22-1601

Zusatzantrag der GRÜNE-Fraktion betr. Sportinfrastrukturanalyse (Ds. 22-1533 )

Antrag

Letzte Beratung: 31.03.2026 Bezirksversammlung Harburg Ö 17.1

Sachverhalt

Im Jahr 2020 wurde durch das Bezirksamt eine umfangreiche Sportinfrastrukturanalyse für den Bezirk Harburg erstellt und veröffentlicht. Diese Analyse stellte eine detaillierte Bestandsaufnahme der vorhandenen Sportinfrastruktur dar und untersuchte sowohl den Bestand als auch die zu erwartenden Bedarfe bis zum Jahr 2030.

Im Rahmen der Analyse wurden vorhandene Defizite aufgezeigt sowie Handlungsempfehlungen formuliert. Für den Bereich der Großspielfelder (Fußball und Hockey) und der Leichtathletik-Freianlagen wurde eine voraussichtliche Bedarfsdeckung festgestellt. Für 2-Feld- und 3-Feld-Turnhallen wurde für das Kerngebiet Harburg ein nicht gedeckter Bedarf festgestellt. Die wesentlichen und bis 2030 aufwachsenden Defizite im gesamten Bezirk wurden aber bei den 1-Feld-Hallen und noch kleineren Einheiten (Gymnastikhallen) gesehen.

Die fünf Handlungsempfehlungen der Analyse waren:

1. Sicherung von Sportflächen

2. Sportstättenbedarfsplanung als Daueraufgabe

3. Sport als Querschnittsthema der Stadtentwicklung

4. Verantwortungsvoller Umgang mit (Sport-)Flächen

5. Neuorganisation sportlicher Nutzungen

Die sich verändernden Bedarfe der Bevölkerung sprechen dafür, neben klassischen Normsportflächen neue Formen von Sport- und Bewegungsangeboten sowie Sportflächen in kleinen Einheiten mit multifunktionaler Nutzung verstärkt zu entwickeln.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Ergebnisse der Sportstättenbedarfsplanung bei der Planung neuer schulischer Infrastruktur regelmäßig berücksichtigt werden sollen. Ebenso wurde empfohlen, bei größeren städtebaulichen Entwicklungsprojekten frühzeitig ausreichende Sport- und Bewegungsflächen einzuplanen.

Seit der Veröffentlichung der Analyse hat sich der Bezirk Harburg weiter dynamisch entwickelt. Die Bevölkerungsprognose für 2030 sah für das Kerngebiet 2.500 zusätzliche Einwohner*innen vor, in Süderelbe wurde ein Bevölkerungsanstieg von mehr als 6.000 zu Grunde gelegt. Die drei großen Wohngebiete Vogelkamp Neugraben, Fischbeker Heidbrook und Fischbeker Reethen sind in der Prognose also berücksichtigt, wenn auch nicht mit den heute absehbaren tatsächlichen Zuzugszahlen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit die Empfehlungen der Sportinfrastrukturanalyse in den Planungen bis heute berücksichtigt wurden und ob die vorgesehenen Sportflächen ausreichen, um den steigenden Bedarf zu decken.

Im Zusammenhang mit den Planungen für Fischbeker Reethen wurde eine Sportfläche vorgesehen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese Fläche optimal genutzt wird und ob sie den zukünftigen Bedarfen der Bevölkerung sowie den Anforderungen der benachbarten Sportvereine gerecht wird. Positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass das benachbarte Schulgelände so ausgerichtet ist, dass die Sporthalle und deren Zugang gegenüber der neuen bezirklichen Sportstätte angesiedelt wurde.

Zudem weist die Sportinfrastrukturanalyse darauf hin, dass bestimmte Bereiche – wie zusätzliche sportartspezifische Anlagen oder informelle Sportangebote im öffentlichen Raum – bislang nicht vollständig betrachtet wurden. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Quartiere und sich wandelnder Sportgewohnheiten gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung.

Petitum/Beschluss


Das Bezirksamt wird gebeten, bis zur Sommerpause

  1. im Ausschuss für Bildung und Sport die zentralen Ergebnisse der Sportinfrastrukturanalyse aus dem Jahr 2020 vorzustellen und darzustellen, welche Handlungsempfehlungen seitdem verfolgt wurden.
  2. eine erste Zwischenbilanz zur Entwicklung der Sportinfrastruktur im Bezirk Harburg seit 2020 vorzulegen.
  3. insbesondere auf die Situation im Bereich Süderelbe einzugehen und darzustellen, wie sich dort die Versorgung mit Sportstätten angesichts der Bevölkerungsentwicklung entwickelt hat.
  4. den Stand der Überlegungen zur Neuorganisation sportlicher Nutzungen im Rahmen des Projektes Erhaltungsmanagement Sport vorzustellen.

Bis zum Jahresende 2026

  1. gemeinsam mit den im Bereich Süderelbe aktiven Sportvereinen – insbesondere dem
    • TV Fischbek von 1921 e.V. sowie dem
    • FC Süderelbe von 1949 e.V.

die zukünftigen Bedarfe an Sportstätten und Sportflächen in Neugraben-Fischbek zu erörtern und die Ergebnisse dem Ausschuss für Bildung und Sport vorzustellen.

  1. darzustellen, welche zusätzlichen Sport- und Bewegungsflächen – insbesondere für den nichtorganisierten Sport (z. B. Bewegungsparks, Calisthenicsanlagen oder multifunktionale Sportflächen) – in wachsenden Quartieren berücksichtigt werden können.
  2. zu prüfen, ob aufgrund der dynamischen Bevölkerungsentwicklung im Bezirk Harburg eine Fortschreibung bzw. Aktualisierung der Sportinfrastrukturanalyse erforderlich ist und ggf. dem Ausschuss hierzu einen Vorschlag für das weitere Vorgehen vorzulegen.
Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
31.03.2026
Ö 17.1
Lokalisation Beta

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