22-1989

Wirksamkeit und Kosten der Photovoltaik-Beratungskampagne des Bezirksamtes Altona Kleine Anfrage von Katarina Blume (FDP-Fraktion)

Kleine Anfrage öffentlich

Letzte Beratung: 13.04.2026 Ausschuss für Wirtschaft, Klima und Verbraucherschutz Ö 10.3

Sachverhalt

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg verfolgt mit seiner Photovoltaikstrategie ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Solarenergie. Im Rahmen des Hamburger Klimaplans sowie der Photovoltaikstrategie der Freien und Hansestadt Hamburg sollen in den kommenden Jahren erhebliche zusätzliche Kapazitäten aufgebaut werden. Die Strategie wurde insbesondere unter Federführung der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) vorangetrieben.

Vor diesem Hintergrund wurden in mehreren Hamburger Bezirken Beratungskampagnen durchgeführt, um insbesondere Unternehmen zur Installation von Photovoltaikanlagen auf Bestandsgebäuden zu motivieren.

Auch im Bezirk Altona wurde eine entsprechende Kampagne umgesetzt. Nach der im zuständigen Ausschuss vorgestellten Abschlusspräsentation wurden zahlreiche Unternehmen kontaktiert und Beratungsgespräche geführt. Konkrete Umsetzungen von Photovoltaikanlagen infolge der Kampagne sind bislang jedoch nicht ersichtlich.

Vor dem Hintergrund der eingesetzten öffentlichen Mittel sowie der gebundenen personellen Ressourcen stellt sich daher die Frage nach der tatsächlichen Wirksamkeit dieser Maßnahme und nach den Schlussfolgerungen für zukünftige Kampagnen insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Ausweitung auf private Eigentümerinnen und Eigentümer.

Vor diesem Hintergrund frage ich das Bezirksamt:

  1. Zielsetzung und Bewertung der Kampagne
  1. Welche konkreten Ziele wurden mit der Photovoltaik-Beratungskampagne im Bezirk Altona verfolgt?
  2. Anhand welcher Kriterien oder Kennzahlen sollte der Erfolg der Kampagne bewertet werden?
  3. Wie bewertet das Bezirksamt selbst den Erfolg der Kampagne im Hinblick auf diese Kriterien?
  4. Auf welcher Grundlage bewertet das Bezirksamt die Kampagne als erfolgreich bzw. als geeignetes Instrument zur Förderung des Photovoltaikausbaus im Bezirk?

II. Kosten und Finanzierung

  1. Welche Gesamtkosten sind im Zusammenhang mit der Planung, Durchführung und Begleitung der Beratungskampagne im Bezirk Altona entstanden?
  2. Liegt dem Bezirksamt inzwischen die Abschlussrechnung, für die im Rahmen der Kampagne beauftragten externen Leistungen vor?
  1. Wenn ja: seit wann?
  2. Wenn nein: wann wird mit deren Vorlage gerechnet?
  1. Aus welchen Gründen wurde die Abschlusspräsentation zur Kampagne im zuständigen Ausschuss vorgestellt, obwohl nach Angaben des Bezirksamtes zu diesem Zeitpunkt noch keine abschließende Kostenabrechnung vorlag?
  2. Aus welchen Haushaltsmitteln oder Förderprogrammen wurden die Kosten finanziert?
  3. Welche externen Dienstleister wurden im Rahmen der Kampagne beauftragt und welche Leistungen wurden jeweils erbracht?
  4. Inwieweit bewertet das Bezirksamt den Mitteleinsatz im Verhältnis zu den bislang erreichten Ergebnissen als effizient?

III. Personelle Ressourcen

  1. Welche personellen Ressourcen des Bezirksamtes Altona wurden für Planung, Durchführung und Begleitung der Kampagne eingesetzt?
  2. Welche Aufgaben wurden dabei durch Mitarbeitende des Bezirksamtes übernommen
  1. und welche durch externe Akteure?

IV. Ergebnisse der Kampagne

  1. Welche konkreten Umsetzungen von Photovoltaikanlagen im Bezirk Altona sind dem Bezirksamt bekannt, die unmittelbar auf diese Beratungskampagne zurückzuführen sind?
  2. Welche konkreten Schritte (z. B. Machbarkeitsstudien, Planungsaufträge oder Investitionsentscheidungen) wurden nach Kenntnis des Bezirksamtes infolge der Kampagne eingeleitet?

V. Bewertung und Schlussfolgerungen

  1. Welche zentralen Gründe wurden im Rahmen der Evaluation dafür identifiziert, dass Unternehmen trotz Beratung bislang keine Photovoltaikanlagen umgesetzt haben?
  2. Welche Alternativen zur gewählten Kampagnenform wurden vor Beginn der Maßnahme geprüft?
  3. Inwieweit hält das Bezirksamt die durchgeführte Kampagne rückblickend für ein effizientes Instrument zum Einsatz öffentlicher Mittel?
  4. Welche Maßnahmen wären nach Einschätzung des Bezirksamtes besser geeignet gewesen, um tatsächlich zur Installation von Photovoltaikanlagen im Gewerbebereich beizutragen?

VI. Weitere Planung

  1. Plant das Bezirksamt weiterhin, entsprechende Beratungskampagnen künftig auch gezielt auf private Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden auszurichten?
  2. Wenn ja: Auf welcher Grundlage wird eine Ausweitung der Kampagne geplant, obwohl bislang keine konkreten Umsetzungen von Photovoltaikanlagen als unmittelbare Folge der bisherigen Kampagne bekannt sind?
  3. Welche Anpassungen der Konzeption sind für zukünftige Kampagnen vorgesehen?

Das Bezirksamt Altona beantwortet die Fragen wie folgt:

Vorbemerkung des Bezirksamtes:

Das Bezirksamt Altona hat gemeinsam mit den Bezirken Mitte und Wandsbek im Dezember 2023 die Beratungskampagne „Photovoltaik Gewerbe“ beauftragt und diese im Zeitraum von November 2024 bis März 2026 fortgeführt.

Im Rahmen der Kampagne wurde eine Bietergemeinschaft unter Beteiligung eines fachlich qualifizierten Ingenieurbüros damit beauftragt, PV-Potenzialflächen auf Bestandsdächern zu analysieren, Informationsveranstaltungen zu organisieren und durchzuführen sowie Unternehmen und Eigentümer:innen aktiv anzusprechen und individuell gebäudespezifisch zu beraten.

Insgesamt konnten 15 von 16 Beratungen erfolgreich umgesetzt werden. Darüber hinaus wurden die Netzwerkbildung und der Erfahrungsaustausch durch zwei Informationsveranstaltungen zwischen den beteiligten Unternehmen gefördert sowie das Bezirksamt Altona in seiner Rolle als Ansprechpartner gestärkt. Die Rückmeldungen der teilnehmenden Unternehmen waren durchweg positiv.

Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass betriebliche und strukturelle Rahmenbedingungen die Umsetzung von Photovoltaikmaßnahmen häufig verzögern. Dies verdeutlicht, dass unternehmensinterne Entscheidungsprozesse und bestehende Hemmnisse oftmals über den Rahmen einer einmaligen Beratung hinausgehen. Es besteht daher weiterhin ein ungenutztes Potenzial, das künftig durch gezieltere Anlässe sowie eine längerfristige Begleitung besser erschlossen werden könnte.

Dies vorausgeschickt wird die Anfrage wie folgt beantwortet:

Zu 1:

Die Ziele der Beratungskampagne Photovoltaik umfassten:

  • Bereitstellung von Informationen, Beratung und Motivation von Unternehmen und Eigentümer:innen (U / E) in Fokusgebieten und im gesamten Bezirk zu bisher ungenutzten Dachflächen von Bestandsgebäuden / Hallen über die Installation von Photovoltaik;
  • Analyse von PV-Potenzialflächen auf Bestandsdächern;
  • Impulssetzung und Bewusstseinsbildung zu weiteren Energieeffizienzthemen;
  • Netzwerkbildung und Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen;
  • Etablierung und Stärkung des Bezirksamts Altona als Ansprechpartner für Unternehmen.

Zu 2:

Siehe Antwort zur Frage 1 und Vorbemerkung.

Zu 3:

Siehe Vorbemerkung.

Zu 4:

Die Bewertung der Kampagne erfolgt auf Grundlage der im zuständigen Ausschuss vorgestellten Präsentation der Bietergemeinschaft „ZEBAU GmbH & Averdung Ingenieure & Berater GmbH“.

Zu 5:

48.136,99 Euro

Zu 6.a:

Die Abschlussrechnung liegt dem Bezirksamt seit dem 18.03.2026 vor.

Zu 6.b:

Entfällt.

Zu 7:

Die Abschlusspräsentation durch den beauftragten Dienstleister im zuständigen Ausschuss ist Bestandteil des vertraglich vereinbarten Leistungsumfangs. Folglich lag die abschließende Kostenabrechnung zum Zeitpunkt der Präsentation noch nicht vor.

Zu 8:

Die Finanzierung erfolgte über Klimaplanmittel der Freien und Hansestadt Hamburg und über Mittel der Klimaplanmaßnahme „Flächendeckende Bewerbung von Umwelt-, Klimaschutz- und -anpassungsmaßnahmen in KMU“ (GewerbeKlima.VorOrt) der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation.

Zu 9:

Bei der Erst- und der Folgekampagne wurde jeweils die Bietergemeinschaft „ZEBAU GmbH & Averdung Ingenieure & Berater GmbH“ beauftragt.

Leistungsbausteine Erstkampagne

a) Analyse von PV-Potenzialflächen auf Bestandsdächern im Gebiet

b) Initialberatungen & Informationsveranstaltung

c) Evaluation der identifizierten U/E

Leistungsbausteine Folgekampagne

a) Skalierung Erstberatungen

b) Durchführung einer Informationsveranstaltung

c) Folgeberatungen mit Evaluation

d) Projektmanagement, Dokumentation, Evaluation

Zu 10:

Die Bietergemeinschaft hat die vorgesehenen Leistungsbausteine im Rahmen der zeitlichen und finanziellen Vorgaben vertragsgemäß erbracht. Gleichwohl sieht das Bezirksamt Optimierungspotenziale (siehe Vorbemerkung). Die gewonnenen Erkenntnisse werden in die Konzeption und Umsetzung zukünftiger Projekte einfließen.

Zu 11:

Diese Daten werden nicht erhoben.

Zu 12:

Planung und Begleitung der Kampagne

Unterstützung bei der Identifikation konkreter Ansprechpersonen

Unterstützung Öffentlichkeitarbeit für Kampagne und Infoveranstaltungen

Zu 12.a:

Siehe Antwort zur Frage 9.

Zu 13:

Ein Unternehmen hat eine Machbarkeitsanalyse und Planung für eine PV-Anlage angekündigt.

Zu 14:

Siehe Antwort zur Frage 13.

Zu 15:

Siehe Vorbemerkung.

Zu 16:

Fehlanzeige.

Zu 17:

Siehe Antwort zur Frage 10.

Zu 18:

Siehe Vorbemerkung.

Zu 19:

Nein. Es sind aktuell keine neuen Beratungskampagnen durch das Bezirksamt in Planung.

Zu 20:

Entfällt.

Zu 21:

Siehe Antwort zur Frage 19.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
26.03.2026
Ö 5.4
Anhänge

ohne

Lokalisation Beta
Hamburg

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