Transparenz der Fernwärmepreisbildung und zukünftige Entwicklung der Wärmeversorgung und des Fernwärmenetzausbaus in Hamburg-Altona Auskunftsersuchen von Katarina Blume, Kristina von Ehren, Constantin Jebe und Rose Pauly (alle FDP-Fraktion)
Letzte Beratung: 24.09.2026 Bezirksversammlung Ö 6.1
Die Fernwärmepreise in Hamburg stehen unter erheblichem Druck. Ursachen sind u. a. der Ausstieg aus der Kohleverstromung (insb. Wedel), Investitionen in neue Anlagen (z. B. Gas- und Dampfkraftwerke), steigende Kosten für CO₂-Zertifikate sowie komplexe Preisgleitklauseln. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass unterschiedliche Faktoren – marktbedingt wie politisch induziert – die Preisentwicklung beeinflussen.
Vor diesem Hintergrund besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an einer vollständigen Transparenz der Preisbildung und ihrer zukünftigen Entwicklung, weil alle Bürgerinnen und Bürger, egal ob Mieterinnen und Mieter oder Eigentümerinnen und Eigentümer in Altona / Hamburg diese Kosten zu tragen haben und es sich nach Einrichtung des Anschlusses um ein quasi Monopol handelt, welches keinen Marktwettbewerb hat.
Darüber hinaus dauern die Bauarbeiten für die Fernwärmesystemanbindung West (FWS-West) der Wärme Hamburg GmbH zur Anbindung der Dradenau an den Weststrang (Bahrenfeld) seit 2021 an. Ein Ende der Maßnahmen ist nicht in Sicht und die Bürgerinnen und Bürger sowie Schulen, Kitas, Gewerbe und Einzelhandel leiden unter dem verzögerten Ausbau.
Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg:
Wir bitten um Auskunft zu folgenden Punkten:
I. Struktur der Fernwärmepreisbildung
II. Marktbedingte Preisveränderungen
a. Wirkt diese sich nur auf den westlichen Teil Hamburg, also Altona, aus oder
b. wird dieses alle Fernwärmeanschlüsse in ganz Hamburg umverteilt?
c. Wie hoch sind diese Effekte durchschnittlich je Wohneinheit?
III. Politisch induzierte Preisbestandteile
IV. Investitionen und deren Preiswirkung
V. Zukunft der Fernwärme in Hamburg (10-Jahres-Prognose)
VI. Vergleich mit anderen Heizsystemen
VII. Transparenz und Verbraucherschutz
VIII. Wettbewerb und Alternativen
IX. Spezifische Aspekte aus der aktuellen Berichterstattung
X. Ausbaumaßnahmen in Altona
a. Welche Kosten fielen davon anteilig auf den Bezirk?
b. Welche Kosten fielen davon auf die Stadt Hamburg?
c. Welche Kosten sollte davon HEnW tragen?
42. Welche realen Kosten sind bisher entstanden für den Ausbau (u.a. Zahlungen an Vorwerk)?
43. Wie ist die aktualisierte Kostenprognose für den Abschluss der Baumaßnahmen?
a. Welche Kosten trägt davon der Bezirk?
b. Welche Kosten trägt davon die Stadt Hamburg?
c. Welche Kosten trägt davon HEnW?
44. Wie lange war die Soll/Ist Bauzeit der Baumaßnahmen und Baustellendauer
a) generell in Altona
b) in der Parkstraße
c) in der Groß Flottbeker Straße
XI. Schlussbewertung
45. Hält der Senat die aktuelle Preisentwicklung bei Fernwärme für sozialverträglich?
46. Welche Maßnahmen sindgeplant, um Haushalte vor weiteren Preissteigerungen zu
schützen?
47. Welche Kosten aus Steuermitteln plant der Senat fürdienächsten zehn Jahre ein, um ggf.
die Höhe der in Rechnung gestellten Fernwärmekosten herunter zu subventionieren?
Die Antwort auf das Auskunftsersuchen ist dem als Anlage beigefügten Schreiben der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) zu entnehmen.
Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.
Antwortschreiben BUKEA
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