Finanzierung der Verweisberatung im Bürgerhaus Bornheide sichern Antrag der Fraktion GRÜNE
Letzte Beratung: 09.04.2026 Hauptausschuss Ö 3.2
Ende November 2025 wurden mehrere Träger im Sozialraum Osdorfer Born informiert, dass die von ihnen beantragten Förderungen von Projekten aus den SIN-Mitteln (Sozialräumliche Integrationsnetzwerke)nicht weiter finanziert werden.
Komplett gestrichen werden die Finanzierungen der hauptamtlichen Arbeit an der Information im Bürgerhaus Bornheide. An der Information wird der Schreibdienst und die Verweisberatung angeboten.
Besonders kritisch in diesem Zusammenhang sind die Kurzfristigkeit unddie erfolgte Art der Kommunikation. Träger und Beschäftigte wenige Wochen vor Beginn eines neuen Zuwendungszeitraums mit dem Wegfall existenzieller Finanzierungen zu konfrontieren, ist weder fachlich verantwortbar noch sozial verträglich. So wird engagierte, kompetente Arbeit gefährdet und Vertrauen in politische und administrative Prozesse untergraben. Die über Jahre gewachsene, eng verzahnte Zusammenarbeit der Akteur*innen im Osdorfer Born sehen wir als einen wesentlichen Erfolgsfaktor der sozialräumlichen Arbeit an. Ebenso teilen wir die Einschätzung, dass durch die Kürzungen funktionierende Netzwerke destabilisiert werden würden. Gerade Angebote wie die Verweisberatung im Bürgerhaus Bornheide greifen Bedarfe frühzeitig auf und wirken präventiv – ihr Wegfall würde bestehende Problemlagen verschärfen statt lösen. Die Tätigkeit kann nicht aus dem Budget des Bürgerhauses getragen werden. Die Information am Haupteingang vom Bürgerhaus Bornheide, im Herzen vom Osdorfer Born, ist im Stadtteil bekannt für unbürokratische und schnelle Unterstützung. Täglich von 10 - 14 Uhr erhalten hier Menschen kostenlos und ohne Anmeldung Hilfe, auf Deutsch und Englisch. Zielzahl für dieses Angebot, das bisher über SIN-Mittel finanziert wurde, sind 10 Kontakte pro Tag. 10 Kontakte in vier Stunden, das sind Unterstützungsleistungen wie das Ausfüllen von Formularen, Führen von Telefonaten, Verfassen von E-Mails, Vorlesen und Erklären von Behördenbriefen, Scannen und Hochladen von Dokumenten für das Jobcenter etc.
Die 50 Menschen pro Woche, denen hier niedrigschwellig geholfen wird, können durch das verbleibende Hilfesystem nicht aufgefangen werden. Gerade für Menschen in prekären Lebenslagen trägt diese niedrigschwellige Unterstützung wesentlich zur psychischen Entlastung
und Stabilisierung bei.
Die Verweisberatung verdeutlicht exemplarisch, wie mit vergleichsweise geringem Mitteleinsatz eine große Wirkung erzielt wird. Die tägliche, unbürokratische Unterstützung zahlreicher Menschen im Stadtteil ist durch andere bestehende Angebote derzeit nicht gegeben.
Der Wegfall dieser Stelle würde absehbar zu höheren Belastungen für Jobcenter, Beratungsstellen und andere Hilfesysteme führen, mit deutlich höheren Folgekosten.
Unser Ziel ist es, die wichtige Arbeit im Osdorfer Born zu sichern und Planungssicherheit für Träger und Beschäftigte herzustellen.
Vor diesem Hintergrund beschließt der Sozialausschuss:
Der Sozialausschuss wird um Zustimmung und Weiterleitung an den Hauptausschuss gebeten.
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