daten zu diesen Tagen abzufragen.

3. In wie vielen Fällen führten ein Ausfall oder eine Verspätung (hier: mehr als 60 Sekunden nach der im Fahrplan angegebenen Ankunft) im Falle geplanter Anschlüsse zu Anschlussverlusten an Buslinien, die seltener als alle 20 Minuten verkehren? Bitte in Summe, anteilig sowie jeweils nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

4. Seit der Sperrung des S-Bahngleises zwischen Holstenstraße und Altona verkehrt außerhalb der Hauptverkehrszeit ausschließlich die S5 vom Hauptbahnhof in Richtung Holstenstraße. Die S2 (seit Sperrung der Brücke bis 14.12.25) bzw. S7 haben planmäßig dieselben Fahrtzeiten am Hauptbahnhof wie die S5, so dass ein unmittelbarer bahnsteiggleicher Übergang möglich ist. Diesen sehen auch die digitalen Auskunftsysteme des HVV sowie der DB vor. Wie häufig und wann wurde dieser Anschluss durch die S2 bzw. S7 verfehlt? Bitte in Summe, anteilig sowie jeweils nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

Eine Auswertung über Anschlussverluste zu Bussen sowie zwischen den S-Bahnen liegt der S-Bahn Hamburg nicht vor.

4.1 Findet eine regelhafte Anschlusssicherung im Rahmen von wenigen Minuten statt?

4.2 Wenn nein, weshalb nicht?

4.3 Findet eine Anschlusssicherung statt, wenn die S7 unmittelbar vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof auf einen vorausfahrenden, verspäteten Zug warten muss, durch den im Hauptbahnhof noch das Gleis blockiert wird?

4.4 Wenn nein, weshalb nicht?

Aufgrund der hohen Zugfolge im Bereich des Hauptbahnhofs findet während des 5- und 10-Min.-Taktes keine regelhafte Anschlusssicherung statt, um hierdurch das Risiko von Folgeverspätungen auf nachfolgende Züge zu minimieren.

4.5 Falls 4.1 und 4.3 mindestens einmal mit nein beantwortet wurden: Weshalb wird der Anschluss in den digitalen Auskunftsmedien als erreichbar angezeigt?

Der Anschluss wird in den digitalen Auskunftsmedien angezeigt, weil er im Fahrplan unter normalen, pünktlichen Bedingungen vorgesehen ist. Verspätungen und fehlende Anschlusssicherungen werden dort in der Regel nicht abgebildet.

5. Was waren, außer der Sperrung an der Holstenstraße, die wichtigsten Ursachen für Ausfälle und Verspätungen?

Die häufigsten Ursachen für Ausfälle und Verspätungen sind nachfolgend aufgeführt:

  • Störungen an der Infrastruktur (u.a. Signalstörungen, Weichenstörungen, Langsamfahrstellen)
  • Personen im/an den Gleisen
  • Personenunfälle
  • Rettungswagen- und Bundespolizeieinsätze

6. Welche Maßnahmen werden bei vergleichsweise häufig auftretenden Störungen (z.B. liegengebliebener Zug oder RTW-Einsatz) auf einzelnen Streckenabschnitten der S2 bzw. S7 standardisiert ergriffen?

Im Falle von Störungen wird je nach Art, Dauer und Umfang der Einschränkung entschieden, welche Ersatzkonzepte zum Einsatz kommen. Hierbei greifen verschiedene Maßnahmen, um weiterhin für eine schnelle Beförderung der Fahrgäste sorgen zu können. Dazu gehören insbesondere:

  • Umfassende Fahrgastinformation (Ansagen auf den Stationen/ in den Zügen, Aktualisierung der digitalen Medien wie hvv-App, DB-Navigator, Homepage)
  • Umleitung der S-Bahnzüge im Citybereich
  • Verweis auf parallel verkehrende Bus- oder Regionalverkehrslinien (z.B. RE1, X80)
  • Einrichtung von S-Bahn Teilbetrieben und dazugehörigen Ersatzverkehren mit Taxen und Bussen im Falle von Streckensperrungen

7. Wie wird im Fall kurzfristiger Störungen sichergestellt, dass Anschlussbeziehungen zu selten verkehrenden Buslinien gesichert werden?

Dies erfolgt bei Bedarf durch den Austausch der Betriebszentrale der S-Bahn Hamburg mit der Leitstelle der Busverkehrsunternehmen (z.B. Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH -VHH).

8. Welche technischen oder organisatorischen Maßnahmen sind erforderlich, um die Ausfälle und Verspätungen zu reduzieren?

Die nachfolgende Auflistung enthält kurzfristige Maßnahmen, die darauf abzielen, Ausfälle und Verspätungen reduzieren zu können (lfd. Jahr 2026):

  • Präventive Maßnahmen zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der Infrastruktur und Reduzierung von Störungen (z.B. regelmäßige Instandhaltungsarbeiten im Citytunnel, Weichenerneuerung im Bahnhof Bergedorf)
  • Weitere Absicherung von Bahnanlagen zum Schutz vor Betreten durch betriebsfremde Personen (z.B. weitere Zaunanlagen)
  • Erweiterung von Störfallkonzepten (z.B. Einsatz zus. Reservezüge)

9. Welche dieser Maßnahmen sollen perspektivisch umgesetzt werden? Mit welchem Zeitrahmen?

Die nachfolgende Auflistung enthält langfristige Maßnahmen, die darauf abzielen, Ausfälle und Verspätungen zu reduzieren:

  • Ausbau der Strecke Bergedorf-City zur Steigerung der Leistungsfähigkeit
  • Bau des digitalen Stellwerks im Citybereich
  • Weitere betriebsstabilisierende Maßnahmen u. zusätzliche Störungsinfrastruktur

10. Der letzte S-Bahnhof in Bergedorf ohne barrierefreien Zugang ist der Bahnhof Billwerder Moorfleet. Bereits vor einigen Jahren wurde angekündigt, diesen zu sanieren und im Zuge der Arbeiten auch einen Aufzug zu installieren. Wann ist mit der Umsetzung der Maßnahmen zu rechnen?

Die Inbetriebnahme des Aufzugs in Billwerder-Moorfleet ist im Jahr 2028 vorgesehen.

11. Wie häufig werden die S-Bahnen i.d.R. gereinigt?

Die S-Bahnfahrzeuge werden täglich im laufenden Betrieb an den Wendebahnhöfen (z.B. Aumühle od. Bergedorf) sowie während der Betriebsruhe in den Abstellanlagen gereinigt. Eine Außenreinigung ist alle 20 Tage je Fahrzeug vorgesehen.

II. Betriebsqualität der Buslinien

12. Wie viele Linienbusfahrten sind im Jahr 2025 ausgefallen? Bitte in Summe, anteilig sowie nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

13. Wie war die Pünktlichkeitsquote der in Bergedorf verkehrenden Buslinien im Jahr 2025?

Im Bezirk Bergedorf sind im Jahr 2025 von insgesamt 712.000 Linienbusfahrten der vhh.mobility 7.836 Fahrten ausgefallen. Das entspricht einer Ausfallquote von 1,1%. Ohne die beiden Warnstreiktage wären es 4.513 Ausfälle (0,63%). Die detaillierte Aufschlüsselung nach Tagen ist dem Anhang zu entnehmen.

Eine auf den Bezirk Bergedorf bezogene Statistik wird bei der HOCHBAHN nicht geführt. Die HOCHBAHN verkehrt nur mit der Linie X27 auf einem kurzen Abschnitt im Bezirk Bergedorf.

14. Welche planmäßigen Anschlüsse bestehen im Busnetz in Bergedorf sowie auf für den Bezirk relevanten Linien (z.B. in Mümmelmannsberg oder Tiefstack)?

r den Bezirk selbst bestehen u.a. in den Vier- und Marschlanden Anschlüsse zwischen der auf dem Elbdeich verkehrenden Linie 120 und den zwischen dem Elbdeich und dem Bf. Bergedorf verkehrenden Linien 228 (Altengamme), 227 (Achterdeich) und 223 (Kirchwerder, Howe).

Weitere für den Bezirk relevante Anschlussbeziehungen etwa an den Knotenpunkten Mümmelmannsberg oder Tiefstack sind den hvvFahrplänen bzw. der hvvFahrplanauskunft zu entnehmen.

15. In wie vielen Fällen führten ein Ausfall oder eine Verspätung zu Anschlussverlusten an Buslinien oder Bahnlinien, die seltener als alle 15 Minuten verkehren? Bitte in Summe, anteilig sowie jeweils nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

Die Zahl der Anschlussverluste kann statistisch nicht automatisiert ausgewertet werden.

16. Auswirkungen auf Schülerinnen und Schüler

16.1 Wie viele dieser Anschlussverluste betrafen Anschlüsse an Linien, die zu Schulbeginn zu einer Schule verkehrten? Bitte nach Anschlussbeziehung aufschlüsseln.

Die vhh.mobility verfügt über keine Daten zur Schulzuordnung von Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus siehe Antwort zu Frage 15.

Die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung nimmt zu den Fragen 16.2 bis 16.4 wie folgt Stellung:

16.2 Wie gehen die Schulen im Bezirk mit Verspätungen durch Schülerinnen und Schüler aufgrund verpasster Anschlüsse um?

16.3 Welche Auswirkung hat eine entsprechende Verspätung auf Leistungsüberprüfungen?

16.4 Gibt es hierzu Empfehlungen der BSFB?

Wenn Schülerinnen oder Schüler wegen einer Busverspätung nicht rechtzeitig zu Unterrichtbeginn anwesend sind, wird dies mit einer von der Busfahrerin bzw. Busfahrer ausgehändigten Bescheinigung entschuldigt. Dadurch gibt es keine Auswirkungen auf Leistungsüberprüfungen.

17. Was waren die wichtigsten Ursachen für Ausfälle und Verspätungen?

Die häufigsten Ursachen für Ausfälle und Verspätungen im Jahr 2025 waren für vhh.mobility im Bezirk Bergedorf, neben den Warnstreiks, insbesondere:

  • Verkehrsbehinderungen (z.B. durch Baustellen, Unfälle, Stau)
  • Allgemein erhöhtes Verkehrsaufkommen
  • Straßensperrungen
  • Technische Gründe (z.B. Fahrzeugausfälle)
  • Personelle Gründe (z.B. kurzfristige Krankmeldungen)

18. Welche technischen oder organisatorischen Maßnahmen sind erforderlich, um die Ausfälle, Anschlussverluste und Verspätungen zu reduzieren?

Allgemein kommt es zu Fahrtausfällen, wenn sich kurzfristig Rahmenbedingungen ändern oder unvorhergesehene Ereignisse eintreten, die von den Verkehrsunternehmen nicht beeinflusst werden können. Aus diesen Situationen lässt sich keine allgemeingültige Handlungsempfehlung ableiten. Die vhh.mobility hält daher eine rund um die Uhr besetzte Leitstelle vor und setzt Personal in der operativen Busbetriebslenkung ein. Diese Stellen überwachen die in der Frage genannten Einflussfaktoren fortlaufend und reagieren bei Bedarf mit den jeweils verfügbaren Ressourcen.

19. Welche dieser Maßnahmen sollen perspektivisch umgesetzt werden? Mit welchem Zeitrahmen?

Maßnahmen in der Busbetriebslenkung finden fortwährend ohne zeitliche Beschränkung statt.

20. Bis vor etwa einem Jahr bestand bei den VHH die Möglichkeit einer telefonischen Anschlusssicherung außerhalb der regulären Sprechzeiten des Kundendialogs. Weshalb wurde diese eingestellt?

Seitens vhh.mobility wurde die telefonische Anschlusssicherung außerhalb der regulären Sprechzeiten des Kundendialogs nicht verändert. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass außerhalb der Geschäftszeiten eine Rückfallebene greift, die keine vollumfängliche Betreuung gewährleisten kann. In diesen Zeiten wird auf vorhandene personelle Ressourcen zurückgegriffen, die ohnehin schon ausgelastet sind.

21. Weshalb gibt es bei der Hochbahn kein entsprechendes Angebot?

Eine telefonische Vorbestellung von Fahrten oder eine Abfahrtverzögerung aufgrund externer Faktoren würde den Betriebsablauf negativ beeinträchtigen und ist daher bei der HOCHBAHN nicht vorgesehen.

22. Welche Steh-, Sitz- und Rollstuhlplatzkapazität und wie viel Platz im Mehrzweckbereich ist auf den im Bezirk verkehrenden Linien vorgesehen?

Die konkreten Platzkapazitäten einer Linie lassen sich nicht auswerten. Im Vorfeld wird lediglich festgelegt, ob auf einer Linie Gelenk oder Solobusse eingesetzt werden. Welches konkrete Fahrzeug mit welcher Ausstattung einen Umlauf übernimmt, wird erst kurzfristig disponiert und kann daher variieren.

Um ein möglichst breites Einsatzspektrum der Fahrzeuge sicherzustellen, werden Busse mit einer einheitlichen Ausstattung beschafft. Dadurch können sie flexibel auf unterschiedlichen Linien eingesetzt werden, was sowohl der Vermeidung von Fahrtausfällen dient als auch Wartung und Reparaturprozesse vereinfacht.

23. Vorbemerkung: Seit einigen Jahren besteht ein deutlicher Fokus auf Stehplatzoptimierung, um dem steigenden Fahrgastaufkommen und dem höheren Bedarf nach Mehrzweckflächen entgegenzukommen. Die Verringerung der Sitzplatzzahl ist allerdings laut Beobachtungen aus der Bevölkerung erheblich und wirkt sich negativ auf den Fahrtkomfort auf langen Strecken aus. Die Rede ist von bis zu 22 festen Sitzplätzen weniger bei Single-Bussen und bis zu 20 festen Sitzplätzen weniger bei Gelenkbussen als noch vor wenigen Jahren. Ein Teil der entfallenden Plätze entfällt allerdings nicht auf deutlich mehr Stehplätze, sondern auf Turmmotoren und eine dritte (Solobusse) bzw. vierte (Gelenkbusse) Tür.

24.1 Weshalb werden Fahrzeuge mit Turmmotoren beschafft?

Die Baulösung mit Turmmotoren (seitlich angeordneter Motor in einem abgekapselten Bauraum im Heckbereich) ist insbesondere dann erforderlich, wenn zusätzlich eine Hecktür vorgesehen ist. Um ein möglichst breites Einsatzspektrum der Fahrzeuge sicherzustellen, werden Busse mit einer einheitlichen Ausstattung beschafft. Diese stellen zwangsläufig einen Kompromiss zwischen schnellem Fahrgastwechsel, hoher Beförderungskapazität und maximalem Komfort dar. Zudem bieten einige Hersteller derzeit ausschließlich Fahrzeuge mit Turmmotor an.

24.2 Weshalb werden auch auf Linien mit langen durchschnittlichen Mitfahrzeiten (über 15 Minuten), etwa in den Vier- und Marschlanden oder auf der X27, Fahrzeuge mit deutlich verringertem Sitzplatzangebot eingesetzt?

Die HOCHBAHN beschafft seit mehreren Jahren im Interesse eines zügigen Fahrgastwechsels an den Haltestellen Solobusse ausschließlich mit drei Türen sowie Gelenkbusse ausschließlich mit vier Türen. In Verbindung mit der im Sinne mobilitätseingeschränkter Fahrgäste insbesondere Personen mit Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühlen erforderlichen Größe der Mehrzweckflächen ergibt sich daraus die maximal realisierbare Anzahl an Sitzplätzen. Die noch im Fuhrpark befindlichen älteren zweitürigen Solobusse werden vorrangig auf Linien eingesetzt, auf denen ein geringerer Fahrgastwechsel und längere Reisezeiten der Fahrgäste zu erwarten sind. Im Interesse eines wirtschaftlichen Einsatzes der Betriebsmittel kann jedoch ein vollständig linienreiner Fahrzeugeinsatz nicht gewährleistet werden

24.3 Weshalb werden auch auf solchen Linien mit langen Mitfahrzeiten Wagen mit dritter bzw. vierter Tür zulasten eines höheren Sitzplatzangebotes eingesetzt?

Siehe Antwort zu Frage 22.

25. Uns haben Beschwerden zur mangelnden Anschlusssicherung zwischen VHH- und Hochbahn-Buslinien erreicht. Teilweise war es dem Personal wohl nicht möglich, Fahrzeuge des jeweils anderen Unternehmens per Funk zu erreichen. Trifft dies zu? Wenn ja: Welche Maßnahmen werden getroffen, um eine gegenseitige Erreichbarkeit herzustellen?

Beide Unternehmen nutzen dieselbe Funkfrequenz, sodass eine kurzfristige adhoc Anschlusssicherung in der Regel möglich ist. Bei Anschlusswünschen mit einem größeren zeitlichen Vorlauf informiert das Fahrpersonal üblicherweise die jeweils zuständige Leitstelle des eigenen Verkehrsunternehmens, die den Anschlusswunsch an die Leitstelle des anderen Unternehmens weiterleitet. Diese kontaktiert anschließend den betreffenden Bus.

Petitum/Beschluss

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Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Lokalisation Beta
Holstenstraße Altengamme Achterdeich Kirchwerder

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