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Volt Antrag:Third Spaces im Bezirk Harburg sichtbar machen und stärken - Übersicht über konsumfreie Begegnungsorte für alle

Antrag

Letzte Beratung: 31.03.2026 Bezirksversammlung Harburg Ö 7.18

Sachverhalt
Volt Antrag: Third Spaces im Bezirk Harburg sichtbar machen und stärken – Übersicht über konsumfreie Begegnungsorte für alle Städte leben von Orten der Begegnung. Neben dem Zuhause („First Place“) und dem Arbeitsplatz oder der Schule („Second Place“) spielen sogenannte „Third Spaces“ (Dritte Orte) eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben. Der Begriff wurde vom US-amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg geprägt und beschreibt Orte, an denen Menschen unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Lebenssituation zusammenkommen können, ohne dass Konsum im Mittelpunkt steht.

Typische Third Spaces sind beispielsweise:

  • öffentliche Bibliotheken
  • Nachbarschafts- und Stadtteilzentren
  • Jugend- und Kulturhäuser
  • offene Werkstätten und Initiativen
  • Parks und öffentliche Plätze
  • Spielhäuser, Begegnungscafés oder Quartiersräume

Diese Orte ermöglichen niedrigschwellige Begegnung, gemeinsames Lernen, Spielen, Lesen, kulturelle Aktivitäten oder einfach das Zusammensein im öffentlichen Raum. Sie tragen wesentlich zu sozialem Zusammenhalt, demokratischer Teilhabe und Lebensqualität in Stadtteilen bei.

Gerade in wirtschaftlich schwächeren Stadtteilen oder Quartieren mit hoher sozialer Diversität haben solche Orte eine besondere Bedeutung. Wenn finanzielle Spielräume begrenzt sind, können kostenpflichtige Freizeitangebote – etwa Vereinsmitgliedschaften, Kulturveranstaltungen oder kommerzielle Treffpunkte – für viele Menschen schwer zugänglich sein. Offene und konsumfreie Räume bieten hier eine wichtige Alternative: Sie ermöglichen Teilhabe unabhängig vom Geldbeutel und stärken gleichzeitig das nachbarschaftliche Miteinander.

Auch im Bezirk Harburg existieren bereits zahlreiche Orte, die solche Funktionen erfüllen – beispielsweise Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Stadtteilzentren, Bibliotheken, Initiativen, Vereine oder öffentliche Begegnungsorte. Häufig sind diese Angebote jedoch nicht zentral gebündelt sichtbar. Viele Bürgerinnen und Bürger wissen daher gar nicht, welche Möglichkeiten es in ihrer unmittelbaren Umgebung gibt, Zeit miteinander zu verbringen, gemeinsam zu lernen, zu spielen oder sich auszutauschen – ohne Eintrittsgelder oder Konsumzwang.

Eine übersichtliche Darstellung dieser Orte, etwa in Form einer kleinen Broschüre oder digitalen Übersicht, könnte hier einen wichtigen Beitrag leisten. Sie würde:

  • die vorhandenen Angebote sichtbarer machen,
  • Bürgerinnen und Bürgern Orientierung geben,
  • soziale Teilhabe fördern,
  • und gleichzeitig das Engagement von Initiativen, Einrichtungen und Stadtteilprojekten würdigen.

Darüber hinaus stellt sich die grundsätzliche Frage, welche Rolle sogenannte Third Spaces künftig in der Stadtentwicklung des Bezirks Harburg spielen sollen. Angesichts wachsender Stadtteile, zunehmender Verdichtung und gesellschaftlicher Herausforderungen kann es sinnvoll sein, solche Orte strategisch weiterzuentwickeln und gezielt zu fördern.

Ein Austausch in den zuständigen Regionalausschüssen bietet daher die Möglichkeit, sowohl einen Überblick über bestehende Angebote zu erhalten als auch Perspektiven für deren Weiterentwicklung zu diskutieren.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

  1. Übersicht über Third Spaces im Bezirk Harburg

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob und in welcher Form eine Übersicht über konsumfreie Begegnungsorte („Third Spaces“) im Bezirk Harburg erstellt werden kann.

Ziel ist eine niedrigschwellige Darstellung von Orten, an denen Bürgerinnen und Bürger ohne oder mit sehr geringen Kosten Zeit miteinander verbringen können, etwa zum Lesen, Spielen, Lernen, Austausch oder für gemeinschaftliche Aktivitäten.

Diese Übersicht könnte beispielsweise in Form einer kleinen Broschüre („Booklet“) sowie ergänzend digital veröffentlicht werden und unter anderem folgende Orte umfassen:

  • öffentliche Bibliotheken
  • Stadtteil- und Nachbarschaftszentren
  • Jugend- und Kulturhäuser
  • offene Begegnungsräume und Initiativen
  • öffentliche Lern- und Aufenthaltsorte
  • geeignete öffentliche Plätze oder Parks mit Aufenthaltsqualität, Sortstätten in Parks etc.
  1. Bericht über bestehende Angebote und Perspektiven

Die Verwaltung wird gebeten, in den zuständigen Regionalausschüssen Harburg und Süderelbe über folgende Punkte zu berichten:

  • welche Orte im Bezirk Harburg bereits heute als niedrigschwellige Begegnungsorte bzw. „Third Spaces“ fungieren,
  • welche Einrichtungen oder Initiativen solche Funktionen derzeit übernehmen,
  • welche Möglichkeiten bestehen, diese Orte stärker sichtbar zu machen (z. B. über Broschüren, digitale Karten oder Informationsangebote).
  1. Perspektiven zur Stärkung von Third Spaces

Darüber hinaus wird die Verwaltung gebeten darzustellen,

  • welche Ansätze und Ideen im Bezirksamt bestehen, um Begegnungsorte ohne Konsumzwang im Bezirk weiter zu stärken,
  • welche Rolle solche Orte künftig in der sozialen Infrastruktur und Stadtteilentwicklung spielen könnten,
  • und welche Möglichkeiten bestehen, bestehende Angebote besser zu vernetzen und für die Öffentlichkeit sichtbarer zu machen.
Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
31.03.2026
Ö 7.18
Lokalisation Beta

Keine Orte erkannt.

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.