22-2393

Zusammenhalt braucht kulturelle Vielfalt – für eine Unterstützung der altonale! Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 28.05.2026

Mitteilungsdrucksache öffentlich

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung Altona hat in ihrer Sitzung vom 28.05.2026 anliegende Drucksache 22-2198B beschlossen.

Die Behörde für Kultur und Medien (BKM) hat mit Schreiben vom 01.07.2026 wie folgt Stellung genommen:

Die altonale ist seit über 25 Jahren ein zentrales Festival der kulturellen Vielfalt in Hamburg und hat mit dem internationalen STAMP-Festival überregionale Bekanntheit erlangt. Jährlich besuchen über 150.000 Menschen die Veranstaltungen. Trotz umfassender Konsolidierungsmaßnahmen befindet sich die altonale in einer finanziell existenzbedrohenden Lage, die ohne zusätzliche Mittel die Zukunft des Festivals gefährdet. Die altonale GmbH organisiert jährlich zwei Hauptveranstaltungen: das altonale Festival und das STAMP-Festival der Straßenkünste.

r das Jahr 2026 erhält die altonale GmbH für die altonale und das STAMP-Festival von der BKM und dem Bezirk Altona eine Gesamtförderung in Höhe von 187.800 Euro. Diese setzt sich wie folgt zusammen:

  • Behörde für Kultur und Medien (BKM): 136.000 Euro (davon 70.000 Euro für die altonale, 45.000 Euro für das STAMP-Festival aus der Kultur- und Tourismustaxe sowie 21.000 Euro aus weiteren Förderbereichen)
  • Bezirk Altona: 51.800 Euro (26.800 Euro für die altonale, 25.000 Euro für das STAMP-Festival)

r die kommenden Jahre ist seitens der BKM eine Förderung in gleicher Höhe vorgesehen. Eine dauerhafte strukturelle Mittelerhöhung um ca. 150.000 Euro, also mehr als eine Verdoppelung der Mittel zur Sicherung des jährlichen Fortbestands der altonale und des STAMP-Festivals in der bisherigen Form, ist im Haushalt der BKM nicht abbildbar.

Die altonale GmbH hat in den vergangenen Jahren bereits umfassende Konsolidierungsmaßnahmen ergriffen (u. a. Verkürzung der Festivaldauer, Personal- und Honorarkürzungen, Einsparungen bei Infrastruktur und Marketing), die zu jährlichen Einsparungen von rund 170.000 Euro geführt haben. Dennoch verbleibt ein struktureller Fehlbetrag von etwa 150.000 Euro pro Jahr. Für 2026 sind einmalige Maßnahmen wie Crowdfunding und der Verkauf von Retter-Losen durchgeführt worden, die zusätzliche Einnahmen generiert haben. Ab 2027 soll nach Angaben der altonale jedoch ein zutzlicher Mittelbedarf von rund 143.000 Euro jährlich bestehen.

Im Auftrag der BKM wurden daher verschiedene Szenarien zur Zukunftssicherung geprüft, darunter eine weitere Verkürzung des Festivals, die Integration des STAMP-Festivals in das altonale-Programm sowie eine biennale Durchführung des STAMP-Festivals. Die Analysen zeigen, dass auch diese Maßnahmen keinen vollständigen Ausgleich des strukturellen Defizits ermöglichen. Ein weiteres auf Bitten der BKM zwischenzeitlich durch die altonale GmbH geprüftes Szenario, in dem die altonale und STAMP künftig im Zweijahresrhythmus (biennal) durchgeführt werden, während die BKM-Förderung in unveränderter Höhe jährlich weiterläuft, kommt gemäßckmeldung der altonale weiterhin auf einem Mehrbedarf in Höhe von 104.000 Euro.

Die BKM steht in engem Austausch mit der altonale GmbH, um gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie das Festival die gestiegenen Kosten auffangen kann. Sie wird aktuell auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Akquise von Drittmitteln unterstützend tätig. Ziel bleibt es, die altonale als wichtiges Festival der Stadt Hamburg auch künftig zu sichern. Dies kann nur mit vereinten Kräften und unter Beteiligung aller zuständigen Stellen, einschließlich des Bezirks, gelingen.

Die Behörde für Inneres und Sport (BIS) hat mit Schreiben vom 13.07.2026 wie folgt Stellung genommen:

Zu 2:

Die Polizei prüft sowohl im Rahmen der bezirklichen Genehmigungsverfahren nach § 31 SOG als auch im Rahmen der bezirklichen Genehmigung einer Sondernutzung nach dem Hamburgischen Wegegesetz, ob und welche sicherheitsfachlich gebotenen Maßnahmen zum Schutz der Veranstaltung erforderlich sind. Die Verpflichtung zur Gewährleistung der Veranstaltungs- und Besuchersicherheit liegt grundsätzlich beim Veranstaltenden. Hierzu zählenauch die organisatorischen und finanziellen Aufwendungen für erforderliche Schutz- und Sicherungsmaßnahmen, die von Behörden angeordnet oder im Rahmen der Sicherheitsplanung als notwendig erachtet werden.

Der Umfang und die jeweilige Ausgestaltung der von den Veranstaltenden, Genehmigungs- und Sicherheitsbehörden durchgeführten Maßnahmen zum Schutz von Veranstaltungen sowie ihrer Besucherinnen und Besucher orientieren sich grundsätzlich an der von den Sicherheitsbehörden vorgenommenen Gefährdungsbewertung in Bezug auf die konkrete Veranstaltung und den betreffenden Veranstaltungsraum. Dabei geht die Polizei Hamburg bei der Ausgestaltung der Empfehlungen zu den konkreten Schutzmaßnahmen auch im Bewusstsein der Kostenfolgen für die Veranstaltenden regelhaft mit Augenmaß vor und findet in Bezug auf den konkreten Veranstaltungsraum in der Regel im Dialog mit der Genehmigungsbehörde und den Veranstaltenden sachgerechte Lösungen.

Im Übrigen siehe Bürgerschafts-Drs. 23/2385 und die Stellungnahme der BIS zu den Beschlüssen der Bezirksversammlung Altona Drs. 22-1908B sowie Drs. 22-1013B.

Das Bezirksamt Altona hat mit Schreiben vom 16.07.2026 wie folgt Stellung genommen:

Das Bezirksamt hat sich mit der Geschäftsführerin der altonale GmbH im Vorfeld der Veranstaltung zur aktuellen Situation und möglichen Varianten für die Fortsetzung der altonale ab dem Jahr 2027 ausgetauscht. Um die Kosten für die Infrastruktur noch weiter zu optimieren, wurde vereinbart, dass das Bezirksamt die Unterlagen der altonale auf mögliche Einsparpotentiale prüft. Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass die Unterlagen derzeit noch nicht finalisiert seien und dem Bezirksamt in den kommenden Wochen zur Verfügung gestellt werden könnten.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

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