SIN-Mittel für 2027: Planansätze zur Mittelverteilung Mitteilungsdrucksache des Amtes
Letzte Beratung: 02.09.2026 Jugendhilfeausschuss Ö 4.1
Ausgangslage
Im Bezirk Altona besteht die Notwendigkeit, die Mittelvergabe im Rahmen der sozialräumlichen Integrationsnetzwerke (SIN) künftig bedarfsgerechter und richtlinienkonformer zu steuern. Hintergrund sind die in 2027 deutlich begrenzteren Haushaltsmittel (minus 30%) sowie der fachliche Anspruch, Förderentscheidungen stärker an der tatsächlichen Bedarfslage in den Wohnunterkünften und Sozialräumen auszurichten und transparenter zu kommunizieren.
Ziel
Mit dem Verfahren wird das Ziel verfolgt, für die Wohnunterkünfte und die daraus abgeleiteten Sozialräume eine vergleichbare und nachvollziehbare Bedarfsbewertung zu erstellen. Auf dieser Grundlage soll eine sozialräumliche Verteilung der SIN-Mittel erfolgen, die sich am festgestellten Bedarf orientiert und mit der bestehenden Angebots- und Finanzierungsstruktur abgeglichen wird.
Im Kern verbindet das Verfahren drei Ebenen:
Verfahren
a. Grundlogik
Ausgangspunkt des Verfahrens ist die fachliche Leitlinie, dass nicht bestehende Projekte, sondern der festgestellte Bedarf die Förderpriorität bestimmt.
Das Verfahren gliedert sich in mehrere Schritte:
1. statistische Erhebung der Bedarfslage je Wohnunterkunft
2. qualitative Bedarfserhebung je Unterkunft
3. Bewertung der Unterkünfte anhand eines standardisierten Punktesystems
4. Übertragung und Bündelung der Ergebnisse auf Planungsräume und Sozialräume
5. Ableitung eines Vorschlags für die sozialräumliche Mittelverteilung 2027
b. Quantitative Bedarfserhebung
Für die quantitative Bedarfserhebung wurden sieben Indikatoren zugrunde gelegt, die aus fachlicher Sicht in besonderer Weise geeignet sind, integrationsbezogene und sozialpädagogische Unterstützungsbedarfe in den Wohnunterkünften abzubilden.
Berücksichtigt wurden:
Durch die Kombination dieser Indikatoren wird die Bedarfslage nicht nur über die absolute Größe einer Unterkunft beschrieben, sondern zusätzlich über belastungsrelevante Merkmale wie Familienkonstellationen, Kinder- und Jugendbezug, junge Erwachsene, aufenthaltsrechtlich beziehungsweise leistungsrechtlich besonders belastete Personengruppen sowie erzieherische Unterstützungsbedarfe.
Zur Herstellung einer einheitlichen und vergleichbaren Bewertungsgrundlage wurden die einzelnen Indikatoren in ein Standardpunktverfahren überführt. Ziel dieses Verfahrens ist es, unterschiedliche Belastungsfaktoren in einem gemeinsamen Bewertungsmaßstab zusammenzuführen.
Die Bewertung führt zu einem Gesamtwert, der sowohl für einzelne Wohnunterkünfte als auch für räumlich zusammengefasste Planungsräume gebildet werden kann. Aus den Gesamtwerten werden Prioritätsstufen abgeleitet, die den jeweiligen Handlungsbedarf abbilden.
c. Erhebung der Angebots- und Zuwendungslandschaft
In einem weiteren Schritt wurden die Bedarfe je Unterkunft ausgewertet und nach Priorität eingestuft. Hierzu wurden im Mai und Juni 2026 leitfragengestützte Interviews mit den Wohnunterkünften zu folgenden Themen durchgeführt:
d. Berechnung der Sozialraumbudgets und Planansatz der Mittelverteilung
Die einzelnen Wohnunterkünfte wurden räumlich gebündelt und Planungsräumen beziehungsweise Sozialräumen zugeordnet. Dadurch konnten aus den einrichtungsbezogenen Bedarfswerten sozialräumliche Gesamtwerte gebildet werden.
Auf Basis der neuen Berechnungslogik wurden im nächsten Schritt Zielbudgets für die einzelnen Sozialräume für das Jahr 2027 errechnet. Diese Zielbudgets stellen die rechnerische Soll- Seite des Verfahrens dar und bilden den fachlichen Maßstab für die künftige Mittelverteilung.
Für 2027 wurden folgende Budgets errechnet:
Sozialraum/ Planungsraum |
Budget 2027 |
Gesamtzuwendung 2026 |
Differenz |
Bahrenfeld |
410.832,30 € |
597.140,85 € |
-186.308,55 € |
Lurup |
205.416,15 € |
285.087,13 € |
-79.670,98 € |
Sülldorf / Rissen |
136.944,10 € |
190.993,90 € |
-54.049,80 € |
Altona-Nord |
52.670,81 € |
85.215,47 € |
-32.544,66 € |
Othmarschen |
31.602,48 € |
35.500 € |
-3.897,52 € |
Osdorf |
10.534,16 € |
24.646,67 € |
-14.112,51 € |
Summe |
847.000,00 € |
1.222.744,68 € |
- 375.744,68 € |
Die reduzierten Mittel machen eine konzeptionelle Anpassung der Projektlandschaft erforderlich. Der Vorrang liegt auf dem Erhalt einer breiten Angebotsstruktur in den im Umfeld der Wohnunterkünfte liegenden Einrichtungen der Jugendhilfe. Um flexibel auf die unterschiedlichen Bedarfe eingehen zu können, sollen ebenfalls mobile Angebote gefördert werden, die Beratungs- und Unterstützungsangebote in den Wohnunterkünften anbieten.
Die Planansätze wurden fachamtsübergreifend abgestimmt und sind folgender Tabelle zu entnehmen. Die betroffenen Träger sind bereits informiert.
Planansätze 2027
Träger |
Projekt |
Zuwendung 2026 |
geplante Zuwendung 2027 |
JHJ e.V. |
Arbeiten, Wohnen, Leben |
182.502,62 € |
90.000 € |
Diakonisches Werk Hamburg Hamburg West/ Südholstein |
Beraten und Begleiten |
81.944,00 € |
85.000 € |
Diakonisches Werk Hamburg Hamburg West/ Südholstein |
Circus Abraxkadabrax, Mitmachangebot in der WUK Schnackenburgallee |
21.574,75 € |
22.000 € |
Sintiverein e.V. |
Familienberatung in der WUK Kroonhorst |
29.722,92 € |
30.000 € |
Vereinigung Pestalozzi gGmbH |
Gruppenangebot in der WUK Schnackenburgallee |
33.503,00 € |
35.000 € |
Vereinigung Pestalozzi gGmbH |
JUZ Rissen + Taktvoll |
59.309,67 € |
60.000 € |
movego Jugendhilfe gGmbH |
Integration in die trägereigenen Angebote |
262.000 € |
220.000 € |
Arbeiter Samariter Bund Sozialeinrichtungen GmbH |
Integration in die trägereigenen Angebote |
225.000 € |
220.000 € |
Der Kinderschutzbund, LV HH e.V. |
Kultursensible Familienbegleitung |
80.017,85 € |
85.000 € |
Der Kinderschutzbund, LV HH e.V. |
Gesundheitssprechstunde |
8.982,15 € |
0 € |
GWA St. Pauli e.V. |
Adebar, Stress lass nach |
31.899,99 € |
0 € |
Vereinigung Pestalozzi gGmbH |
Klabauterkids 2 |
24.151,40 € |
0 € |
Vereinigung Pestalozzi gGmbH |
Sprachförderung |
44.396,46 € |
0 € |
Vereinigung Pestalozzi gGmbH |
Klettern am Desyturm |
28.070,26 € |
0 € |
Dolle Deerns Mädchenoase |
Girls Time |
11.972,14 € |
0 € |
Diakonisches Werk Hamburg Hamburg West/ Südholstein |
Circus Abraxkadabrax, Koordinationsstelle |
12.482,00 € |
0 € |
Zusammenfassung:
Da in 2027 375.000 Euro weniger als in 2026 zur Verfügung stehen, können nicht alle SIN-Projekte weiter finanziert werden. Anhand eines abgestimmten fachamtsübergreifenden Verfahrens wurden die Planungsraumbudgets ermittelt und die Projektlandschaft an die neuen Bedingungen angepasst. Alle betroffenen Träger sind bereits über die projektbezogenen Planansätze informiert.
Der Jugendhilfeausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten.
ohne
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