Sachstand zur Entwicklung des ehemaligen Gewächshauses im Jenischpark Kleine Anfrage von Katarina Blume (FDP-Fraktion)
Kaum ein Projekt im Bezirk Altona steht so exemplarisch für langwierige Verfahren, wiederholte Richtungswechsel und ausbleibende Ergebnisse wie die geplante Entwicklung des ehemaligen Gewächshauses im Jenischpark. Trotz eines bereits 2017 begonnenen Auswahlverfahrens, einer zwischenzeitlich vorliegenden Baugenehmigung, mehrfach veränderter Vertragsmodelle sowie einer erneuten Konzeptausschreibung ist das Projekt bis heute nicht umgesetzt worden. Gleichzeitig ist die öffentliche Berichterstattung über den Fortgang des Verfahrens zunehmend spärlicher geworden. Weder Politik noch Öffentlichkeit erhalten derzeit regelmäßig Informationen darüber, welche konkreten Schritte unternommen werden, welche Hindernisse noch bestehen und wann mit einer Realisierung zu rechnen ist.
Dabei bestand über die Zielsetzung des Vorhabens über Jahre hinweg weitgehend Einigkeit: Das historische Gewächshaus sollte zu einem öffentlich zugänglichen Café entwickelt werden und zugleich die dringend benötigte öffentliche Toilettenversorgung im Jenischpark sicherstellen. Bis heute ist keines dieser Ziele erreicht worden.
Stattdessen steht das Gebäude seit Jahren leer und befindet sich in einem Zustand, der seinem denkmalgeschützten Charakter und der Bedeutung des Jenischparks in keiner Weise gerecht wird. Der sichtbare bauliche Verfall und der ungepflegte Gesamteindruck beeinträchtigen das Erscheinungsbild eines der schönsten und meistbesuchten Parks Hamburgs erheblich. Für viele Besucherinnen und Besucher ist das ehemalige Gewächshaus inzwischen Sinnbild eines Projekts geworden, das trotz jahrelanger Planungen und zahlreicher Ankündigungen nicht vorankommt.
Die jahrelangen Verzögerungen wirken sich inzwischen weit über das eigentliche Gebäude hinaus aus. Besucherinnen und Besucher des Jenischparks finden bis heute weder das angekündigte gastronomische Angebot noch die vorgesehenen öffentlichen Toiletten vor. Auch das unmittelbar benachbarte Museum leidet unter der Situation, da seinen Gästen bis heute kein Café- und Aufenthaltsangebot in direkter Nachbarschaft zur Verfügung steht – obwohl genau dies seit Jahren angekündigt wird.
Nachdem zunächst ein Betreiber ausgewählt, anschließend umfangreiche Planungen vorgenommen und später das Vertragsmodell von einer Vermietung auf ein Erbbaurecht umgestellt wurde, erfolgte schließlich sogar eine erneute Konzeptausschreibung mit einem neuen Interessenten. Dennoch ist bis heute kein sichtbarer Fortschritt erkennbar. Fast ein Jahrzehnt nach Beginn des Verfahrens besteht daher ein erhebliches öffentliches Interesse an einer transparenten Darstellung des aktuellen Sachstands und eines realistischen Zeitplans für die Umsetzung.
Vor diesem Hintergrund bitte ich um Beantwortung der folgenden Fragen:
Das Bezirksamt Altona beantwortet die Fragen wie folgt:
Zu 1:
Ja.
Zu 2:
Siehe Antworten zu den Fragen 3 bis 7.
Zu 3:
Zu 4:
Ja, siehe Antwort zur Frage 3.
Zu 5:
Nein, siehe Antwort zur Frage 3.
Zu 6:
Siehe Antwort zur Frage 3.
Zu 7:
Nach heutigem Planungsstand soll der Baubeginn im April 2027 und die Fertigstellung/Eröffnung Ostern 2028 erfolgen.
Zu 8:
Es soll ein parkbezogener Cafébetrieb mit öffentlichen Toiletten angeboten werden. Das Café kann um ein kulturelles Angebot angereichert werden, welches mit den im Jenischpark befindlichen Museen korrespondiert.
Zu 9:
Zu den Geschäftszeiten des Kiosks im Jenischpark können die dort vorhandenen Toiletten genutzt werden.
Zu 10:
Das Bezirksamt Altona sieht aufgrundder fortgeschrittenen Verhandlungen der Anhandgabenehmerin von Angaben zu hypothetischen Verläufen ab - siehe auch Antwort zur Frage 3.
Zu 11:
Der Zustand ist sanierungsbedürftig.
Zu 12:
Keine.
Zu 13:
Dem Bezirksamt Altona liegt noch keine endgültige Übersicht über den Sanierungsbedarf oder die Sanierungskosten vor - vgl. Antwort zur Frage 3.
Zu 14:
Im Jahr 2017 wurde ein Interessenbekundungsverfahren vom Bezirksamt Altona durchgeführt mit dem Ziel, eine Investor:in bzw. eine Mieter:in für die Errichtung und den Betrieb eines Cafés zu finden. Die Vertragsverhandlung konnte nicht erfolgreich abgeschlossen werden, da der damalige Gewinner des Interessenbekundungsverfahrens kein Kreditinstitut fand, das die Finanzierung für die Umsetzung seines Konzeptes auf der Grundlage eines Mietvertrages übernehmen wollte. In der Folge entschloss sich die Bezirksverwaltung, eine für das Café vorgesehene Grundstücksteilfläche als Erbbaurecht zu vergeben. Damit ist die Absicherung einer Kreditgeber:in für die notwendigen Investitionen zur Realisierung eines Cafés durch die Eintragung eines Grundpfandrechtes im Erbbaugrundbuch möglich.
Zu 15:
Über das Projekt wird anlassbezogen berichtet, z.B. auf der Internetseite der Behörde für Finanzen und Bezirke unter Konzeptausschreibung für das neue Café im Jenischpark erfolgreich abgeschlossen - hamburg.deund zuletzt am 26. Mai 2026 durch die Anhandgabenehmerin „Mission: Musik gGmbH“ auf ihrer Interseite Ein Ort wird neu belebt.
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Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.
ohne
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