Vervollständigung des Gedenkplatzes Höltigbaum durch Installation einer Namenstafel für hingerichtete Deserteure und Wehrmachtsangehörige im Nationalsozialismus Debattenantrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Die Grünen und der FDP-Fraktion, angemeldet zur Debatte von der SPD-Fraktion
Letzte Beratung: 02.07.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 4.5
Die Bezirksversammlung Wandsbek hat bereits Beschlüsse zur Umgestaltung und Aufwertung des Gedenkortes Höltigbaum gefasst, um die historische Bedeutung des Ortes stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Der Höltigbaum war während des Nationalsozialismus ein Ort militärischer Gewaltjustiz, an dem Deserteure und andere Wehrmachtsangehörige hingerichtet wurden.
Die bisherige Gestaltung des Gedenkortes stellt einen bedeutenden Schritt zur Aufarbeitung dieses Unrechts dar. Dennoch besteht weiterhin eine Lücke in der individuellen Sichtbarmachung der Opfer. Die namentliche Nennung ist ein zentraler Bestandteil moderner Erinnerungskultur: Sie gibt den Opfern ihre Identität zurück und macht das Ausmaß der Verfolgung konkret nachvollziehbar.
Gerade vor dem Hintergrund der lange Zeit gesellschaftlich marginalisierten und stigmatisierten Deserteure ist eine solche Form des Gedenkens von besonderer Bedeutung. Erst spät wurden sie rechtlich rehabilitiert; ihre öffentliche Würdigung bleibt daher eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Ein erster Schritt war hier die Einrichtung dieses Gedenkortes ab 2003 mit der erfolgten Umgestaltung im Jahre 2023. Am 27. Januar 2024 weihte die Bezirksversammlung dort die Stele zur Erinnerung an Herbert Klein ein, als Teil des „Wandsbeker Weges der Erinnerung an Widerstand und Verfolgung im Nationalismus“.
Die Ergänzung um eine Stelentafel, in der Gestaltung der Stelen des „Wandsbeker Weges der Erinnerung“ mit den Namen aller Opfer würde die Anlage sinnvoll vervollständigen, die historische Aufarbeitung im Stadtteil und im Bezirk vertiefen und dabei die individuelle Dimension des NS-Unrechts sichtbar machen sowie den Gedenkort pädagogisch sowie erinnerungskulturell stärken.
Die Maßnahme ist damit eine konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Beschlüsse der Bezirksversammlung und ein wichtiger Beitrag zu einer würdigen und vollständigen Erinnerungskultur im Bezirk Wandsbek.
Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung Wandsbek beschließen:
Stelenbeschriftung und Skizze
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