22-1834

Finanzierung der Verweisberatung im Bürgerhaus Bornheide sichern Antrag der Fraktion GRÜNE

Antrag öffentlich

Letzte Beratung: 12.02.2026 Hauptausschuss Ö 2.2

Sachverhalt

Ende November 2025 wurden mehrere Träger im Sozialraum OsdorferBorn informiert, dass die von ihnen beantragten Förderungen vonProjekten aus den SIN-Mitteln (Sozialräumliche Integrationsnetzwerke)nicht weiter finanziert werden.

Komplett gestrichen werden die Finanzierungen der hauptamtlichen Arbeitan der Information im Bürgerhaus Bornheide. An der Information wird derSchreibdienst und die Verweisberatung angeboten.

Besonders kritisch in diesem Zusammenhang sind die Kurzfristigkeit unddie erfolgte Art der Kommunikation. Träger und Beschäftigte wenigeWochen vor Beginn eines neuen Zuwendungszeitraums mit dem Wegfall existenzieller Finanzierungen zu konfrontieren, ist weder fachlichverantwortbar noch sozial verträglich. So wird engagierte, kompetenteArbeit gefährdet und Vertrauen in politische und administrative Prozesseuntergraben. Die über Jahre gewachsene, eng verzahnte Zusammenarbeitder Akteur*innen im Osdorfer Born sehen wir als einen wesentlichenErfolgsfaktor der sozialräumlichen Arbeit an. Ebenso teilen wir dieEinschätzung, dass durch die Kürzungen funktionierende Netzwerkedestabilisiert werden würden. Gerade Angebote wie die Verweisberatungim Bürgerhaus Bornheide greifen Bedarfe frühzeitig auf und wirkenpräventiv ihr Wegfall würde bestehende Problemlagen verschärfenstattsen. Die Tätigkeit kann nicht aus dem Budget des Bürgerhausesgetragen werden. Die Information am Haupteingang vom BürgerhausBornheide, im Herzen vom Osdorfer Born, ist im Stadtteil bekannt fürunbürokratische und schnelle Unterstützung. Täglich von 10 - 14 Uhrerhalten hier Menschen kostenlos und ohne Anmeldung Hilfe, auf Deutschund Englisch. Zielzahl für dieses Angebot, das bisher über SIN-Mittelfinanziert wurde, sind 10 Kontakte pro Tag. 10 Kontakte in vier Stunden,das sind Unterstützungsleistungen wie das Ausfüllen von Formularen,hren von Telefonaten, Verfassen von E-Mails, Vorlesen und Erklären vonBehördenbriefen, Scannen und Hochladen von Dokumenten für dasJobcenter etc.

Die 50 Menschen pro Woche, denen hier niedrigschwellig geholfen wird,nnen durch das verbleibende Hilfesystem nicht aufgefangen werden.Gerade für Menschen in prekären Lebenslagen trägt dieseniedrigschwellige Unterstützung wesentlich zur psychischen Entlastung

und Stabilisierung bei.

Die Verweisberatung verdeutlicht exemplarisch, wie mit vergleichsweisegeringem Mitteleinsatz eine große Wirkung erzielt wird. Die tägliche,unrokratische Unterstützung zahlreicher Menschen im Stadtteil ist durchandere bestehende Angebote derzeit nicht gegeben.

Der Wegfall dieser Stelle würde absehbar zu höheren Belastungen fürJobcenter, Beratungsstellen und andere Hilfesysteme führen, mit deutlichheren Folgekosten.

Unser Ziel ist es, die wichtige Arbeit im Osdorfer Born zu sichern undPlanungssicherheit für Träger und Beschäftigte herzustellen.

Vor diesem Hintergrund beschließt der Sozialausschuss:

  1. Dem Diakonischen Werk Hamburg-West/Südholstein als Träger der Schreib- und Verweisberatung im Bürgerhaus Bornheide werden für das Jahr 2026 24.281 Euro aus den Mitteln des Quartiersfonds I zur Weiterführung ihrer Beratungstätigkeit zur Verfügung gestellt.
  1. Die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung wird nach § 27 BezVG aufgefordert, alle benötigten SIN-Mittel für beantragte Projekte an und in den noch bestehenden öffentlich-rechtlichen Unterkünften in Altona zur Verfügung zu stellen.
Petitum/Beschluss

Der Sozialausschuss wird um Zustimmung und Weiterleitung an den Hauptausschuss gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
12.02.2026
Ö 2.2
Anhänge

ohne

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