Sanierung und Neugestaltung der Außenanlagen des Friedrich-Ebert-Hofs Auskunftsersuchen von Uwe Batenhorst, Robert Risch und Tobias Steinhaus (alle AFD-Fraktion)
Letzte Beratung: 24.09.2026 Bezirksversammlung Ö 6.10
Die Sanierung des denkmalgeschützten Friedrich-Ebert-Hofs im Bereich der Friedensallee dauert inzwischen seit mehr als sechs Jahren an. Trotz mehrfach angekündigter Fertigstellung sind weiterhin wesentliche Arbeiten offen. Genannte Termine verstrichen wiederholt und wurden durch neue, meist nur grob bestimmte Zeiträume ersetzt.
Kritik aus der Bewohnerschaft richtet sich insbesondere gegen die Neugestaltung der Außenanlagen. Historische Aufnahmen zeigen, dass die Wohnanlage vor Beginn der Sanierung deutlich stärker durch Hecken, Sträucher und größere Gehölze geprägt war. Nach der Umgestaltung bestehen dagegen überwiegend offene Rasenflächen, Mauereinfassungen und befestigte Bereiche. Dies kann sich auf Beschattung, sommerliche Wärmebelastung, Biodiversität und Aufenthaltsqualität auswirken. Zudem sollen von Bewohnern angelegte Pflanzungen teilweise entfernt oder abgemäht worden sein.
Nach einer fachlichen Einschätzung der Umweltbehörde aus dem Jahr 2024 sind die Freianlagen zwar Bestandteil des geschützten Denkmalensembles, jedoch kein eigenständiges Gartendenkmal. Eine stärkere Begrünung sowie zusätzliche Hecken und Schattenbereiche könnten grundsätzlich Bestandteil eines denkmalgerechten Entwicklungskonzeptes sein.
Vor diesem Hintergrund fragen wir:
Zu 1.: Die ursprüngliche Projektplanung sah eine Fertigstellung des Gesamtprojektes Ende 2022 vor. In den Schriftlichen Kleinen Anfragen Drs. 23/260 und Drs. 23/1619 vom 28.04.2025 bzw. 25.09.2025 wurde mitgeteilt, dass Restarbeiten an den hier maßgeblichen Gebäuden voraussichtlich zum Jahresende 2025 und die Arbeiten an den Außenanlagen im 1. Quartal 2026 abgeschlossen sein werden. Die Arbeiten am Gebäude und einem Großteil der Außenanlagen wurden zwischenzeitlich abgeschlossen. Restarbeiten an den Außenanlagen werden voraussichtlich bis Ende September 2026 beendet sein. Die Verzögerungen bei der Sanierung des Friedrich-Ebert-Hofs sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zunächst hat die Corona-Pandemie die Bauabläufe aufgrund von Kontaktbeschränkungen und Ausfällen von Arbeitskräften erheblich beeinträchtigt. Durch den russischen Angriff auf die Ukraine kam es zudem zu massiven Lieferschwierigkeiten und Engpässen bei diversen Baumaterialien. Zusätzlich traten vor Ort höhere Schadensquoten als ursprünglich prognostiziert auf, was zu einem erweiterten Sanierungsbedarf führte. Des Weiteren führten Kapazitätsprobleme bei dem ursprünglichen Fassadengewerk zu Verzögerungen, da für dieses Gewerk das beauftragte Unternehmen ausgetauscht werden musste. Aufgrund des Anfang 2026 langanhaltenden Wintergeschehens kam es in der Folge zu Beeinträchtigungen der Arbeiten an den Außenanlagen, sodass diese nicht wie beabsichtigt im 1. Quartal 2026 abgeschlossen werden konnten.
Zu 2.: Die Gestaltung der Außenanlagen wurde von Beginn an eng mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt. Die besondere Struktur der einzelnen Höfe sollte hierbei berücksichtigt und erhalten bleiben. Für die Bepflanzung der Grünanlagen entlang der Straßenbereiche (Friedensallee, Griegstraße und Friedrich-Ebert-Hof) wurden historische Aufnahmen des Quartiers herangezogen, auf denen überwiegend Rasenflächen und Hecken zu sehen sind, und eine entsprechende Bepflanzung vorgenommen.
Zu 3: Ein Büro für Landschaftsarchitektur hat eine umfangreiche Pflanzplanung erstellt und dabei Biodiversität und eine insektenfreundliche Bepflanzung berücksichtigt. Die Versiegelung der Höfe wurde – wo baulich möglich – auf ein Mindestmaß beschränkt. Entlang der Fassade wurden Wege zur Erschließung der Höfe und insbesondere zur Herstellung einer funktionierender Oberflächenentwässerung hergestellt. Durch den hohen Baumbestand im Quartier ist für ausreichend Beschattung gesorgt.
Zu 4.: Die früheren Pflanzungen, insbesondere in den Innenhöfen, wurden so weit wie möglich erhalten. Teilweise war es jedoch notwendig, durch die Einrichtung von Baustellenflächen Pflanzungen zu entfernen oder umzusetzen. Zusätzlich wurden in den Innenhöfen für die Mieterinnen und Mieter Mieterbeete eingerichtet, die eine individuelle Bepflanzung nach eigenen Vorstellungen ermöglichen. Darüber hinaus sind die straßenseitigen Bereiche in Abstimmung mit dem Denkmalschutz so zu gestalten, dass die historische Ansicht nicht durch zusätzliche Begrünung verändert wird.
Zu 5.: Die Umgestaltung der Außenanlagen ist inzwischen nahezu abgeschlossen. Bereits im Juni 2024 wurde eine Mieterbeteiligung durchgeführt. Hierbei wurde im Rahmen einer Vor-Ort-Veranstaltung der Entwurf der Außenanlagen vorgestellt, diskutiert und im Rahmen einer Mieterbeteiligung ergänzt. Dabei konnten Anregungen der Mieterinnen und Mieter aufgenommen und in die weitere Planung integriert werden. Die SAGA hat hierbei die vielfältigen Interessen der Mieterschaft mit den funktionalen (u. a. Spielflächen, Oberflächenentwässerung, Wegeführungen) und wirtschaftlichen Anforderungen des Gesamtprojektes in Einklang gebracht. Hierdurch wurde eine ausgewogene Kombination aus funktionalen Flächen, Spielmöglichkeiten und ökologischen Elementen realisiert.
Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.
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