22-0686

Aktuelle Situation der Verkehrsmittel im HVV im Jahr 2025 in Bergedorf

Auskunftsersuchen nach § 27 BezVG

Letzte Beratung: 29.01.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 6.16

Sachverhalt

Auskunftsersuchen

der BAbg. Veit, Roßborg, Petersen-Griem und SPD-Fraktion

Der Hamburger Senat verfolgt seit mehreren Jahren das verkehrspolitische Ziel, den sogenannten Umweltverbund aus öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV), Fuß- und Rad­verkehr konsequent zu stärken. Maßnahmen wie der Ausbau und die Attraktivitäts­stei­gerung des ÖPNV, die Förderung nachhaltiger Mobilitätsformen sowie regulatorische Instrumente wie die Abschaffung der Stellplatzpflicht sollen u.a. dazu beitragen, den Flächenverbrauch durch den ruhenden Verkehr zu reduzieren und die Aufenthalts- und Lebensqualität in den äeren Stadtteilen sowie den Innenstädten nachhaltig zu verbessern. Diese Zielsetzung begrüßen wir grundsätzlich, da sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur gesellschaftlichen Teilhabe sowie zu einer gerechteren Nutzung des öffentlichen Raums leistet.

Vor diesem Hintergrund interessieren uns die aktuelle Situation des ÖPNV im Bezirk Bergedorf und eine Auswertung des Jahres 2025. Gerade in einem äeren Stadtbezirk mit wachsender Bevölkerung, vielfältigen Pendlerverflechtungen und teilweise eingeschränkter Verkehrs­anbin­dung ist ein leistungsfähiger, zuverlässiger und barrierefreier ÖPNV Voraussetzung dafür, dass die verkehrspolitischen Ziele des Senats im Alltag der Bevölkerung praktikabel und dadurch tatsächlich wirksam werden.

Die Attraktivität des Umweltverbundes hängt in besonderem Maße von der Verfügbarkeit der Infrastruktur ab - die des ÖPNV also von der Zuverlässigkeit und einer bedarfsgerechten Angebotsgestaltung. Unpünktlichkeit, kurzfristige Ausfälle, großflächige Ausfälle ohne ange­messenen Ersatz, Taktlücken oder unzureichende Informationen im Störungsfall beeinträchtigen nicht nur die Akzeptanz des ÖPNV, sondern stellen für viele Menschen eine reale Hürde bei der Alltagsbewältigung dar. Gerade für Menschen, die beruflich pendeln,Schülerinnen und Schüler, Familien sowie mobilitätseingeschränkte Personen sind ein gutes Angebot und Verlässlichkeit eine zentrale Voraussetzung, um auf ein eigenes Auto verzichten zu können.

Die nachfolgenden Fragen sollen daher Aufschluss darüber geben, inwieweit das bestehende Angebot im HVV in Bergedorf den genannten Ansprüchen gerecht wird und wie die strate­gischen Ziele des Senats vor Ort umgesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständigen Stellen:


I. Betriebsqualität und Infrastrukturzustand bei der S-Bahn sowie Koordination im Störungsfall

1. Wie viele Fahrten der S2 und S7 sind 2025

a) vollständig ausgefallen oder

b) teilweise ausgefallen (zum Beispiel vorzeitige Wende, Teilausfälle einzelner Strecken­abschnitte)?Bitte in Summe, anteilig sowie jeweils nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

2. Wie viele Fahrten der S2 und S7 waren 2025 verspätet (im Sinne des HVV-Qualitäts­monitors)? Bitte in Summe, anteilig sowie jeweils nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

3. In wie vielen Fällen führten ein Ausfall oder eine Verspätung (hier: mehr als 60 Sekunden nach der im Fahrplan angegebenen Ankunft) im Falle geplanter Anschlüsse zu Anschluss­verlusten an Buslinien, die seltener als alle 20 Minuten verkehren? Bitte in Summe, anteilig sowie jeweils nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

4. Seit der Sperrung des S-Bahngleises zwischen Holstenstraße und Altona verkehrt außerhalb der Hauptverkehrszeit ausschließlich die S5 vom Hauptbahnhof in Richtung Holstenstraße. Die S2 (seit Sperrung der Brücke bis 14.12.25) bzw. S7 haben planmäßig dieselben Fahrtzeiten am Hauptbahnhof wie die S5, sodass ein unmittelbarer bahnsteiggleicher Übergang möglich ist. Diesen sehen auch die digitalen Auskunftsysteme des HVV sowie der DB vor.

Wie häufig und wann wurde dieser Anschluss durch die S2 bzw. S7 verfehlt? Bitte in Summe, anteilig sowie jeweils nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

4.1 Findet eine regelhafte Anschlusssicherung im Rahmen von wenigen Minuten statt?

4.2 Wenn nein, weshalb nicht?

4.3 Findet eine Anschlusssicherung statt, wenn die S7 unmittelbar vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof auf einen vorausfahrenden, verspäteten Zug warten muss, durch den im Hauptbahnhof noch das Gleis blockiert wird?

4.4 Wenn nein, weshalb nicht?

4.5 Falls 4.1 und 4.3 mindestens einmal mit nein beantwortet wurden: Weshalb wird der Anschluss in den digitalen Auskunftsmedien als erreichbar angezeigt?

5. Was waren, außer der Sperrung an der Holstenstraße, die wichtigsten Ursachen für Ausfälle und Verspätungen?

6. Welche Maßnahmen werden bei vergleichsweise häufig auftretenden Störungen (z.B. liegengebliebener Zug oder RTW-Einsatz) auf einzelnen Streckenabschnitten der S2 bzw. S7 standardisiert ergriffen?

7. Wie wird im Fall kurzfristiger Störungen sichergestellt, dassAnschlussbeziehungen zu selten verkehrenden Buslinien gesichert werden?

8. Welche technischen oder organisatorischen Maßnahmen sind erforderlich, um die Ausfälle und Verspätungen zu reduzieren?

9. Welche dieser Maßnahmen sollen perspektivisch umgesetzt werden? Mit welchem Zeitrahmen?

10. Der letzte S-Bahnhof in Bergedorf ohne barrierefreien Zugang ist der Bahnhof Billwerder-Moorfleet. Bereits vor einigen Jahren wurde angekündigt, diesen zu sanieren und im Zuge der Arbeiten auch einen Aufzug zu installieren.

Wann ist mit der Umsetzung der Maßnahmen zu rechnen?

11. Wie häufig werden die S-Bahnen i.d.R. gereinigt?

II. Betriebsqualität der Buslinien

12. Wie viele Linienbusfahrten sind im Jahr 2025 ausgefallen? Bitte in Summe, anteilig sowie nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

13. Wie war die Pünktlichkeitsquote der in Bergedorf verkehrenden Buslinien im Jahr 2025?

14. Welche planmäßigen Anschlüsse bestehen im Busnetz in Bergedorf sowie auf für den Bezirk relevanten Linien (z.B. in Mümmelmannsberg oder Tiefstack)?

15. In wie vielen Fällen führten ein Ausfall oder eine Verspätung zu Anschlussverlusten an Buslinienoder Bahnlinien, die seltener als alle 15 Minuten verkehren? Bitte in Summe, anteilig sowie jeweils nach Tagen aufgeschlüsselt angeben.

16. Auswirkungen auf Schülerinnen und Schüler

16.1 Wie viele dieser Anschlussverluste betrafen Anschlüsse an Linien, die zu Schulbeginn zu einer Schule verkehrten? Bitte nach Anschlussbeziehung aufschlüsseln.

16.2 Wie gehen die Schulen im Bezirk mit Verspätungen durch Schülerinnen und Schüler aufgrund verpasster Anschlüsse um?

16.3 Welche Auswirkung hat eine entsprechende Verspätung auf Leistungsüberprüfungen?

16.4 Gibt es hierzu Empfehlungen der BSFB?

17. Was waren die wichtigsten Ursachen für Ausfälle und Verspätungen?

18. Welche technischen oder organisatorischen Maßnahmen sind erforderlich, um die Ausfälle, Anschlussverluste und Verspätungen zu reduzieren?

19. Welche dieser Maßnahmen sollen perspektivisch umgesetzt werden? Mit welchem Zeitrahmen?

20. Bis vor etwa einem Jahr bestand bei den VHH die Möglichkeit einer telefonischen Anschlusssicherung außerhalb der regulären Sprechzeiten des Kundendialogs. Weshalb wurde diese eingestellt?

21. Weshalb gibt es bei der Hochbahn kein entsprechendes Angebot?

22. Welche Steh-, Sitz- und Rollstuhlplatzkapazität und wie viel Platz im Mehrzweckbereich ist auf den im Bezirk verkehrenden Linien vorgesehen?

23. Vorbemerkung: Seit einigen Jahren besteht ein deutlicher Fokus auf Stehplatzoptimierung, um dem steigenden Fahrgastaufkommen und dem höheren Bedarf nach Mehrzweckflächen entgegen zu kommen. Die Verringerung der Sitzplatzzahl ist allerdings laut Beobachtungen aus der Bevölkerung erheblich und wirkt sich negativ auf den Fahrtkomfort auf langen Strecken aus. Die Rede ist von bis zu 22 festen Sitzplätzen weniger bei Single-Bussen und bis zu 20 festen Sitzplätzen weniger bei Gelenkbussen als noch vor wenigen Jahren. Ein Teil der entfallenden Plätze entfällt allerdings nicht auf deutlich mehr Stehplätze, sondern auf Turmmotoren und eine dritte (Solobusse) bzw. vierte (Gelenkbusse) Tür.

24.1 Weshalb werden Fahrzeuge mit Turmmotoren beschafft?

24.2 Weshalb werden auch auf Linien mit langen durchschnittlichen Mitfahrzeiten (über 15 Minuten), etwa in den Vier- und Marschlanden oder auf der X27, Fahrzeuge mit deutlich verringertem Sitzplatzangebot eingesetzt?

24.3 Weshalb werden auch auf solchen Linien mit langen Mitfahrzeiten Wagen mit dritter bzw. vierter Tür zulasten eines höheren Sitzplatzangebotes eingesetzt?

25. Uns haben Beschwerden zur mangelnden Anschlusssicherung zwischen VHH- und Hochbahn-Buslinien erreicht. Teilweise war es dem Personal wohl nicht möglich, Fahrzeuge des jeweilsanderen Unternehmens per Funk zu erreichen.

Trifft dies zu? Wenn ja: Welche Maßnahmen werden getroffen, um eine gegenseitige Erreichbarkeit herzustellen?

Petitum/Beschluss

Beschluss:

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Lokalisation Beta
Holstenstraße

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