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Bebauungsplanverfahren Farmsen-Berne 41 - Meiendorfer Stieg - Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens - Öffentliche Plandiskussion am 14.09.2026

Beschlussvorlage

Letzte Beratung: 16.06.2026 Planungsausschuss Ö 5.1

Sachverhalt

A. Anlass und Ziel der Planung

Im Frühjahr 2026 wurde im Rahmen eines durch die Genossenschaft Gartenstadt Hamburg eG ausgelobten Wettbewerbsverfahrens ein Entwurf der EMI Architekten, Zürich für die weitere städtebauliche Entwicklung des Gebiets westlich des Meiendorfer Stiegs mit ca. 380 400 Wohneinheiten ausgewählt. Für die Umsetzung des Wettbewerbsergebnisses sollen nunmehr die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden.

Das vorgesehene Plangebiet befindet sich im Stadtteil Farmsen-Berne im Bezirk Wandsbek. Es wird im Nordwesten durch den Berner Heerweg, im Nordosten durch die Saseler Straße, im Osten durch den Meiendorfer Stieg sowie die Bahntrasse und im Süden durch die Berner Brücke begrenzt. Derzeit ist das Plangebiet durch eine kleinteilige Bebauung mit freistehenden Doppelhäusern, einer Kindertagesstätte im Süden sowie einem Mehrfamilienhaus im Norden geprägt. Die Flächen im Plangebiet befinden sich im Eigentum der Gartenstadt Hamburg eG.

Ziel der Planung ist es, die städtebauliche Dichte maßvoll zu erhöhen, die vorhandenen Wohnbauflächen dabei besser auszunutzen und so im näheren Umfeld zur U-Bahn-Haltestelle Berne einen Beitrag zur Schaffung dringend benötigten Wohnraums zu leisten. Das Vorhaben soll zudem eine vermittelnde Position zwischen der ansonsten heterogenen bebauten Umgebung einnehmen.

Nach dem Wettbewerbsergebnis soll eine weitgehend geschlossene, abschnittsweise geöffnete Randbebauung mit rund 380 - 400 neuen Wohneinheiten entstehen. Im Inneren sind großgige Gartenhöfe vorgesehen. Im nördlichen Teil des Plangebiets ist eine Kindertagesstätte geplant.

Zur Umsetzung des Vorhabens ist die Schaffung neuen Planrechts erforderlich.

B. Städtebauliches und sozialräumliches Umfeld

Die städtebauliche Umgebung des Plangebiets ist geprägt durch die westlich angrenzende, denkmalgeschützte „Gartenstadtsiedlung Berne“ mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilien- und Doppelhäusern sowie durch die östlich der Bahntrasse gelegenen, bis zu zwölfgeschossigen Geschosswohnungsbauten.

In unmittelbarer Nähe zum Plangebiet befindet sich im Wesentlichen Wohnnutzung. Etwas weiter östlich sowie südlich des Plangebietes befinden sich Nahversorgungseinrichtungen. Südlich des Plangebiets liegt die U-Bahn-Haltestelle Berne.

Im Umkreis von etwa 15 Minuten Gehweg um das Plangebiet herum (Umfeld Berner Heerweg/ Meiendorfer Stieg) wohnen mit Stand 2024 30.250 Einwohner:innen. Im Vergleich zum Bezirk und zur Gesamtstadt fällt der Anteil der unter 18-Jährigen im Gebiet höher aus (Umfeld Berner Heerweg/ Meiendorfer Stieg 18,7%; Bezirk Wandsbek 17,7%; Hamburg 16,7%). Auch der Anteil der über 65-Jährigen liegt mit 22,1% über dem bezirklichen (21,2%) und gesamtstädtischen Wert (17,9%), wobei die Differenz zur Gesamtstadt deutlicher ausfällt.

Das hier betrachtete Gebiet ist ein eher dichter besiedeltes Gebiet. Die Bevölkerungsdichte fällt mit 41,1 Einw./ha höher aus als im Bezirk (31 Einw./ha) und der Gesamtstadt (26 Einw./ha).

Der Anteil an Einpersonenhaushalten liegt mit 45,6% unter dem bezirklichen (49,6%) und gesamtstädtischen (55,3%) Wert. Gegensätzlich stellt sich die Lage bzgl. der Haushalte mit Kindern dar. Dieser Anteil liegt im Gebiet mit 21,9% sowohl über dem bezirklichen (19,5%) als auch dem gesamtstädtischen (17,7%) Wert. Auch der Anteil von Haushalten mit Alleinerziehenden liegt über dem bezirklichen und Hamburg-weiten Wert (Umfeld Berner Heerweg/ Meiendorfer Stieg 26,4%; Bezirk Wandsbek 25,1%, Hamburg 25,8%).

Der Anteil an SGB II Empfänger:innen an der Gesamtbevölkerung liegt im Umfeld Berner Heerweg / Meiendorfer Stieg unter dem Durchschnitt des Bezirks und der Stadt (Umfeld Berner Heerweg/ Meiendorfer Stieg 8,1%; Bezirk Wandsbek 9,3%; Hamburg 9,9%). Gleichermaßen verhält es sich mit dem Anteil an jungen Arbeitslosen, 15 bis unter 25 Jahre (Umfeld Berner Heerweg/ Meiendorfer Stieg 10,2%; Bezirk Wandsbek 12,2%; Hamburg 12,5%) und den über 65-Jährigen im Grundsicherungsbezug (Umfeld Berner Heerweg/ Meiendorfer Stieg 6,4%; Bezirk Wandsbek 7,7%; Hamburg 9,3%).

Im Stadtteil Farmsen-Berne liegen die Wohnungsgrößen im Durchschnitt bei 76 m²und liegen damit unter dem Bezirksdurchschnitt (83,6),aber entsprechen dem gesamtstädtischen Durchschnitt (76 m²).

Deutliche Unterschiede zeigen sich bei den Sozialwohnungen. Hier verzeichnet Farmsen-Berne einen hohen und überdurchschnittlichen Anteil (Farmsen-Berne 11,5 %, Bezirk Wandsbek 7,2 %, Hamburg 7,9 %).

C. Bebauungs- und Freiraumkonzept

Dem genossenschaftlichen Charakter entsprechend soll ein gemeinschaftliches Quartier mit verschiedenen Qualitäten im Freiraum und Hochbau entstehen.

Das Vorhaben sieht eine weitgehend geschlossene, abschnittsweise geöffnete zwei- bis viergeschossige Randbebauung mit rund 380 - 400 Wohneinheiten vor. Im Süden ist als Auftakt ein sechsgeschossiges Gebäude geplant. Insgesamt soll ein vielfältiges Wohnraumangebot für unterschiedliche Haushaltsformen geschaffen werden.

Durch den gewählten Städtebau sowie durch die privaten Gärten und die Dachterrassennutzungen soll der Gartenstadt-Charakter aufgegriffen werden.

Im Inneren sind drei große, lärmabgewandte Gartenhöfe geplant. Die Privatgärten sollen sich entlang der Häuser befinden, hrend die Innenbereiche der Gartenhöfe für die Gemeinschaft vorgesehen sind und durch verschiedene Nutzungen wie etwa Kinderspielflächen den zukünftigen Bewohner:innen einen Ort der Begegnung bieten. An den Gebäudestaffelungen sind teils kleine Dachterrassen angegliedert.

Im Nordosten des Plangebiets ist eine Kindertagesstätte vorgesehen, die in einem separaten Gebäude mit eigener Außenspielfläche untergebracht werden soll und direkt von der Straße aus zugänglich ist.

Die Schaffung von PKW-Stellplätzen soll nach bisherigem Stand teilweise oberirdisch und teilweise unterirdisch in zwei Garagen erfolgen. Diesbezüglich können sich im Verfahren, auch im Zusammenhang mit den Verkehrsflächenbedarfen am Meiendorfer Stieg, noch konzeptionelle Weiterentwicklungen ergeben. Entlang des Meiendorfer Stiegs sind außerdem öffentliche Parkstände vorgesehen.

Die Realisierung soll in mehreren Bauabschnitten erfolgen.

D. Plangebiet, geltendes Planrecht, Planbedarf

Das Plangebiet liegt im Geltungsbereich des Baustufenplans Farmsen vom 20.05.1955, der den Bereich überwiegend als Wohngebiet und im Süden als Mischgebiet (W2o, M2o) festsetzt.

r die Ermöglichung der geplanten städtebaulichen Entwicklung auf Grundlage des Wettbewerbs ist die Schaffung neuen Planrechts erforderlich.

Der Flächennutzungsplan für die Freie und Hansestadt Hamburg in der Fassung der Neubekanntmachung vom 22. Oktober 1997 (HmbGVBl. l S. 485) stellt das gesamte Plangebiet als Wohnbaufläche dar. Der Bebauungsplan ist gem. § 8 Abs. 2 BauGB aus dem Flächennutzungsplan zu entwickeln.

Das Landschaftsprogramm für die Freie und Hansestadt Hamburg vom 14. Juli 1997 (HmbGVBl. l S. 363) stellt für das gesamte Plangebiet die NutzungGartenbezogenes Wohnen“ sowie für den überwiegenden Teil „Entwicklungsbereich Naturhaushalt“ dar.

Die Karte „Arten- und Biotopschutz“ stellt den Großteil des Plangebiets als Offene Wohnbebauung“, den Biotopentwicklungsraum „Offene Wohnbebauung und dörfliche Lebensräume und die Straßenverkehrsflächen als „Hauptverkehrsstraßen und „Offene Wohnbebauung und dörfliche Lebensräume dar.

Änderungen des Flächennutzungsplans und des Landschaftsprogramms sind nicht erforderlich.

Es wird vorgeschlagen, ein Bebauungsplanverfahren mit der vorgesehenen Bezeichnung Farmsen-Berne 41 Meiendorfer Stieg einzuleiten und am 14.09.2026 als frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 3 Abs. 1 BauGB eine öffentliche Plandiskussion durchzuführen.

Petitum/Beschluss

Beschluss:

Der Ausschuss wird gebeten,

der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens Farmsen-Berne 41 und der Durchführung einer öffentlichen Plandiskussionam 14.09.2026 zuzustimmen.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
16.06.2026
Ö 5.1
Lokalisation Beta
Farmsen - Berne Berner Heerweg Saseler Str. Berner Brücke Hamburg

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