22-2506

„Antifaschistisches Gedenken: Gedenkort zur Bücherverbrennung am Else-Rauch-Platz schaffen“

Beschlussempfehlung Ausschuss

Sachverhalt

Bisherige Beratungsfolge

am

TOP

Drucksache

Ergebnis

BV (Antrag derFraktionDIE LINKE)

30.04.2026

9.22

22-2126

überwiesen an KGA zur abschließenden Befassung

KGA

04.05.2026

6.3

dito

vertagt

KGA

08.06.2026

6.4

dito

vertagt

KGA

31.08.2026

9.2

dito

Der geänderten Drucksache wird mehrheitlich bei Gegenstimmen der Fraktionen CDU und AfD zugestimmt.

Mit der Bücherverbrennung begann in Hamburg wie im ganzen Land der Versuch der Nazis, kritisches Denken auszurotten und eine Kultur des Schweigens zu erzwingen. In der Grünanlage am Isebekkanal befindet sich heute ein Mahnmal, das 1985, nach längeren Auseinandersetzungen, auf Beschluss der Bezirksversammlung Eimsbüttel errichtet wurde. Auf vier roten Marmorblöcke eingelassen befinden sich ein Zitat des Dichters Heinrich Heine, die Titel verbrannter Bücher, eine Auswahl an Namen Hamburger Autorinnen und Autoren, deren Bücher verbrannt wurden, sowie die Aufforderung zum Engagement gegen Faschismus und Krieg. Auf diese Weise wird in unserem Bezirk an die Bücherverbrennungen erinnert. Doch nicht nur am Kaiser-Friedrich-Ufer wurden im Mai 1933 Bücher verbrannt.

Auch am Else-Rauch-Platz brannten 1933 im Rahmen der „Aktion wider den undeutschen Geist“ die Bücher von Autor:innen, die für Freiheit, Emanzipation, Gleichheit und Frieden standen. Nicht zentral organisiert, sondern spontan, mit Büchern aus Hausdurchsuchungen durch Mitglieder der SA. Dokumentiert wurde dies unter anderem durch die Sozialdemokratin Friederike (genannt Friedel) Büscher, später Mitglied der BV Eimsbüttel und der Hamburgischen Bürgerschaft.

Auf dem Else-Rauch-Platz fehlt bis heute ein Hinweis auf diese Tat. In einer Zeit, in der rechte Hetze, Antisemitismus und Rassismus wieder öffentlich Raum greifen, darf antifaschistische Erinnerungskultur nicht still, sondern muss sichtbar und laut sein. Ein Gedenkort am Else-Rauch-Platz schafft nicht nur historische Aufklärung, sondern setzt ein deutliches Zeichen gegen Geschichtsvergessenheit und rechte Ideologien. Erinnern heißt handeln und antifaschistische Erinnerung heißt, dem Erstarken von Hass und Ausgrenzung in jeder Form aktiv entgegenzutreten.

Quellen:

Schoeps, Julius H./Treß, Werner (Hrsg.) 2008: Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland 1933. Hildesheim, Zürich, New York: Olms Verlag. ISBN: 978-3-487-13660-8

https://verbrannte-orte.de/ (zuletzt zugegriffen am 24.08.2026).

https://ausstellung.verbrannte-orte.de/ (zuletzt zugegriffen am 24.08.2026).

https://www.mopo.de/hamburg/historisch/vor-90-jahren-buecher-grosser-deutscher-dichter-gehen-in-flammen-auf/1667942 (zuletzt zugegriffen am 24.08.2026).

https://2023verbranntebuecher.hamburgliest.de/ (zuletzt zugegriffen am 24.08.2026).

Petitum/Beschluss

1. Das Fachamt MR wird gebeten, bis Ende des Jahres eine öffentliche Beteiligungsveranstaltung zur möglichen Gestaltung eines Gedenkorts am Else-Rauch-Platz durchzuführen.

2. Das Fachamt MR wird gebeten, zeitgleich die Bedingungen für eine Umsetzung eines Gedenkortes zu prüfen.

3. Die Bezirksversammlung stellt finanzielle Mittel für die Beteiligung in Höhe von bis zu 5.000 € bereit.

4. Das Fachamt MR wird gebeten, die Ergebnisse dieser Beteiligung im KGA vorzustellen.

Anhänge

keine

Lokalisation Beta
Else-Rauch-Platz Kaiser-Friedrich-Ufer Else-Rauch-Platz

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