Es werden keine Ergänzungen oder Änderungswünsche vorgetragen. Die Tagesordnung wird festgestellt.
Herr Zenker geht anhand einer Präsentation (s. Anlage zu Drucksache 22-1137) einleitend auf den Projekthintergrund ein:
Hintergrund sei das auf Bundesebene im letzten Jahr verabschiedete Klimaanpassungsgesetz (KAnG).
Hamburg habe die Strategie zur Anpassung Hamburgs an den Klimawandel erstellt. Diese sei der Grundstein für die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen. Sie beinhalte 11 Handlungsfelder, die zu einem „erheblichen Anteil“ in den Bezirksämtern umgesetzt werden. Diese gesamtstädtische Klimaanpassungsstrategie sei die Grundlage für bezirkliche Klimaanpassungskonzepte. Die Bezirksverwaltung werde sieden lokalen Gegebenheiten anpassen und Schwerpunkte setzen.
Für die Umsetzung des Projektes gebe es Fördermittel vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). Entsprechend den Förderbedingungen sind z.B. „Naturbasierte Lösungen“ zu berücksichtigen.
Finanzierung: 80% Bundesförderung & 20% Ko-Finanzierung FHH über das Aktionsprogramm Klimaanpassung
Laufzeit: 2 Jahre – Oktober 2024 bis Oktober 2026
Eine Folgeförderung zur Umsetzung werde angestrebt. Die dann kommenden Fördermaßnahmen werden aus Bundesmitteln mitfinanziert. Angestrebt werde, Maßnahmen in die Fläche zu bekommen, um hier im Bezirk einen entsprechenden Effekt zu erreichen.
Zuletzt stellt Herr Zenker kurz einige Projekte/Vorhaben vor, die im Bezirk bereits laufen.
Nachfolgend informiert der Gutachter von bgmr Landschaftsarchitekten über die Herangehensweise und die Ideen des Projektteams (Präsentation s. Anlage zu Drs. 22-1137):
Mit einer Übersicht (Prozessplan) zeigt er die Zeitschiene undgeht auf alle wichtigen Termine (Folie 22, rote Markierung) ein. Folgend spricht er kurz die einzelnen Bausteine (Folie 8 – 14)unter Hinweis auf die Präsentation an.
In der anschließenden Diskussion werden Verständnisfragen beantwortet und insbesondere folgende Punkte angesprochen:
Der Ausschuss nimmt Kenntnis.
Eine Vertreterin des LSBG (Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer) informiert über das Projekt „Entwässerung Bremer Straße / Hohe Straße“. Die Präsentation kann in der Anlage zu Drucksache 22-1136 eingesehen werden.
Sie geht kurz auf die Bestandssituation ein und informiert dann im Wesentlichen über folgende Punkte:
Veranlassung
Vorstellung der Maßnahmen
Im Weiteren
In der anschließenden Diskussion werden Fragen zur Funktionsweise der Filterbecken beantwortet und insbesondere folgende Punkte angesprochen:
Herr Golbs regt an, das im unterirdischen Betonbecken stehende Wasser zur Bewässerung der umliegenden Bepflanzung zu verwenden. Die Vertreterin des LSBG begrüßt diese Idee und nimmt sie gerne mit.
Zum Thema Nachpflanzungen äußert der Ausschuss den Wunsch, dass die Verwaltung Ersatzstandorte für Nachpflanzungenim Bezirk Harburg finden möge.
Der Ausschuss nimmt Kenntnis.
Herr Rutschewski informiert, seine Abteilung Klima und Energie habe die Erstellung des Energiekonzeptes Harburger Binnenhafen begleitet und heute werde die Gutachterin der
Firma Averdung & ZEBAU die Ergebnisse vorstellen.Die Präsentation kann in der Anlage zu Drucksache 21-0557.13 eingesehen werden.
Die Gutachterin berichtet, Projektziel sei vorrangig, erneuerbare Energiequellen für die Wärme-, Strom- und Kälteversorgung im Projektgebiet zu finden. Auch die Frage nach einer zentralen Wärmeversorgung über ein Wärmenetz wurde betrachtet und bewertet. Durch den positiven „Hamburger Zukunftsentscheid“ habe das gesamte Thema nochmal eine Verschärfung bekommen, womit sich dieschon benannten Ziele demnächst in ihrer Dringlichkeit nochmal nach vorne bewegen werden.
Sie erläutert das Projektgebiet, welches für die genauere Betrachtung/Untersuchung in fünf Bereiche unterteilt wurde.
Für die Bedarfsanalyse wurden zunächst die derzeitigen Energieverbräuche unter Zuhilfenahme des Wärmekatasters der BUKEA und bei den Energieversorgern abgefragte Daten für den Gas- und Stromverbrauch ermittelt. Im Ergebnis sei man für die Bestandssituation aktuell auf 36 GHh p.a. an Wärmebedarf gekommen. Da mit einer starken Nachverdichtung und Neubebauung zu rechnen sei, werde in dem Gebiet ein Anstieg des Wärme- und Stromverbrauchs erwartet.
Im nächsten Schritt wurde die sogenannte Wärmeliniendichte berechnet (Folie 9), mit der erkennbar sei, in welchen Bereichen ein Wärmenetz voraussichtlich sehr wirtschaftlich möglich sei, wo es wahrscheinlich möglich sei und in welchen Bereichen es nur mit sehr günstiger Quelle geeignet sei.
Zur Klimaanpassung habe sich die ZEBAU in der Analyse mit dem Thema Hitze und Starkregen befasst. Im Ergebnis gebe es im Binnenhafen an Hitzetagen eine starke Hitzebelastung, insbesondere auch durch nächtliche Wärmeinseln, tatsächlich durch das Gewässer selber hervorgerufen. Das Thema Klimaanpassung wurde im Kontext der Energieversorgung untersucht, allerdings nicht umfassend.
Bei Starkregenereignissen gebe es verschiedene Wasseransammlungen, insbesondere im Osten des Gebietes. In dem Gebiet gebe es ein variierendes Versickerungspotential und Bodenversiegelung.
Zur Potenzialanalyse gibt die Gutachterin zunächst einen kleinen Exkurs zum Prinzip der Wärmepumpe und erläutert dann verschiedene Quellen und deren mögliche Nutzbarkeit:
- Abwassersiele
- ein bereits bestehendes Wärmenetz, betrieben von der GETEC (eventuell könne dieses Netz erweitert werden und benachbarte Bereiche mitversorgen)
- Abwärmepotenziale durch industrielle Prozesse (außerhalb des Gebietes)
- Spundwand-Aktivierung
- Geothermie
Letztendlich gebe es relativ viele unterschiedliche Potenziale an verschiedenen Stellen im Projektgebiet. Mit einer Gegenüberstellung mit den Bedarfen wird veranschaulicht, welche Quellen in den fünf Bereichen in Frage kommen würden.
Des Weiteren habe man die elektrischen Potenziale angeschaut, wieviel Energie durch Photovoltaik erzeugt werden könnte.
Insgesamtwurde eine Leistung von ca. 22 MWp (geschätzt) über alle Gebäude errechnet. Grundsätzlich werde hier aber ein sehr großes Potenzial gesehen.
Aus den Potenzialen bzw. einer Gegenüberstellung mit den Bedarfen wurden verschiedene Maßnahmen entwickelt, die sich in drei Bereiche aufteilen (siehe auch Folie 23):
Diese Maßnahmen wurden entwickelt und in Teilen auch deutlich tiefer betrachtet, zudem wurde eine Förderungsberechnung erstellt.
Im Ergebnis sei wirtschaftlich betrachtet die zentrale Luftwärmepumpe die beste Variante.
Abschließend seien verschiedene Bewertungskriterien festgelegt worden:
- Investitionskosten
- jährliche Energiekosten
- CO2-Emissionen
- Sensitivität gegenüber Energiepreisen
- Auswirkung Netzstabilität
- Integration zentral zu erschließender Quellen
- Komplexität bei der Umsetzung
- Platzbedarf
Anhand der vorgenannten Bewertungskriterien komme man zu folgendem Ergebnis:
- für den Bereich West und Mitte werde eine zentrale Wärmeversorgung über ein Wärmenetz empfohlen, wo insbesondere auch die benachbarte Abwärme eingebunden werden sollte
- für das VU-Gebiet und auf der Schlossinsel werde eine dezentrale bedarfsgerechte Lösung empfohlen
Weitere Schritte
Der schriftliche Endbericht werde in Kürze übergeben und am 20.11.2025 werde im Rahmen der Binnenhafenbegleitgruppe eine öffentliche Abschlussveranstaltung stattfinden.
Anschließend werden Verständnisfragen beantwortet und insbesondere folgender Punkt angesprochen:
Der Ausschuss nimmt Kenntnis.
Eine Vertreterin der Gesellschaft für ökologische Planung e.V. (GÖP) stellt anhand einer Präsentation zwei Projekte vor.
Sie informiert, die GÖP betreue 14 Naturschutzgebiete in Hamburg. Nachfolgende Aktivitäten finden dort statt:
- Umsetzung von Pflegemaßnahmen
- Umweltbildung mit Erwachsenen und Kindern
- Zertifizierung für Bildungsarbeit im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
- Betreibung des Elbe-Tideauenzentrums
- Konzepterstellung und Mitarbeit in Gremien
Anschließend stellt sie die Projekte „Verstärkung der integrativen Umweltbildung“ und „Konkretisierung der Potenziale für Moorschutz und Biotopverbund in Harburg“jeweils konkret vor (siehe Präsentation, Anlage zu Drucksache 22-0945 und 22-1057, nichtöffentlich).
Danach werden Fragen zur Herangehensweise von Flächen in privater Hand beantwortet und aus welchen Gründen das erste Projekt für Personen mit Migrationshintergrund ins Leben gerufen wurde.
Die Behandlung wird auf die nächste Sitzung vertagt, weil die Stellungnahme der Verwaltung noch nicht vorliegt.
Die Vorsitzende merkt zur Liste an, die Gründe für eine Fällung seien nun ausführlicher, was sie sehr begrüße. Sie fragt, ob es sich bei der Liste um bereits abgeschlossene Fällungen handelt.
Nachtrag der Verwaltung:
Die Straßenbäume aus der Fällliste 2025 - Teil 1 werden im Zeitraum von Januar bis zum 28. Februar 2026 gefällt.
Die Parkbäume sind bereits im Dezember 2025 gefällt worden.
Der größere Teil der restlichen öffentlichen Bäume wird auch erst im Zeitraum Januar bis zum 28. Februar 2026 gefällt.
Es liegt nichts vor.
Wölfe im Bezirk
Herr Rehberg erkundigt sich, ob sich im Bezirk mehrere Wölfe aufhalten oder nur ein einzelnes Tier.
Herr Wehmeyer nimmt die Frage mit und wird die Antwort zu Protokoll geben.
Nachtrag der Verwaltung:
Die zuständige Behörde hat eine Internetseite erstellt, die alle behördlichen Informationen und Kontakte zu Wölfen in Hamburg darstellt. Diese ist abrufbar unter:
Der Wolf kehrt zurück - hamburg.de
Ausschreibung Nachhaltigkeitspreis
Die Vorsitzende erinnert an die Ausschreibung des Nachhaltigkeitspreises. Die Bewerbungsphase starte am 07.11.2025 und die Preisverleihung finde am 20.02.2026 statt.
Harburg blüht
Die Vorsitzende informiert, eine Vertreterin der Initiative „Harburg blüht“ habe erfreut mitgeteilt, dass mit Hilfe des Bezirksamts schon eine entsprechende Schutzmaßnahme an einer Beetpatenschaftsfläche umgesetzt wurde, um eine weitere Zerstörung durch parkende oder fahrende Autos zu verhindern.